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Digitale Geldanlage - sparen für die ganze Familie

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Von: Christian Schulz

Verschiedene Euro-Geldscheine.
Noch sind Banknoten der Normalfall. Aber automatisierte Geldanlagen breiten sich in Deutschland langsam aus. © Monika Skolimowska/dpa

Wissen Sie, wie Sie sinnvoll Geld für Ihren Nachwuchs anlegen - trotz Nullzinsen? Die Lösung könnte eine digitale Vermögensverwaltung für Familien sein.

Ein Fakt eint alle Eltern und Großeltern: Sie möchten, dass ihre Sprösslinge ohne finanzielle Sorgen in ein eigenes Leben starten können. In Zeiten von Niedrigzinsen braucht es dafür die richtige Geldanlage für die Kinder. Denn die sind kostenintensiv. Laut statistischem Bundesamt kostet ein Kind bis zu seinem 18. Geburtstag 130.000 Euro. Und meist kommen dann noch einige große Ausgaben hinzu: Führerschein, erstes eigenes Auto, erste eigene Wohnung, Ausbildungs- oder Studiengebühren, ein Auslandsaufenthalt und vieles mehr.

Geldanlage für die Kinder - per digitaler Vermögensverwaltung

Ob Aktien, ETF-Sparplan oder Robo-Advisor - wer seinem Kind finanziell den Start in die Selbstständigkeit ebnen will, sollte bereits früh mit dem Vermögensaufbau für den Nachwuchs anfangen. Die beste Möglichkeit zur Geldanlage für Kinder bietet tatsächlich die Börse: Kein Sparbuch und kein Sparkonto bieten Zinsen, die ein Investment rechtfertigen. Durch den Effekt der Inflation und des mit ihr verbundenen Kaufkraftverlusts, wird das Geld mit der Zeit eher weniger als mehr.

Das spricht für Geldanlagen an der Börse

Gerade bei einem langfristigen Anlagehorizont sollten Sie Gelder für die nächste Generation an der Börse anlegen. Während dort bei einem kurzfristigen Engagement aufgrund von Marktabschwüngen Verluste drohen, überwiegen langfristig die Chancen. In der Ver­gangen­heit hat sich erwiesen, dass wechselhafte Börsen­phasen und Börsenabschwünge bei einer Anlagedauer von mehr als 15 Jahren ausgeglichen wurden.

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Robo-Advisor planen Anlagen - und setzen sie eigenständig um

Vermögen langfristig mit sogenannten ETFs (Indexfonds) aufzubauen, ist mittlerweile schon beinahe eine Standardempfehlung für Anleger. Für diese Art der Anlage sprechen die günstigen Gebühren verbunden mit einer hohen Transparenz und der einfach verständlichen Funktionsweise. Doch auch bei ETF-Investments kommt der Anleger nicht umhin, in Sachen Auswahl und Vermögensverteilung selbst zu entscheiden. Daher ist eine digitale Vermögensverwaltung über automatisierte Robo-Advisors eine sinnvolle Ergänzung.

Was macht ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist ein Algorithmen-basiertes System, das automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage gibt und diese auch direkt eigenständig umsetzen kann. Die Bezeichnung setzt sich aus den englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen.

Der Begriff wird auch als Bezeichnung für Finanzdienstleister verwendet, die mit entsprechenden Systemen arbeiten. Robo-Advisor werden in der Regel eingesetzt, um kostengünstig relativ kleine Depots zu verwalten. Auf dem deutschen Markt sind die Robos seit 2013 unterwegs. Zu den prominentesten Vertretern der digitalen Vermögensverwalter gehören Firmen wie Quirion, VisualVest, Growney und Zeedin.

Stephan Schrödl, Senior Analyst beim Münchner Analysehaus Fondsconsult, beziffert das digital verwaltete Vermögen in Deutschland auf etwa 5,5 Milliarden Euro. Damit sind die Robos laut dem Portal Börse-Online mittlerweile eine stabile Größe, auch wenn nur ein Bruchteil des gesamten Anlagevermögens in Deutschland auf sie entfällt. Der Analyst sieht einen Mehrwert in den automatisierten Anlagemaschinen: „Die Robos zwingen Anleger eher, eine Strategie beizubehalten.“ Also in einer Krise nicht zappelig zu werden und spontan vorübergehenden Trends hinterherzulaufen.

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Automatisierter ETF-Sparplan für Familien - per App

Mit dem digitalen Robo-Advisor „Oskar“ wurde sogar eigens eine App dafür ent­wickelt, die Geld­anlage für Kinder und Fa­mi­lien an der Börse zu optimieren. Er bietet Ihnen fünf Investitionsmodelle, jeweils mit unterschiedlicher Risikobereitschaft. Je nachdem, welche Anlagestrategie Sie wählen, investieren Sie in ein globales Portfolio. Das können Aktien oder Anleihen sein. Das Risiko der jeweiligen Strategie wird über die Höhe des Aktienanteils gesteuert. Dieser liegt laut der Webseite AnlegerPlus zwischen 50 Prozent und 90 Prozent.

Wenn Sie Vermögen für den Nachwuchs mit einem Robo-Advisor aufbauen wollen, sollten Sie sich das Modell ansehen. Bereits ab einem Betrag von 25 Euro im Monat können Sie Geld im Na­men Ihrer Kinder anlegen. Das von Ihnen investierte Kapital wird automatisiert verwaltet und jeweils in die günstigsten ETFs mit weltweiter Ab­deckung investiert – indi­vi­duell mit der für Sie passenden Risiko­klasse.

Der Vorteil: Wenn es nötig sein sollte, kommen Sie jederzeit an Ihr Geld - das Kapital ist also nicht für einen bestimmten Zeitraum fest gebunden. Wie das Ratgeber-Portal Finanzen.net berichtet, weist die Rendite eine vielversprechende Bilanz auf: Zwischen 2003 und 2018 erzielte „Oskar“ mit seinen Anlagestrategien durchschnittlich sechst bis neun Prozent pro Jahr. (cs) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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