Vorsicht

Essig als Unkrautvernichter? Darum sollten Sie wirklich die Finger davon lassen

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Unkraut ist jedem Hobbygärtner ein Dorn im Auge. Ein preiswertes Herbizid stellen hier Essig oder andere Hausmittel dar - allerdings sollten Sie davon die Finger lassen.

  • Das Entfernen von Unkraut ist oft mühsame Handarbeit.
  • Verlockender scheint hier die Anwendung von Hausmitteln als Unkrautvernichter.
  • Diese Vorgehensweise kann allerdings Bußgelder nach sich ziehen.

Unkraut, das zwischen den Pflastersteinen hervorsprießt, ist vielen Hobbygärtnern ein Graus. Genauso unschön finden sie aber auch die mühsame Handarbeit, mit der das Unkraut aus den Ritzen gekratzt werden muss. Da scheinen Herbizide die Anwender-freundlichere Alternative zu sein - insbesondere, wenn die Mittel dafür preiswert aus dem eigenen Haushalt kommen. So werden zum Beispiel gerne Essig* oder Salz als Unkrautvernichter an der Hauseinfahrt verwendet. Dies kann jedoch Konsequenzen nachziehen, wie die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nun warnt.

Hausmittel: Essig und Salz als Herbizid kann Bußgelder nach sich ziehen

In einer aktuellen Mitteilung weist die Gartenakademie darauf hin, dass Hobbygärtner bei der Unkrautregulierung genau auf die rechtlichen Bestimmungen achten sollten. Viele würden nämlich immer noch frei nach dem Motto „Was in meinen Salat kommt, wird auch für meine Hofeinfahrt in Ordnung sein“ diverse Hausmittelchen als Herbizide verwenden. Das Pflanzenschutzgesetz sieht jedoch in Paragraf 12 Absatz 2 vor, dass die Anwendung von Unkrautvernichtungsmitteln nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen zulässig ist.

Auf befestigten Flächen ist der Einsatz von Herbiziden hingegen generell verboten, so die Gartenakademie. Dazu zählen unter anderem Wege und Plätze, Bürgersteige, Garageneinfahrten und Hofflächen. Das Verbot betreffe nicht nur Pflanzenschutzmittel, die als Herbizid zugelassen sind, sondern auch Essig und Salz. Wer trotzdem diese Mittel anwendet und erwischt wird, kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Ganz so einfach scheint die Gesetzeslage aber nicht: In einem konkreten Fall hatte eine Verwaltungsbehörde gegen einen Mann aus Brake ein Bußgeld von 100 Euro verhängt, nachdem er auf der Zufahrt zu seiner Garage und auf der öffentlichen Pflasterfläche vor seinem Grundstück eine Essig-Salz-Lösung als Unkrautvernichter verwendet hatte. Das Oberlandesgericht Oldenburg sprach den Mann aber später davon frei (AZ. 2 Ss OWi 70/17, Beschluss vom 25.04.2017). Die Begründung: Nach Auffassung des Senats handle es sich bei einem Essig-Kochsalz-Gemisch nicht um ein Pflanzenschutzmittel im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes, sondern um ein Lebensmittel. Darum falle es nicht unter das Gesetz.

Auch interessant: Unkraut im Rasen vernichten: So funktioniert es mit und ohne Chemie.

Unkraut vernichten: Alternativen und Ausnahmen

Trotzdem scheint es ratsam, auf derartige Hausmittel bei der Unkrautvernichtung auf gepflasterten Flächen zu verzichten, um Bußgelder oder rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die Gartenakademie empfiehlt stattdessen das mechanische Entfernen, einen Heißwasser-Hochdruckreiniger (werblicher Link) oder das Abflammen - allerdings besteht bei letzterem Brandgefahr.

Anders verhält es sich im Übrigen bei der Nutzung dieser Hausmittel auf „gärtnerisch genutzten Flächen zur Rasenerneuerung und zur Unkrautbeseitigung unter Holzgewächsen, auf Rabatten und Beeten“, so Walter Hollweg, Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Heißt: Auf Beeten im Haus- und Kleingarten sind Essig und Salz erlaubt, jedoch nicht auf dem Pflaster. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern. © pixabay/annawaldl
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze. © pixabay/annawaldl
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Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit, den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage. © pixabay/Counselling
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung.
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung. © pixabay/KIMDAEJEUNG
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen, kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. © pixabay/annawaldl
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem.
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem. © pixabay/MIH83
Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen.
Schon beim Anlegen des Gartens drohen viele Fehler: Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen. © pixabay/Hans
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können.
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können - und dementsprechend mehr Platz einberechnen. © pixabay/Gellinger
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen.
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen. © pixabay/Jing
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können.
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können. © pixabay/mjordano

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