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Bruchköblerin sammelt Spenden für Hunde

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Als ob „Alduin“ sich bedanken wollte: Die Bruchköbelerin Jennifer Brown knüpfte über ihren Hund Kontakte in die Ukraine, die sich für die Menschen dort nun auszahlen.
Als ob „Alduin“ sich bedanken wollte: Die Bruchköbelerin Jennifer Brown knüpfte über ihren Hund Kontakte in die Ukraine, die sich für die Menschen dort nun auszahlen. © -
Internationale Kooperation: die Belgier Martine, Kevin und Marianne (hinten) sowie die Bruchköbeler Gisela und Jenny (vorne).
Internationale Kooperation: die Belgier Martine, Kevin und Marianne (hinten) sowie die Bruchköbeler Gisela und Jenny (vorne). © Ulrike Pongratz

Bruchköbel – Die Geschichte beginnt mit Alduin, einem Irish Wolfshound, der vor rund anderthalb Jahren bei Jennifer Brown in Bruchköbel ein neues und liebevolles Zuhause gefunden hat. Geboren wurde der sanfte Riese in Kiew, bei Viktoria und Sergii Bolkin, einem jungen Paar, das zum ersten Mal Welpen in seiner Familie großgezogen hatte.

Den kleinen Alduin hatte Jenny Brown sofort in ihr Herz geschlossen. Sehr regelmäßig fragte die Züchterfamilie nach, wie es dem jungen Hund ginge und stand zu jeder Zeit mit Ratschlägen zur Seite. So ist zwischen dem jungen Ehepaar Bolkin und der Familie aus Bruchköbel im Laufe der Zeit eine enge Freundschaft und Verbundenheit entstanden. Das Netzwerk der „Hunde-Familie“ reicht über Deutschland hinaus. Geschwister von Alduin leben in Belgien und Polen.

Groß war deshalb die Sorge um Tier und Mensch nicht nur in Bruchköbel, als am 24. Februar der Krieg in der Uk-raine begonnen hatte. Bereits kurz nach Kriegsbeginn spra-chen Viktoria und Jennifer über Hilfe für Mensch und Tier. In Kiew und Umgebung ging zu diesem Zeitpunkt Tierfutter bereits deutlich zur Neige. Für Jennifer war klar: „Da müssen wir dringend etwas unternehmen“.

Maintaler Spedition lieferte Material in die Ukraine

Die Firma Maintaler, die eine große Spendenaktion organisiert hatte, erklärte sich sofort bereit, auch die gesammelten Spenden mit Tierfutter von Jennifer und ihrem Team mit auf die Reise nach Lwiw (Lemberg) zu nehmen. Von da an sorgten ukrainische Helfer für den Weitertransport in die Region Kiew. Dort angekommen kümmerten sich Viktoria und Sergii in unermüdlichem und nicht ungefährlichem Einsatz sofort darum, die Hilfsgüter direkt zu verteilen. Die beiden dokumentierten die Versorgungsfahrten mit zahlrei-chen Fotos und schickten den Dank und die Grüße der erleichterten Tierhalter zu-rück.

Bereits einige Wochen später war die Versorgungslage vor Ort noch desolater als zu Kriegsbeginn. Auch Lebensmittel und Hygieneartikel wurden äußerst knapp, wie Viktoria wissen ließ. Also wurde umgehend eine zweite Hilfsaktion ins Leben gerufen. Die Familien der Geschwister von Hund Alduin aus Belgien und Polen sammelten zeitgleich ebenfalls fleißig Spenden und halfen aus der Ferne, den Vierzigtonner für die nächste Lieferung zu füllen. „Die Familie aus Belgien kam extra nach Bruchköbel, um hier mit anzupacken. Und in Polen wurden weitere Paletten zugeladen. Die Not schweißt einfach zusammen“, sagt Jennifer Brown.

Weitere Hilferufe kamen aus den inzwischen leider zu trauriger Bekanntheit ge-kommenen Orten Bucha, Ir-pin, Sumy, und Gostomel. Jenny erreichten zu der Zeit von dort viele schreckliche Bilder von hungernden und verletzten Tieren. Deshalb wurden nun nicht nur Le-bensmittel und Hygienearti-kel gesammelt, sondern auch palettenweise Hunde-, Kat-zen- und Pferdefutter ge-kauft. Viele Tierfreunde aus der Region spendeten Futter und Zubehör. Einige Tierärz-te, unter anderem Harald Wenzel aus Bruchköbel, Wencke Schwarz aus Ilben-stadt, Marion Fenn aus Of-fenbach sowie die Ärzte der Tierklinik Gelnhausen unterstützten mit Beratung und Sachspenden.

Zwei Transporte nach Kiew

Die Spedition Maintaler half erneut bei der Organisation eines großen Transporters, für den die Firma LFE aus Bruchköbel einen Großteil der Kosten übernahm.

Auch der zweite Transport kam in Kiew an, Viktoria und Sergii Bolkin verteilten die Güter umgehend. „Das sind taffe, junge Menschen, sie helfen, wo sie nur können.“, sagt Brown. Sie selbst hat ebenfalls viel Unterstützung für ihre Aktion erfahren, nicht zuletzt von ihrem Bruchköbeler Arbeitgeber, der sie für die Zeit, in der sie die Spendenaktion organisierte und koordinierte, freigestellt hatte.

Für die nächsten Wochen ist die Not etwas gelindert. Doch Jennifer Brown ist bereits dabei, den dritten Spendentransport auf die Beine zu stellen. „Sach- und Geldspenden sind willkommen. Geldspenden sind für mich einfacher zu koordinieren, da ich genau das besorgen kann, was auf der Bedarfsliste steht“, sagt Brown. (Ulrike Pongratz)

Spenden

Wer das private Hilfsprojekt unterstützen möchte, kann einen Beitrag an das folgende Spendenkonto oder via PayPal überweisen:

Jennifer Brown - Urkainehil-fe; IBAN: DE 15 5019 0000 6401 7754 02; BIC: FFVBDEFF

PayPal: Ukrainehil- fe@gdbrown.de

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