Ist immer falsches Lüften die Ursache für Schimmel in der Wohnung?
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Ist immer falsches Lüften die Ursache für Schimmel in der Wohnung?

Ursachen

Schimmel in der Wohnung: Ist immer falsches Lüften der Grund?

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Schimmel in der Wohnung zieht meist viel Ärger nach sich. Damit es gar nicht erst dazu kommt, sollten Sie deshalb unbedingt die Ursachen kennen.

  • Schimmelbildung kann viele Ursachen haben.
  • Feuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Schimmelbildung.
  • Nicht immer ist falsches Lüften die Ursache.

Wenn die ersten Anzeichen von Schimmel in der Wohnung sichtbar werden, fragen sich viele sofort: Was habe ich falsch gemacht? Besonders wenn die Wohnung erst frisch bezogen ist, ist diese Frage auch relevant, um festzustellen, ob der Schimmel schon vorher da war. Manchmal hält man sich aber auch penibel an die Regeln für das richtige Lüften, um die Schimmelsporen zu vermeiden - und trotzdem sind schwarze Flecken an der Wand zu sehen. Wichtig ist es, zu wissen, dass Schimmel verschiedene Ursachen haben kann.

Entsteht Schimmel wirklich am ehesten durch falsches Lüften?

Viele unterliegen dem Irrtum, dass Schimmel in der Wohnung allein durch falsches Heizen und Lüften entsteht - also die Schuld beim Bewohners liegt, der sich nicht richtig darum gekümmert hat. Dabei hat eine Untersuchung von mehr als 12.000 Wohnungen ergeben, dass dies nur in zehn Prozent der Fälle die alleinige Ursache für Schimmel ist, wie Frank Frössel, Experte für Bautenschutz und Bausanierung, in einem Beitrag auf dem Portal Energie-Fachberater.de berichtet. Tatsächlich seien bauliche Mängel in 60 Prozent der Fälle Schuld daran, dass sich Schimmel in einer Wohnung bildet. Bei den restlichen 30 Prozent waren es sowohl Baumängel als auch falsches Lüften.

Ursachen für Schimmel im Haus: Feuchtigkeit durch Kondenswasser

Diese Zahlen sollten Sie aber nicht zum Anlass nehmen, weniger auf das richtige Lüften in der Wohnung zu achten. Denn schon in einem Zwei-Personen-Haushalt werden pro Tag rund sechs Liter Wasser an die Luft abgegeben. Durch das Atmen und Schwitzen entsteht nämlich Feuchtigkeit, die nur entweichen kann, wenn Sie regelmäßig lüften - und Feuchtigkeit ist neben Nährstoffen der entscheidende Faktor für Schimmelbildung. Dabei ist es auch nicht unbedingt ausschlaggebend, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft ist, sondern wie es sich mit dem Feuchtegehalt und der Temperatur direkt an der Wandoberfläche verhält. Schimmelpilze wachsen in der Regel bei 80 bis 85 Prozent relativer Luftfeuchte, unter Ausnahmebedingungen auch schon bei 65 bis fast 100 Prozent relativer Luftfeuchte.

Eine Hauptquelle für Feuchtigkeit in Räumen stellt eine indirekte Durchfeuchtung durch Kondenswasser dar. Kondenswasser bildet sich aus Wasserdampf, der bei kalter Luft unter den Taupunkt abgekühlt wird und sich an kühlen Oberflächen niederschlägt. Besonders hoch ist das Risiko der Schimmelbildung deshalb im Winter, da hier die Temperaturdifferenzen zwischen drinnen und draußen sowie Raumluft und Wand am größten sind.

Haben Sie zudem stets ein Auge auf Wärmebrücken in der Wohnung: Das sind örtlich begrenzte Stellen an Wänden, Decken oder Zimmerecken zur Außenwand, an denen ein erhöhter Wärmeabfluss stattfindet. Die Oberflächentemperatur ist hier im Winter um einiges geringer als an anderen Bauteilen, was Schimmelbildung wiederum begünstigt.

