Peter Schwab ist nicht gegen die Neue Mitte, doch befürchtet er, dass durch deren Bau noch weniger Geld in den Kassen für dringend notwendige Straßensanierungen ist. Foto: Gepperth

Bruchköbel

Anwohner klagen über Straßen und Verkehr im Kinzigheimer Weg

Bruchköbel. Die Neue Mitte ist in Bruchköbel so gut wie beschlossen. So mancher Bürger befürchtet nun, dass für die kleinen Projekte kein Geld mehr da sein wird. So auch Peter Schwab, der sich über den schlechten Zustand des Kinzigheimer Weges beklagt, der nach Ansicht der Anwohner einer Kraterlandschaft gleicht.

Von Jan Max Gepperth

Familie Schwab wohnt nicht in dem frisch sanierten Teil der Straße in der Nähe der Kindertagesstätte Zauberweide. Auf Höhe des Hauses der Familie sieht der Asphalt aus wie ein Flickenteppich. Schlaglöcher sind überall verteilt, und der Asphalt löst sich langsam auf. Nun wandte sich das Ehepaar an unsere Zeitung, um auf die Missstände hinzuweisen. „Unsere Straße erinnert an die Pisten in der DDR nach der Grenzöffnung“, sagt Peter Schwab.

Doch nicht nur, dass die Straße an sich schon sehr schlecht sei. Sie werde auch sehr stark frequentiert. „Seit Jahren nimmt der Verkehr in dieser Straße deutlich zu, vor allem seit die Biogasanlage in Oberissigheim in Betrieb ist, fahren hier zur Saison große Traktoren mit riesigen Anhängern duch. Auch die Lieferanten eines Küchenmontagebetriebs an der Eugen-Kaiser-Straße befahren die Straße mit großen Sattelzügen. Hinzu kommen viele Pendler aus Erlensee, die bei uns vorbeikommen, um die Hauptstraße zu umfahren.“

Kontakt mit der Stadt war erfolglosFamilie Schwarz hat sich nach eigenen Angaben schon mehrfach an die Stadt gewandt. Erfolglos, so Peter Schwab. Vor ein paar Jahren sei die Hauptstraße neu gemacht worden. Das sei finanziell damals kein Problem gewesen, da es sich um eine Landesstraße handele. Dies bedeutet, dass das Land Hessen für die Sanierung aufkam. Im Falle der Kinzigheimer Straße müsse die Kommune die Instandsetzung selbst bezahlen. „Wir werden dann immer mit den Worten vertröstet, dass man etwas tue, sobald Geld da sei.“

Der Neuen Mitte mit ihren Investitionen von knapp 26 Millionen Euro für das neue Stadthaus stehen die Schwabs nicht ablehnend gegenüber. „Die Neue Mitte ist gut und richtig. Das ist keine Frage. Wir sind trotzdem enttäuscht, dass solche notwendigen Investitionen in die Infrastruktur auf der Strecke bleiben.“ Vor allem, wenn man berücksichtige, welche großen Qualitätsunterschiede es innerhalb der Stadt in Bezug auf die Straßen gebe.

Bürgermeister spricht von kontinuierlichen InvestitionenBürgermeister Günter Maibach versichert hingegen, dass die Straßen der Stadt trotz des teuren Innenstadtumbaus nicht vergessen werden: „Wir werden kontinuierlich Investitionen in unsere Straßen- und Kanalnetze sowie in die Infrastruktur der städtischen Gebäude tätigen“, teilt er auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Stadt Bruchköbel verfolge ihr Straßenausbauprogramm kontinuierlich weiter. Alle Bruchköbeler Straßen seien nach ihrem Zustand bewertet worden und würden je nach Dringlichkeit in ein entsprechendes Ausbauprogramm aufgenommen.

So seien beispielsweise die Waldseestraße und der erste Abschnitt des Kinzigheimer Wegs in den vergangenen Jahren erneuert worden. Nun soll der letzte Abschnitt im Kinzigheimer Weg erfolgen. Dieser befindet sich zwischen dem Kreisverkehr Kirleweg und der Waldseestraße Richtung neuer Friedhof und umfasst auch den Teil, an dem die Schwabs wohnen. Haushaltsmittel seien für den Ausbau im Investitionsprogramm für das Jahr 2020 vorgesehen. Geplant werde schon in diesem Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren