Tim Kluber sammelt seit sieben Jahren Schneeglöckchen und hat inzwischen über Sorten in seinem Garten.
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Tim Kluber sammelt seit sieben Jahren Schneeglöckchen und hat inzwischen über Sorten in seinem Garten.

Das außergewöhnliche Hobby eines Schmitteners

Tim Kluber sammelt Schneeglöckchen-Varianten

Naturfreund ist ein großer Anhänger der anglophilen Gartenkultur

Schneeglöckchen als Frühlingsboten in weiß fehlen in kaum einem Garten. Heimisch ist in unserer Region das gemeine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Allein von dieser Art gibt es zahlreiche Sorten. Aber in Kultur sind etwa 2000 Varianten von Schneeglöckchen bekannt als Selektionen von Arten oder Arthybriden. Begeistert von der Sortenvielfalt der Schneeglöckchen ist der Schmittener Tim Kluber, der seit sieben Jahren über 30 Sorten kultiviert hat.

Stolz führt er durch den großzügig angelegten Garten, wo an verschiedenen Stellen die zauberhaften kleinen Amaryllisgewächse, die im Volksmund auch weiße Jungfrau oder Milchblume genannt werden, den Frühling einläuten. Manche Schneeglöckchen bilden einen großen Tuff, das sind diejenigen, die schon länger hier gedeihen. Andere stehen noch einzeln, weil er die Zwiebel erst im Vorjahr gepflanzt hat oder die Sorte sich nur langsam vermehrt oder er noch nicht den geeigneten Platz gefunden hat.

Und woher kommt bei Kluber die Vorliebe für Schneeglöckchen? "Ich mochte diese Frühblüher schon immer gerne, bin Anhänger der anglophilen Gartenkultur und habe in Büchern viel über die verschiedenen Sorten gelesen", erzählt er. In englischen Klostergärten wurden diese weißen Zwiebelgewächse schon vor 1770 kultiviert. In der viktorianischen Zeit haben sie sich dann in Englands Gärten etabliert.

Nach Frauenfiguren von Shakespeare benannt

Von der Insel sind in den vergangenen Jahre Schneeglöckchen-Veranstaltungen auf den Kontinent übergeschwappt und haben über die Niederlande und Belgien auch Deutschland erreicht. Von seinem ersten Besuch der Schneeglöckchentage im Oirlicher Blumengarten in Nettetal (NRW) brachte Kluber drei neue Sorten mit, und die Sammelleidenschaft war geweckt. Drei typische englische Sorten, "Desdemona", "Ophelia" und "Hippolyta", die nach Frauenfiguren von Shakespeare benannt wurden, durften in seinem Garten nicht fehlen.

Dem Laien fällt es in der Regel schwer die zahllosen Varianten zu unterscheiden. Neben der Größe und Wuchsform ist es vor allem die Ausprägung der Blütenhüllen, der sogenannten Perianthen, an denen der Sammler seine Lieblinge erkennt. Die können glatt oder gehämmert aussehen und grüne Punkte oder Zeichnungen aufweisen. Die meisten Schneeglöckchen haben ungefüllte Blüten. Gefüllte Ausnahmen finden sich natürlich auch in Klubers Garten. Und normalerweise bilden Schneeglöckchen nur einen Blütenstiel mit einer Blüte. Aber in dem Schmittener Garten wächst auch Galanthus elwesii Kite mit zwei Blüten an einem Blütenstiel. Selbst eine Sorte mit dem für die weißen Blumen auffallend gelben Fruchtknoten darf nicht fehlen.

Hitze und Trockenheit macht Blumen kaputt

Die frostreichen Tage im Februar haben die Schneeglöckchen in Schmitten zwar überstanden, doch die Blüten, die schon aus der Erde gekommen waren, sehen arg zerrupft aus. "Sie werden sich wieder erholen", zeigt sich der Hobbygärtner zuversichtlich. Doch im trockenen Frühjahr und heißen Sommer des Vorjahres hat Kluber etliche Sorten verloren. Kluber hat die Blumenzwiebeln in Maschenkörbe gesetzt, damit sie nicht unkontrolliert wandern und Mäuse ihnen nichts anhaben können.

Manche seiner Raritäten sind nämlich nicht ganz preiswert. So teuer wie auf Auktionen, wo bis zu 400 britische Pfund aufgerufen werden, waren seine Schneeglöckchen zwar nicht. Aber 40 Euro hat er für eine einzige Zwiebel auch schon einmal ausgegeben. Und je nach Sorte kann es bis zu drei Jahre dauern bis die Pflanze blüht und sich neue Brutzwiebeln bilden. Wie Kluber weiß, säen sich manche Schneeglöckchen auch aus, und die Samen werden von Ameisen verspeist und Reste davon verteilt. Seit Anfang Februar freut sich der 46-Jährige schon an der weißen Pracht. Manche Schneeglöckchensorten blühen bis Ende April.

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