Um die Schimmelbildung durch Kondenswasser zu unterbinden, ist es deshalb wichtig, richtig zu lüften. Das kann sowohl übers Stoßlüften als auch mithilfe von Querlüften erledigt werden. Beim Stoßlüften öffnen Sie mindestens dreimal am Tag - morgens, mittags, abends - für zehn bis 15 Minuten das Fester und schalten dabei die Heizung ab. In den Wintermonaten reichen auch mal fünf Minuten aus. Beim Querlüften hingegen öffnen Sie zusätzlich eine Zimmertür und ein gegenüberliegendes Fenster, sodass ein schöner Luftzug innerhalb kürzester Zeit die Luft austauschen kann. Hier genügen zwei Minuten.

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Ursachen: Baumängel begünstigen auf Dauer Schimmelbildung

Neben falschem Lüften sind aber oft genug auch Baumängel schuld an der Schimmelbildung in der Wohnung. Das können zum Beispiel leckende Leitungen oder undichte Dächer, Keller sowie Fassadenrisse sein. Auch Feuchtigkeit im Mauerwerk oder sogenannte Havarie-Schäden wie geplatzte Wasserschläuche oder -rohre können über Monate und Jahre für Schimmelbildung sorgen. Prüfen Sie also auch diese Optionen, bevor Sie unmittelbar von einem eigenen Fehlverhalten ausgehen.

Aber nicht nur Baumängel allein begünstigen Schimmelbildung: Selbst bei Neubauten und sanierten Altbauten ist Schimmel keine Seltenheit, da Gebäude heutzutage so luftdicht gebaut werden, dass keine Feuchtigkeit mehr nach draußen entweichen kann. Dazu tragen unter anderem Baustoffe mit geringer Diffusionsfähigkeit und niedrigem Wasserdampfaufnahmevermögen wie Beton bei, aber auch wasserdichte Fassadenfarben oder abgedichtete Fenster. Besser wären hier Baustoffe wie Lehm oder Kalk.

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Achtung: An diesen Stellen in der Wohnung wimmelt es nur so vor Keimen

