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Zu wenig Schlaf: Weniger als fünf Stunden pro Nacht fördert Krankheiten

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Von: Laura Knops

Dass zu wenig Schlaf schlecht für die Gesundheit ist, weiß jeder. Welche Folgen allerdings chronischer Schlafmangel haben kann, zeigt eine aktuelle Studie.

Wer ausreichend schläft, lebt länger. Auch die Gefahr, an Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden zu erkranken, sinkt, wenn man früh genug ins Bett geht. Gerade im Alter nimmt die durchschnittliche Schlafdauer jedoch – häufig ohne das Betroffene dies merken – nach und nach ab. Das kann langfristig gerade für Ältere ein zusätzliches Risiko bergen. Wie britische Forschende nun herausgefunden haben, leiden Menschen, die durchschnittlich weniger als fünf Stunden schlafen, häufiger an verschiedenen Erkrankungen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „PLoS Medicine“ veröffentlicht.

Neue Schlafstudie veröffentlicht: Weniger als fünf Stunden Schlaf fördern offenbar Multimorbidität

Im Rahmen der französischen Langzeitstudie untersuchten die Wissenschaftler das Schlafverhalten von mehr als 7000 Männern und Frauen. Dabei analysierte das Team um Severine Sabia von der Abteilung für Epidemiologie des Alterns und Neurodegenerative Erkrankungen an der Universität Paris den Zusammenhang zwischen Schlafdauer, Sterblichkeit und der Multimorbidität. Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von 25 Jahren begleitet. Zwischen 1985 und 2016 machten die Probanden dabei sechsmal Angaben zu ihrer Schlafdauer.

Mann liegt im Bett.
Wer dauerhaft zu wenig schläft, leidet laut Forschern häufiger unter Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. ©  photothek / Imago

Das Ergebnis ist deutlich: Wer zu wenig schläft, hat ein erhöhtes Risiko, an mehreren chronischen Krankheiten zu erkranken. So fanden die Forscher heraus, dass die Teilnehmer, die weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen, ein um 30 Prozent höheres Risiko hatten, an mehreren chronischen Krankheiten zu leiden. Bei Probanden, die mindestens sieben Stunden pro Nacht schliefen, war dies dagegen nicht der Fall. Mit steigendem Alter zeigte sich dieser Effekt noch deutlicher. Demnach steigt das Risiko für Mehrfacherkrankungen bei kurzer Schlafdauer im Alter von 60 Jahren auf 32 Prozent an, im Alter von 70 Jahren auf sogar 40 Prozent. Darüber hinaus war das Sterberisiko für 50-Jährige um rund 25 Prozent höher.

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Neue Schlafstudie veröffentlicht: Zu wenig Schlaf erhöht Risiko für Krankheiten

Als multimorbide galten dabei Studienteilnehmer, bei denen im Laufe der Studie mindestens zwei oder mehr chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes mellitus diagnostiziert wurden. „Im wirklichen Leben treten chronische Krankheiten häufig gemeinsam auf“, sagt Wissenschaftlerin Severine Sabia. Das sei gerade im höheren Alter der Fall. „Es war unklar, wie die Schlafdauer mit dem Risiko einer Mehrfacherkrankung zusammenhängt.”

Bisherige Studien konzentrierten sich vor allem auf den Zusammenhang zwischen Schlafdauer und einer individuellen chronischen Erkrankung. Die aktuelle Studie liefert nun Angaben zum Einfluss auf das gleichzeitige Vorkommen von mehreren Krankheiten, welche bei Älteren häufig zu finden ist. „Wir untersuchten deshalb, ob die Schlafdauer mit der Inzidenz einer ersten chronischen Erkrankung sowie der darauf folgenden Multimorbidität und Mortalität assoziiert ist“, erklärt Severine Sabia.

Neue Schlafstudie veröffentlicht: Gerade im Alter auf ausreichend Schlaf achten

Mit zunehmenden Alter verändern sich die Schlafgewohnheiten häufig. Aus diesem Grund weisen Forscher darauf hin, dass gerade ältere Menschen bewusst auf ein gesundes Schlafverhalten achten sollten. So empfehlen die Wissenschaftler, etwa sieben bis acht Stunden pro Nacht zu schlafen, um das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen gering zu halten.

„Um sicherzustellen, dass man eine erholsame Nacht Schlaf bekommt, ist eine gute Schlaf­hygiene wichtig, dazu gehören ein ruhiges, dunkles und angenehm temperiertes Schlafzimmer. Darüber hinaus wird empfohlen, elektrische Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen und große Mahlzei­ten kurz vor dem Schlafengehen zu vermeiden. Tagsüber ausreichend Bewegung und Tageslicht können ebenfalls zu einem besseren Schlaf beitragen“, so das Team um Severine Sabia.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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