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No-Go beim Einkaufen: Sieben Dinge können Ikea-Mitarbeiter an ihren Kunden nicht leiden

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Von: Anna Heyers

Für viele Menschen ist ein Besuch beim schwedischen Möbelriesen ein Erlebnis, da es ihn meist nur in größeren Orten gibt. Ganz vergessen sollte man die Kunden-Etikette beim Einkauf nicht.

Bundesweit gibt es in Deutschland gerade mal 54 Ikea-Filialen (Stand 2022). Kein Wunder also, dass ein Einkauf im schwedischen Möbelhaus fast schon einem Ausflug gleichkommt. Schließlich kann man sich nicht nur von den clever und hübsch eingerichteten Schauräumen inspirieren lassen. Auch ein Essen im Restaurant, ein anschließender Einkauf im schwedischen Supermärktchen oder das Spielen der Kinder im bunten Småland sind häufig Teil des Ikea-Besuchs. Aber gerade dieser Ausflugs-Charakter birgt auch einige Unannehmlichkeiten für das Ikea-Personal. Gegenüber Business Insider (BI) verrieten ehemalige und aktuelle Mitarbeitende, welche sieben Dinge Kunden im Geschäft besser nicht machen sollten.

1. Essen oder Trinken in den Ausstellungsbereichen

Gerade in den größeren Ikea-Filialen gibt es neben dem Restaurant, in dem man sowohl frühstücken und Mittag essen als auch Kaffee und Kuchen zu sich nehmen kann, auch noch den Imbiss mit Hotdogs und Co. Auch ein kleiner Lebensmittelsupermarkt ist in der Regel enthalten, in dem unter anderem Getränkesirup, Kekse, Fisch-Produkte oder Tiefkühl-Zimtschnecken angeboten werden. Hier eine Kleinigkeit zu essen, ist völlig in Ordnung.

Aber in den Ausstellungsbereichen ist genau das ein Unding, findet auch der ehemalige Mitarbeiter Sonny Cartright. Im Gespräch mit BI klagte er: „Es kommen so viele Leute mit Snacks und Getränken herein und man kann all die Spuren sehen, die sie auf den Möbeln hinterlassen.“ Ein schneller Schluck Wasser ist in der Regel vielleicht nicht so schlimm, aber klebrige Softgetränke oder Säfte oder belegte Brötchen hinterlassen Flecken und jede Menge Krümel. Man solle das Essen und Trinken deshalb eher auf die Food-Bereiche begrenzen.

2. (Verpackungs-)Müll überall liegen lassen

In allen Ikea-Filialen herrscht das familiäre „Du“ zwischen Mitarbeitern und den Kunden – auch, damit sich diese ein wenig wie zu Hause oder unter Freunden fühlen können. Das bedeutet jedoch nicht, dass man seine gute Kinderstube vergessen sollte, gerade, wenn man trotz der Food-Bereiche im Ausstellungsbereich isst oder trinkt. Denn viele Kunden hinterlassen das Geschäft längst nicht so, wie sie es vorgefunden haben und erleichtern sich stattdessen hier und da von ihrem mitgebrachten Müll.

Gegenüber BI macht Cartright deutlich: „Die Mitarbeiter müssen die leeren Essens- und Getränkeverpackungen aufräumen, die die Kunden im Möbelbereich hinterlassen. Das ist respektlos gegenüber den Mitarbeitern.“ Vor allem, da es im Laden durchaus Mülleimer gibt, die benutzt werden können. Sind die nicht zu finden oder voll, wartet man einfach bis zur nächsten Gelegenheit.

3. Kinder nicht im Zaum halten

Auch Kinder sind natürlich bei Ikea immer willkommen. Allerdings können die Kleinen von der schieren Größe und Masse der Dinge im Möbelhaus schnell überfordert werden. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie herumrennen, schreien oder Deko auseinanderreißen. Hier meint Cartright: „Es gibt nichts Schlimmeres als Kinder, die durch den Laden rennen, schreien, alles durcheinanderbringen und überall klebrige Handabdrücke hinterlassen. Das ist anstrengend für das Personal und unfair gegenüber anderen Kunden.“ Außerdem bittet er darum, dass Kinder weder mit Getränken noch Snacks in der Hand herumlaufen, damit keine Missgeschicke passieren.

