Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch.
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Im Alter wird das Geld oft knapper.

Untersuchung

Bis zur Rente: So viel Geld sollten Sie jetzt schon auf dem Konto haben

  • Anne Hund
    vonAnne Hund
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Wie viel Geld sollten Sie jetzt schon auf der hohen Kante haben, damit Sie später Ihren Lebensstandard halten können? Eine Untersuchung kommt zu diesen Ergebnissen.

Wie lässt sich der eigene Lebensstandard bis zur Rente halten? Und wieviel Geld* müsste man dafür im Monat sparen? Diesen Fragen ist die Geldanlage-Plattform „Weltsparen“ nachgegangen. Die Experten haben dafür nach eigenen Angaben anhand der Durchschnittsgehälter verschiedener Altersklassen deren voraussichtliche Rentenlücke analysiert und ermittelt, wieviel Erspartes 30- bis 60-Jährige bereits heute auf der hohen Kante haben sollten.

Als Hinweis zu der Berechnung heißt es unter anderem: „Das Nettogehalt aller Altersstufen wurde für eine bessere Vergleichbarkeit anhand folgender Annahmen berechnet: unverheiratet, keine Kinder, Steuerklasse 1, wohnhaft in einem alten Bundesland, gesetzlich pflichtversichert, zahlt Kirchensteuer.“ Und weiter: „Eine heute 30- bis 60-jährige Person hat mit 67 voraussichtlich einen höheren Lebensstandard und wird dementsprechend mehr Geld benötigen. Die zu schließende Lücke wird damit noch größer.“ Zur Vereinfachung werde bei der Berechnung davon ausgegangen, dass der „jeweilige aktuelle Lebensstandard im Alter gehalten“ werden soll. Hier einige der in der Untersuchung genannten Ergebnisse:

So viel Geld sollten Sie mit 30 Jahren bereits gespart haben

Die 30-Jährigen werden bei der Berechnung als Erstes genannt. Zugrunde liege der Untersuchung ein durchschnittliches Einkommen der 30-Jährigen, das laut einer Studie von Gehalt.de, bei 45.213 Euro pro Jahr liege, heißt es in der Mitteilung. Das entspreche einem monatlichen Nettogehalt von 2.319 Euro und ergebe einen gesetzlichen Rentenanspruch für eine unverheiratete Person ohne Kinder von rund 1.400 Euro pro Monat. „Damit fehlen im Schnitt monatlich über 900 Euro, um im Alter den heutigen Lebensstandard eines 30-Jährigen halten zu können. Bei 15 Jahren Rentenbezug fehlen im Alter hochgerechnet 165.000 Euro unter Berücksichtigung der Inflation.“

Viele Finanzexperten würden empfehlen, mindestens zehn Prozent des Einkommens zu sparen, heißt es in der Mitteilung. Das seien somit „bei heute 30-Jährigen bis zum Renteneintritt“ rund 125.000 Euro - Gehaltssprünge inklusive. Das Fazit der Experten: „Das bedeutet, auf dem Konto eines 30-Jährigen sollten sich heute bereits rund 40.000 Euro befinden, um die verbleibende Lücke zu schließen.“ Dabei seien noch nicht die Einkommenssteigerungen bis Renteneintritt berücksichtigt worden, die diese Lücke noch vergrößern würden.

Lesen Sie hier: Spar-Trick: So verbessern Sie Ihre Rente und können dabei kräftig Steuern sparen

So viel Geld sollten Sie mit 40 Jahren bereits gespart haben

Bei heute 40-Jährigen sieht die Rechnung unter bestimmten Annahmen so aus: „40-Jährige verdienen in Deutschland derzeit im Schnitt 55.627 Euro, also circa 2.723 Euro netto im Monat“, heißt es in der Mitteilung. Die daraus resultierende gesetzliche Rente liege, gemäß aktuellen Prognosen, später einmal bei rund 1.650 Euro monatlich. Um den aktuellen Lebensstandard eines 40-Jährigen halten zu können, würden somit bei Renteneintritt im Schnitt 1.070 Euro pro Monat fehlen, so die Beispielrechnung. „Bei 15 Jahren Rentenbezug, unter Berücksichtigung der Inflation, macht das im Alter insgesamt 190.000 Euro an fehlendem Kapital.“