Die Wasserhähne und Spülbecken – sowohl in Küche als auch im Bad – werden beim Reinigen gerne vernachlässigt. So bietet sich der perfekte Nährboden für Hefe- und Schimmelpilze. E.coli Bakterien fühlen sich hier genauso wohl. Vergessen Sie also nicht, diese Bereiche regelmäßig zu putzen.
Die Wasserhähne und Spülbecken – sowohl in Küche als auch im Bad – werden beim Reinigen gerne vernachlässigt. So bietet sich der perfekte Nährboden für Hefe- und Schimmelpilze. E.coli Bakterien fühlen sich hier genauso wohl. Vergessen Sie also nicht, diese Bereiche regelmäßig zu putzen. © pixabay
Jeder weiß: Auf den Türklinken wimmelt es nur so von Keimen und Bakterien – vor allem zu Grippezeiten. Deshalb immer schön sauber halten!
Jeder weiß: Auf den Türklinken wimmelt es nur so von Keimen und Bakterien – vor allem zu Grippezeiten. Deshalb immer schön sauber halten! © pixabay
Auch die Kaffeemaschine bekommt täglich ihren Einsatz – und doch reinigen wir nur selten den Wassertank. Doch gerade hier bilden sich gerne Hefe- und Schimmelpilze, die sich über die Schläuche in der Maschine verteilen und somit auch in unserem geliebten Heißgetränk landen. Reinigen Sie ihn deshalb einmal wöchentlich mit Essig.
Auch die Kaffeemaschine bekommt täglich ihren Einsatz – und doch reinigen wir nur selten den Wassertank. Doch gerade hier bilden sich gerne Hefe- und Schimmelpilze, die sich über die Schläuche in der Maschine verteilen und somit auch in unserem geliebten Heißgetränk landen. Reinigen Sie ihn deshalb einmal wöchentlich mit Essig. © pixabay
Der Kühlschrank kann ebenfalls zur Brutstätte von Bakterien werden: Achten Sie deshalb darauf, dass die Temperatur richtig eingestellt ist. Diese sollte circa sieben Grad Celsius betragen. Ist sie höher als acht Grad, können sich gefährliche Mikroorganismen rasant vermehren. Diese sind schuld an Magen-Darm-Erkrankungen oder Allergien.
Der Kühlschrank kann ebenfalls zur Brutstätte von Bakterien werden: Achten Sie deshalb darauf, dass die Temperatur richtig eingestellt ist. Diese sollte circa sieben Grad Celsius betragen. Ist sie höher als acht Grad, können sich gefährliche Mikroorganismen rasant vermehren. Diese sind schuld an Magen-Darm-Erkrankungen oder Allergien. © pixabay
Nach dem Duschen ein flauschiges Handtuch – was gibt es Schöneres? Doch würden Sie noch genauso denken, wenn Sie wüssten, welche Körperausdünstungen sich schon nach einmaliger Benutzung darauf befinden? Schuppen, Speichel, Harn, Bakterien, Pilze und Analsekret fühlen sich in den Textilien wohl – und wenn das Handtuch nicht ordentlich getrocknet wird, steigt das Infektionsrisiko. Deshalb sollten Sie die Tücher mindestens nach jeder dritten Nutzung waschen.
Nach dem Duschen ein flauschiges Handtuch – was gibt es Schöneres? Doch würden Sie noch genauso denken, wenn Sie wüssten, welche Körperausdünstungen sich schon nach einmaliger Benutzung darauf befinden? Schuppen, Speichel, Harn, Bakterien, Pilze und Analsekret fühlen sich in den Textilien wohl – und wenn das Handtuch nicht ordentlich getrocknet wird, steigt das Infektionsrisiko. Deshalb sollten Sie die Tücher mindestens nach jeder dritten Nutzung waschen. © pixabay
Sobald wir mit dem Zähneputzen fertig sind, landet die Bürste im Zahnputzbecher – und wie oft waschen Sie den aus? Vermutlich nicht oft genug. Denn die Feuchtigkeit darin ist der perfekte Nistplatz für E.coli Bakterien oder Staphylokokken. Stellen Sie den Becher deshalb alle zwei Wochen in die Spülmaschine.
Sobald wir mit dem Zähneputzen fertig sind, landet die Bürste im Zahnputzbecher – und wie oft waschen Sie den aus? Vermutlich nicht oft genug. Denn die Feuchtigkeit darin ist der perfekte Nistplatz für E.coli Bakterien oder Staphylokokken. Stellen Sie den Becher deshalb alle zwei Wochen in die Spülmaschine. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Schneidebretter sind ständig im Einsatz. Deshalb tummeln sich gerade hier zahlreiche Bakterien und Keime – sie nisten sich in den feinen Rissen im Holz ein. Es sollen sogar bis zu 200-mal so viele wie auf der Klobrille sein. Da hilft nur noch eins: die Spülmaschine oder eine gründliche Reinigung mit Essig.
Schneidebretter sind ständig im Einsatz. Deshalb tummeln sich gerade hier zahlreiche Bakterien und Keime – sie nisten sich in den feinen Rissen im Holz ein. Es sollen sogar bis zu 200-mal so viele wie auf der Klobrille sein. Da hilft nur noch eins: die Spülmaschine oder eine gründliche Reinigung mit Essig. © pixabay
