Frau hält Kontaktlinse
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Eine neuartige weiche Kontaktlinse soll das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit aufhalten.

Immer mehr Brillenträger

Mit Kontaktlinsen gegen Kurzsichtigkeit: Neue Sehhilfe soll Verschlechterung der Augen aufhalten

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Bis 2050 sollen schon über 50 Prozent der Bevölkerung kurzsichtig sein - also nur noch in der Nähe scharf sehen können. Neu entwickelte Kontaktlinsen sollen helfen.

  • Immer mehr Menschen brauchen eine Brille - Kurzsichtigkeit ist dabei eine der häufigsten optischen Fehlsichtigkeiten.
  • Es werden mehrere Ursachen diskutiert, vor allem der Lebensstil spielt wohl eine maßgebliche Rolle. Seltenes „In-die-Ferne-schauen" und lange Lesephasen - ob mit einem Buch oder mit dem Smartphone* - triggern die Entstehung von Augenkrankheiten.
  • Ein US-amerikanisches Forscherteam hat nun weiche Kontaktlinsen entwickelt, die das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bremsen sollen.

Im Jahr 2000 waren es noch rund 23 Prozent der Menschen weltweit, die Probleme mit dem scharf Sehen in der Ferne hatten. Und die Prognose sieht düster aus: 2050 sollen bereits 54 Prozent der Weltbevölkerung unter Kurzsichtigkeit leiden und somit zu den Brillenträgern gehören. Mit einer Brille lässt sich leben, jedoch steigt mit einer starken Kurzsichtigkeit auch das Risiko einer Netzhautablösung. Menschen mit starker Myopie, der medizinische Begriff für Kurzsichtigkeit, entwickeln zudem häufiger einen grünen Star oder grauen Star.

Warum es immer häufiger zu Kurzsichtigkeit kommt, ist nicht abschließend geklärt: „Mein persönliches Gefühl ist, dass wir die eigentliche Ursache noch nicht gefunden haben“, zitiert die Süddeutsche Zeitung (SZ) den Biophysiker Frank Schaeffel vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen und dem Institut für molekulare und klinische Ophthalmologie in Basel. Fakt ist allerdings, dass kurzer Leseabstand und langes Lesen in Kombination mit zu wenig Zeit im Freien die Entstehung von Augenkrankheiten fördern. So entwickeln vor allem Kinder, die selten in die Weite blicken und viel Zeit vor Büchern und Smartphones verbringen, häufiger eine Kurzsichtigkeit als Gleichaltrige, die viel Zeit im Freien verbringen. Bereits eine knappe dreiviertel Stunde im Freien soll die Augen trainieren und so vor Sehschwäche schützen.

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Neue Kontaktlinse schützt Kinder vor starker Kurzsichtigkeit

Ein Verbund US-amerikanischer Forscher aus Ohio, Texas und Florida wollen jetzt eine Lösung für die zunehmende Kurzsichtigkeit weltweit gefunden haben: weiche Kontaktlinsen, die in einer ersten Studie bei fast 300 Kindern die Verschlechterung der Sehkraft verlangsamten. Die neu entwickelte Linse ist so aufgebaut, dass jeder Lichtstrahl - egal ob er von vorne oder seitlich aufs Auge fällt - direkt auf der Netzhaut oder vor der Netzhaut gebündelt wird. So soll das Auge der Kinder daran gehindert werden in die Länge zu wachsen, wie die SZ berichtet. Ein zu langer Augapfel ist eine Hauptursache für Kurzsichtigkeit.

Im Video: Jeder Vierte bereits kurzsichtig

Die neue Kontaktlinse zeigt Wirkung: „Wir haben das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit damit um 43 Prozent verlangsamt“, sagt Studienleiter Jeffrey J. Walline vom College für Optometrie an der Ohio State University. Im Studienzeitraum von drei Jahren verschlechterten sich die Augen der Kinder nur um 0,6 Dioptrien, wenn sie die neu entwickelte Kontaktlinsen verwendeten. Bei der Vergleichsgruppe, die normale Kontaktlinsen trug, ergab ein Sehtest nach drei Jahren eine Verschlechterung von 1,05 Dioptrien.