Die Experten haben berechnet: Wer mit 40 Jahren ab sofort und bis zum Renteneintritt zehn Prozent des Nettoeinkommens spare, könne zwar „noch rund 95.000 Euro“ ansparen. Davon einmal abgesehen bedeutet das der Beispielrechnung zufolge immer noch: „Es bleibt dennoch eine Lücke von 95.000 Euro. Das bedeutet, eine 40-jährige Person sollte bereits jetzt 95.000 Euro für die Altersvorsorge auf dem Konto haben. Auch hier seien die Einkommenssteigerungen bis zum Renteneintritt noch nicht berücksichtigt.

Lesen Sie hier: Kindergeld soll 2021 steigen: So viel Geld sollen Eltern für ihre Kinder bekommen

So viel Geld sollten Sie mit 50 und 60 bereits gespart haben

Bei einem Alter von 50 Jahren gehen die Experten in ihrer Untersuchung von einem durchschnittlichen Einkommen von 58.121 Euro brutto im Jahr und somit einem Monatsnetto von 2.826 Euro auf dem Konto aus. Die gesetzliche Rente würde bei etwa 1.700 Euro im Monat liegen. „Es ergibt sich ein für heute 50-Jährige im Ruhestand ein Minus von 1.130 Euro monatlich zum aktuell verfügbaren Budget. Bei 15 Jahren Rentenbezug, unter Berücksichtigung der Inflation, fehlen im Alter insgesamt 193.000 Euro.“ Weiter heißt es in der Mitteilung jedoch auch: „Werden ab sofort und bis zum Renteneintritt monatlich zehn Prozent des jeweiligen Nettogehalts für die finanzielle Absicherung gespart, können noch 61.000 Euro angespart werden.“ Das Fazit der Experten: „50-Jährige sollten demnach zu diesem Zeitpunkt also bereits mindestens 132.000 Euro für das Alter auf dem Konto haben.“ Auch hier sei zu beachten, „dass Gehaltssteigerungen die Rentenlücke vergrößern“.

Wieviel Geld sollte man der Untersuchung zufolge dann mit 60 Jahren gespart haben? „Das monatliche Einkommen 60-Jähriger liegt durchschnittlich bei 2.845 netto bei einem Jahresgehalt von 58.658 Euro“, so die Grundannahme laut der Mitteilung. Bei einem unveränderten Verdienst entstehe daraus ein Rentenanspruch von rund 1.700 Euro. Die Lücke zwischen bisherigen Einkommen und bisherigen Lebensstandard betrage 1.145 Euro monatlich, rechnen die Experten vor. „Bei einer 15-jährigen Rentenzeit ergibt das eine Rentenlücke von insgesamt 190.000 Euro. Wenn ab sofort, und bis zum Renteneintritt mit 67, zehn Prozent des Nettoeinkommens gespart werden, können noch rund 27.000 Euro beiseite gelegt werden.“ Fazit: „Wer im Alter nicht knausern möchte, sollte heute als 60-jährige Person bereits 163.000 Euro angespart haben.“ (ahu) *merkur.de ist Teil des Ippen-Zentral-Netzwerks.

Zur Methode:

Die Berechnungen basieren laut der Mitteilung auf einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren von Männern und Frauen. Im Durchschnitt betrage die Rentenzeit und Zeit mit Rentenlücke davon ausgehend 14 bis 15 Jahre. „Die angegebene Rentenlücke wurde mithilfe des fairr-Cockpits unter der Annahme eines Berufseinstiegs mit 25, einem Renteneintrittsalter von 67 und einem Rentenbezug bis 81 Jahren berechnet“, heißt es weiter in der Mitteilung. „Das fairr-Cockpit ist ein Online-Rentenrechner zur Berechnung der Rentenprognose. Die Daten wurden am 23.07.2020 erhoben." Die Rentenprognose berücksichtige Steuern und die Inflation, sie gehe davon aus, dass das Gehalt proportional steigt.

Quelle: Weltsparen.de

Auch interessant: Alarmierende Zahlen: So wenig Geld bleibt für Rentner im Monat übrig

Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

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