Für Kleinkinder könnte der Småland-Spielbereich eine Option sein. Bis zu zwei Stunden passen hier geschulte Mitarbeiter auf den Nachwuchs auf. Eltern sollten sich allerdings einmal vor dem Ikea-Besuch erkundigen, ob die ausgewählte Filiale ein Kinderparadies besitzt und ob es geöffnet hat.

Eine Ikea-Mitarbeiterin spielt mit dem Kind eines Kunden.
Im Småland werden Kinder von ausgebildeten Betreuern maximal zwei Stunden lang beaufsichtigt und unterhalten – gratis. © André Grohe/IKEA Deutschland

4. Mitarbeiter um den ihnen eigenen Rabatt bitten

Ikea-Mitarbeiterin Kelly Roberts hält die Kunden auch dazu an, das Personal nicht darum zu bitten, ihren eigenen Mitarbeiterrabatt zu nutzen. Dieser Bonus ist wirklich nur für Ikea-Mitarbeiter. Wird er anderweitig verwendet, kann das den Job im Möbelhaus in Gefahr bringen. Wer ein wenig Geld beim Einkaufen sparen möchte, sollte sich zur Ikea-Family-Card informieren. Bei bestimmten Aktionen zahlen Kunden nämlich mit der Karte einen günstigeren Preis und auch im Restaurant gibt es ein Heißgetränk umsonst.

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5. Es sich zu bequem auf den Möbeln machen

Ja, bei Ikea soll man sich zu Hause fühlen. Aber am Ende des Tages ist es immer noch ein Laden, in dem Möbel und mehr verkauft werden. Sich, womöglich auch noch ohne Schuhe, einfach unter die Decke in ein Bett zu legen oder es sich zu lange auf einem Sessel oder Sofa bequem zu machen, gehört sich deshalb einfach nicht. Im Gespräch mit Business Insider verrät Cartright: „Einmal haben wir tatsächlich festgestellt, dass jemand eine Schautoilette für seine eigenen Bedürfnisse benutzt hat.“ Und auch, dass es schon interessante Funde in den Betten gab. Außerdem ist es am Ende weder gegenüber anderen Kunden noch dem Ikea-Personal fair – denn die müssen den etwaigen Unrat dann auch noch beseitigen.

6. Das Personal als selbstverständlichen Laufburschen sehen

Die meisten Ikea-Filialen sind riesig. Wenn Kunden also einen Mitarbeiter darum bitten, ihm etwas zu holen, sollte man zum einen an Ort und Stelle bleiben. Und zum anderen sollte man als Kunde nicht erwarten, dass der Mitarbeiter rennt, um den Wunsch zu erfüllen. „Wir sind fast über die gesamten acht Stunden unserer Arbeitszeit auf den Beinen und haben auch nicht unendlich viel Energie“, meint Roberts im Gespräch mit BI. Wer am Ende merkt, dass er ein Produkt vom Anfang vergessen hat, kann sonst auch die Orientierungstafeln zur Hilfe nehmen: Da sind nicht nur die Hauptwege, sondern auch Abkürzungen eingetragen.

7. Produkte in die falschen Regale zurückstellen

„Oft werden die Möbel in mehreren Kartons geliefert und wenn eine Packung verlegt wird, ist es für Mitarbeiter und Kunden unmöglich, ein komplettes Set zu finden“, sagt Cartright gegenüber BI. Deshalb bittet er die Kunden, bei plötzlichem Nichtgefallen, die Artikel nicht zu weit vom Ursprungsort abzulegen. Anders als im Supermarkt kann hier zwar nur selten was verderben, aber dennoch ist es aufwändig beim Aufräumen. Besonders nervig ist es im Lagerbereich, da hier die Gefahr besteht, dass Kunden etwas Falschen mit nach Hause nehmen. Besser sei es immer, einen Mitarbeiter darum zu bitten, den Artikel umzulagern.

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