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CDU denkt an Tabubruch bei der Rente: Müssen bald viel mehr Menschen einzahlen?

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Von: Laura Wittstruck

Das deutsche Rentensystem wird durch eine zunehmend älter werdende Gesellschaft strapaziert. CDU-Politiker wollen daher künftig auch von Beamtengehältern die Kassen füllen.

Normale Angestellte müssen momentan 18,6 Prozent ihres Bruttogehalts* (die Hälfte davon trägt der Arbeitgeber) an die Rentenkasse abführen. Von dieser Regelung waren Beamte bisher ausgenommen, sie zahlen nicht in die Kasse ein. Stattdessen wird ihre Pension durch Steuereinnahmen finanziert. Das will die CDU laut eines neuen Konzeptpapiers nun ändern.

Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass ab dem Jahr 2030 Beamte unter 30 Jahren in die Rentenkasse „integriert“ werden sollen. Dabei beruft sich die Zeitung auf ein Konzeptpapier des Bundesfachausschusses Soziales, der der CDU-Spitze beratend zur Seite steht. Somit wären allerdings erst zukünftige Beamte von der Regelung betroffen, alle gegenwärtigen Pensionsansprüche blieben bestehen. Dazu heißt es im Papier: „Alle, die älter sind, bleiben in ihren bisherigen Versorgungswerken“.

Zwei Rentner sitzen auf einer Bank.
CDU-Politiker fordern, dass Beamte ab 2030 ebenfalls in die Rentenkasse einzahlen. © dpa/Sebastian Kahnert/picture alliance

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Weitere Pläne für Rentensystem

Das Konzeptpapier beinhaltet allerdings noch weitere Pläne für die Zukunft des Rentensystems. Die sächsische Kulturstaatsministerin Barbara Klepsch und Kai Whittaker, die den Bundesfachausschuss leiten, wollen außerdem das gegenwärtige Umlageverfahren reformieren. So sollen Beiträge künftig nicht wie bisher ausschließlich direkt an die Rentner ausgezahlt werden, sondern Teile davon in einen Staatsfond fließen. Die „Bild“-Zeitung berichtete von einem Volumen von bis zu 32 Milliarden Euro. 

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Höhere Rentenbeiträge für Gutverdiener

Laut dem Bericht fordern die Politiker außerdem eine angehobene Beitragsbemessungsgrenze. Aktuell (Stand: November 2020) müssen Arbeitnehmer maximal auf 6900 Euro ihres Bruttogehalts im Westen und 6450 Euro im Osten Beiträge zahlen. Die CDU-Politiker wollen diese Grenzen nun stufenweise erhöhen, über einen Zeitraum von zehn Jahren. Mit der Anhebung können dann aber auch mehr Rentenpunkte geltend gemacht werden.

Außerdem im Gespräch ist eine Anhebung des Renteneintrittsalter ab 2030 – dann könnten Arbeitnehmer erst jenseits der 67 eine abschlagsfreie Rente erhalten.

Als Begründung für die angedachten Reformen nennt das Konzeptpapier die steigende Lebenserwartung und damit einhergehende Überalterung in Deutschland. „Bliebe alles wie es ist, wäre die Rente auf Dauer nicht finanzierbar“. (lw)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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