Zur im Fachblatt JAMA veröffentlichten Studie

Harte Kontaktlinsen und Tropfen gegen Kurzsichtigkeit

Es gibt auch andere Möglichkeiten, dem Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit bei Kindern vorzubeugen. So zeigen auch Atropin-Tropfen und/oder spezielle harte Kontaktlinsen Wirkung. Erstere sind allerdings in Deutschland nicht zur Therapie einer Kurzsichtigkeit zugelassen. Damit es erst gar nicht zu Kurzsichtigkeit kommt, sollten Eltern so viel Zeit wie möglich mit ihrem Nachwuchs im Freien verbringen. Denn bereits 40 Minuten an der frischen Luft können das Risiko um fast ein Viertel reduzieren, wie die SZ meldet. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Die häufigsten Augenkrankheiten

Augen Krankheiten
Das Auge gehört für viele zum wichtigsten Sinnesorgan. Augenerkrankungen können das Sehvermögen mindern oder im schlimmsten Fall zerstören. Der Verlauf ist oft schleichend. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Katarakt
KATARAKT - GRAUER STAR: Die häufigste Form der Katarakt ist die altersbedingte Linsentrübung. Die ursprünglich klare Augenlinse verliert im Laufe des Lebens ganz allmählich an Transparenz. Erst im höheren Alter erreicht die Trübung eine Dichte, die das Sehen beeinträchtigt. Der Blick in die weit getropfte Pupille zeigt die ersten Anzeichen einer Katarakt: weiße strahlenförmige Trübungen und ebensolche Pünktchen im zentralen Bereich. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Grüner Star: Glaukom im fortgeschrittenen Stadium mit bereits schwer geschädigtem Sehnerv.
GLAUKOM - GRÜNER STAR: In der Mitte der Papille erkennt man eine extrem große weiße Ausbuchtung, der Sehnervenkopf hat fast keinen gesunden rosafarbenen Rand mehr. In diesem Stadium ist der Sehnerv bereits stark geschädigt. Die Beeinträchtigung kann nicht rückgängig gemacht, aber zumindest gestoppt werden, sobald sie erkannt wurde. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt.
Ab 40. sollten Männer und Frauen zur Vorsorgeuntersuchung bei Augenarzt (IGeL-Leistung). Patienten bemerken die Erkrankung im Frühstadium nicht. Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Eine gesunde Netzhaut Retina
RETINA: Eine gesunde Netzhaut wie der Augenarzt sie bei der Untersuchung des Augenhintergrundes sieht. Die Arterien und Venen treffen sich an der hellen Stelle, wo der Sehnerv ins Auge mündet, dem Sehnervenkopf. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
Die feuchte Form der altersabhängigen MAKULADEGENERATION (AMD) verläuft wesentlich aggressiver als die trockene AMD. In der Netzhaut bilden sich krankhafte Gefäße, die Flüssigkeit absondern und die empfindlichen Netzhautgefäße zerstören. Dem Augenarzt stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, weitere Gefäßneubildungen zu verhindern und den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen. Hier sind die Veränderungen der Netzhautmitte bereits deutlich zu erkennen. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
BINDEHAUTENTZÜNDUNG: Eine durch Viren verursachte Bindehautenzündung ist extrem ansteckend. Infizierte Patienten müssen den Kontakt zu anderen meiden. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Schirmer Test
TROCKENES AUGE: Mit dem sogenannten Schirmer Test bestimmt der Augenarzt die Menge der Tränenflüssigkeit. Trockene Augen entstehen, wenn Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Dabei hat der Patient häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben oder die Augen brennen und jucken. Feinstaub in der Luft steht unter Verdacht an der Enstehung eines Trockenen Auges mitverantwortlich zu sein. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)

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