Ist stinksauer: Elektromeister Harald Wolf wartet seit sechs Wochen darauf, dass der Anhänger vor seiner Haustür entfernt wird. Foto: Holger Weber

Bruchköbel

Asbestsäcke ausgesetzt: "Herrenloser" Anhänger sorgt für Ärger

Bruchköbel. In Roßdorf sorgt ein „herrenloser“ Anhänger, in dem sich vermutlich Säcke mit Asbestabfällen befinden, für großen Ärger. Sein Besitzer hat das Vehikel mit Nürnberger Kennzeichen dort vor sechs Wochen abgestellt und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht. Die Anwohner sind stinksauer, die örtlichen Behörden machtlos.

Von Holger WeberDie Hauptstraße, die mitten durch den Ort führt, ist trotz Umgehungsstraße noch immer stark befahren. Wer dort einen etwa fünf Meter langen Anhänger auf dem gepflasterten Parkstreifen abstellt, der kommt nicht umgehend wieder. Dieser Gedanke ging auch Harald Wolf durch den Kopf, als der Elektromeister das Rangiermanöver beobachtete, dass ein ihm unbekannter Mann vor seinem Ladenlokal vollführte. „Ich habe ihn gefragt, warum er seinen Hänger ausgerechnet vor meinem Geschäft abstellt“, berichtet der Roßdorfer. Daraufhin habe der Fahrer geantwortet, dass der Anhänger nur kurze Zeit dort stehen werde und bald wieder abgeholt würde.

Vor sechs Wochen abgestellt

„Das ist jetzt so ziemlich genau sechs Wochen her“, sagt Wolf mit verärgertem Unterton. „Und der Anhänger steht immer noch dort.“ Mitten vor seinem Laden. Statt auf die Straße blickt der Roßdorfer nun auf die weiße Außenwand des geschlossenen Hängers. Wolf ist nicht nur sauer, weil somit der Blick auf seinen Laden versperrt ist, er vermietet auch Wohnungen, deren Mieter nun ihre Fahrzeuge dort nicht mehr abstellen können.

Wolf sagt, er sei kein pingeliger Mensch. Als Handwerker könne er durchaus Verständnis dafür aufbringen, wenn man aus praktischen Gründen sein Fahrzeug auch mal regelwidrig parke. Doch das sei jetzt des Guten zu viel. Nachdem die 14 Tagen abgelaufen waren, die Kraftfahrzeuganhänger laut der Straßenverkehrsordnung ohne Zugmaschine maximal am Straßenrand stehen dürfen, informierte Wolf erstmals die Bruchköbeler Ordnungspolizei.

Auch weil ihm nach dem Öffnen der unverschlossenen Türen des Anhängers ein Verdacht gekommen war: „Vielleicht will hier einfach einer den Hänger samt Inhalt entsorgen.“ Denn im Inneren befinden sich mehrere große und gefüllte Säcke für den Abtransport von asbesthaltigem Bauschutt. „Den zu entsorgen, ist teuer, vielleicht ist ihm das Geld ausgegangen“, vermutet Wolf.

Stadt sind Hände gebunden

Zwei Tage, nachdem er den Fall erstmals dem Ordnungsamt in Bruchköbel gemeldet hatte, wurde der Anhänger von einem Ordnungspolizeibeamten mit einem Strafzettel belegt. Es vergingen weitere zwei Wochen, ohne dass der Hänger auch nur einen Zentimeter bewegt wurde. Nach erneutem Hinweis des Roßdorfers leitete die Stadt Bruchköbel ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Passiert ist seitdem immer noch nichts. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt Bürgermeister Günter Maibach auf Anfrage unserer Zeitung.

So lange das Fahrzeug ein Kennzeichen habe, dürfe es nicht so ohne Weiteres abgeschleppt werden. Die Stadt könne nur Strafgelder für Ordnungswidrigkeiten verhängen. Zum einen, weil die 14-Tage-Frist abgelaufen sei. Und zum anderen, weil der Anhänger auch keinen gültigen TÜV-Stempel mehr habe. „Bedeutend sind die Bußgelder dafür leider nicht“, so Maibach.

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