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Kaffee am Abend: Ja oder nein? Neurowissenschaftler gibt Empfehlung ab

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Von: Juliane Gutmann

Frau trinkt abends Kaffee auf der Veranda
Wer bis in die Nacht hinein fit bleiben will, greift oftmals auch abends zu Kaffee. © Gustafsson/Imago

Ein Espresso nach dem Abendessen unterstützt zwar die Verdauung, führt dem Körper aber wach machendes Koffein zu. Ob man deshalb verzichten sollte, lesen Sie hier.

Jeder Mensch verstoffwechselt Nährstoffe individuell verschieden. Beispiel Körpergewicht: Wo die einen schnell Fett einlagern, bleiben andere selbst dann schlank, wenn sie den ganzen Tag essen. Auch in Hinblick auf Koffein gibt es enorme Unterschiede. Die einen trinken drei Tassen Espressi und spüren nichts und andere sind nach einem Tässchen bereits zittrig und aufgekratzt. Letztere Gruppe verwertet die Bestandteile der Kaffeebohne besser, im Blut kommen entsprechend mehr wach machende Substanzen an und werden so im ganzen Körper verteilt.

Wer zu denjenigen zählt, die Koffein schnell abbauen, kann also auch abends Kaffee trinken*? Dem Wissensportal GEO zufolge lautet die Antwort „Ja“. Auch Vieltrinker hätten bei einer späten Tasse Kaffee eher keine Einschlafprobleme, heißt es weiter. Doch eine amerikanisch-britische Studie kommt zu anderen Ergebnissen.

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Sechs Stunden vorm Schlafengehen keinen Kaffee mehr trinken

Zellbiologe John O‘Neill vom staatlichen britischen Labor für Molekularbiologie in Cambridge und ein Team von acht britischen und US-amerikanischen Forschenden schlussfolgerten aus ihren Studienergebnissen, dass später Kaffee die biologische Uhr aus dem Takt bringt. In einer Studie hatten sie untersucht, wie sich abendliche Koffeinzufuhr auf den menschlichen Körper auswirkt. Drei Stunden vor der Zubettgehzeit hatten Freiwillige Koffeinkapseln verabreicht bekommen, die zwei Tassen Espressi (werblicher Link) entsprachen. Die Vergleichsgruppe erhielt Placebo. Nach der Messung des Melatonin-Gehalts im Speichel der Studienteilnehmer wurde deutlich, dass das müde machende Schlafhormon in der ersten Gruppe später ausgeschüttet wurde. „Heraus kam, dass die biologische Uhr bei den Koffein-Konsumenten langsamer schlug. Wir nennen das ‚Phasen-Verzögerung‘. Es dauerte etwa 40 Minuten länger, bis die Nachtphase einsetzte“, zitiert der Deutschlandfunk Kenneth Wright, Direktor des Labors für Schlaf- und Chronobiologie an der Universität von Colorado in den USA, wo die Versuche durchgeführt wurden.

Neurowissenschaftler Wright rät deshalb, spätestens sechs Stunden vor dem geplanten Zubettgehen keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee zu trinken. Auf diese Weise verhindere man ihm zufolge, dass die innere biologische Uhr die Tagesphase verlängert, was Schlafstörungen zur Folge haben kann. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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