Hier bereiten wir unser Essen vor, legen unsere gebrauchten Küchenutensilien ab oder kneten den Teig für einen Kuchen: Oft merken wir gar nicht, wie sehr die Arbeitsplatte in der Küche in Anspruch genommen wird. Deshalb sollten Sie sie täglich mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen.
Hier bereiten wir unser Essen vor, legen unsere gebrauchten Küchenutensilien ab oder kneten den Teig für einen Kuchen: Oft merken wir gar nicht, wie sehr die Arbeitsplatte in der Küche in Anspruch genommen wird. Deshalb sollten Sie sie täglich mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen. © dp a/Mohssen Assanimoghaddam
Eigentlich wird er genutzt, um das Geschirr zu reinigen, doch tatsächlich ist er die Bakterienschleuder schlechthin: Der Küchenschwamm. Zehn Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter erfreuen sich an den feucht-warmen Gefilden und verteilen sich durch eifriges Schrubben auf unser Geschirr. Tauschen Sie ihn am besten alle zwei Wochen aus.
Eigentlich wird er genutzt, um das Geschirr zu reinigen, doch tatsächlich ist er die Bakterienschleuder schlechthin: Der Küchenschwamm. Zehn Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter erfreuen sich an den feucht-warmen Gefilden und verteilen sich durch eifriges Schrubben auf unser Geschirr. Tauschen Sie ihn am besten alle zwei Wochen aus. © pixabay
Auch Hund und Katz bleiben von Bakterien nicht verschont: Im Fressnapf oder am Lieblingsspielzeug eures Weggefährten bilden sich über die Zeit so einige davon. Deshalb gehört auch das Haustier-Zubehör regelmäßig in die Spül- oder Waschmaschine.
Auch Hund und Katz bleiben von Bakterien nicht verschont: Im Fressnapf oder am Lieblingsspielzeug eures Weggefährten bilden sich über die Zeit so einige davon. Deshalb gehört auch das Haustier-Zubehör regelmäßig in die Spül- oder Waschmaschine. © pixabay
Ebenso wie der Putzschwamm sind auch Geschirrtücher wahre Keimschleudern. Wechseln Sie sie bestenfalls täglich und werfen Sie das benutzte in die Waschmaschine.
Ebenso wie der Putzschwamm sind auch Geschirrtücher wahre Keimschleudern. Wechseln Sie sie bestenfalls täglich und werfen Sie das benutzte in die Waschmaschine. © pixabay/Hans
Aus dem Leben vieler nicht mehr wegzudenken und ein ständiger Begleiter: Das Smartphone. Dabei vergessen wir uns regelmäßig die Hände abzuwaschen, bevor wir es benutzen - einer der Gründe, warum es dort nur so von Bakterien wimmelt. Benutzen Sie am besten ein spezielles Smartphone-Reinigungstuch für die Pflege.
Aus dem Leben vieler nicht mehr wegzudenken und ein ständiger Begleiter: Das Smartphone. Dabei vergessen wir uns regelmäßig die Hände abzuwaschen, bevor wir es benutzen - einer der Gründe, warum es dort nur so von Bakterien wimmelt. Benutzen Sie am besten ein spezielles Smartphone-Reinigungstuch für die Pflege. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Wenn vom Smartphone die Rede ist, darf eigentlich auch die Computer-Tastatur nicht fehlen. Sie wird nämlich mindestens genauso oft beansprucht - vor allem in Bürojobs. Tunken Sie ein Wattestäbchen in spezielle Reinigungsmittel und fahren Sie damit die Tasten entlang.
Wenn vom Smartphone die Rede ist, darf eigentlich auch die Computer-Tastatur nicht fehlen. Sie wird nämlich mindestens genauso oft beansprucht - vor allem in Bürojobs. Tunken Sie ein Wattestäbchen in spezielle Reinigungsmittel und fahren Sie damit die Tasten entlang. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Auf der Computermaus tummeln sich ebenfalls tausende von Keimen. Nutzen Sie ein Desinfektionstuch, um sie regelmäßig zu reinigen.
Auf der Computermaus tummeln sich ebenfalls tausende von Keimen. Nutzen Sie ein Desinfektionstuch, um sie regelmäßig zu reinigen. © dpa/Lukas Schulze
Auch von der Fernbedienung machen wir täglich Gebrauch und verschmutzen sie von mal zu mal -  Bakterien entfernen Sie zum Beispiel mit einem Chlorreiniger. Achten Sie allerdings darauf, dass nichts davon zwischen die Knöpfe kommt und nehmen Sie davor die Batterien heraus.
Auch von der Fernbedienung machen wir täglich Gebrauch und verschmutzen sie von mal zu mal -  Bakterien entfernen Sie zum Beispiel mit einem Chlorreiniger. Achten Sie allerdings darauf, dass nichts davon zwischen die Knöpfe kommt und nehmen Sie davor die Batterien heraus. © dpa/Britta Pedersen

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