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Ukraine-Krieg: Russland beschießt mehrere Großstädte

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Von: Vincent Büssow

Im Ukraine-Krieg werfen sich beide Seiten schwere Raketenangriffe vor. Besonders im Osten setzt Russland das Nachbarland immer mehr unter Druck.

Kiew – Russland setzt seine Invasion der Ukraine fort. In der Nacht auf Montag (27. Juni) hat es dabei Angriffe auf mehrere Großstädte gegeben. Insbesondere die strategisch bedeutende Stadt Lyssytschansk steht dabei im Fokus der Truppen unter Wladimir Putin. Vonseiten der Ukraine soll es ebenfalls Angriffe gegeben haben. Die Lage im Überblick.

Bei Lyssytschansk handelt es sich um die letzte Stadt im Gebiet Luhansk, die sich noch unter Kontrolle der Ukraine befindet. Nach der Einnahme der Zwillingsstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez wächst der Druck auf Lyssytschansk, wobei am Sonntagabend erneut Artillerie-Angriffe gemeldet wurden. Wie der Generalstab der Ukraine mitteilte, sei zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden. Russland soll die Stadt vor allem aus dem Süden her angreifen.

Soldaten blicken auf den Rauch, der aus der Ölraffinerie von Lyssytschansk kommt.
Das Gebiet um die Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine wird nach und nach von Russland eingenommen. (Archivbild) © Rick Mave/dpa

Ukraine-Krieg: Schwerer Raketenangriff durch Russland gemeldet

Einen schweren Raketenangriff soll es im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine gegeben haben. Dabei seien sechs Menschen „zu Schaden gekommen“, wie die Deutsche Presseagentur in Bezug auf das ukrainische Wehrkommando Süd schreibt. Außerdem gibt es Meldungen von ukrainischer Seite über Kämpfe auf der von Russland eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Details lagen dabei nicht vor.

Russland wirft Ukraine Angriff auf Bohrinsel vor

Auch Russland meldete noch am Sonntagabend Angriffe auf die eigene Infrastruktur. Erneut soll eine Bohrinsel im Schwarzen Meer von der Ukraine angegriffen worden sein. Wie bei den Beschüssen derartiger Plattformen am Montag (20. Juni) handelt es sich um Anlagen, die ursprünglich zur Ukraine gehörten. Die Bohrinseln waren im Zuge der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 besetzt worden. Bei dem jüngsten Angriff wurden keine Verletzten gemeldet.

Neben den kämpferischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt hat Russland die eigenen Bedingungen für erneute Verhandlungen bekräftigt. Bei den Forderungen aus Moskau handelt es sich, wie schon zu Beginn des Krieges, um die Anerkennung russisch besetzter Gebiete durch die Ukraine. Die ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk sollen dabei als unabhängige Staaten, die annektierte Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet akzeptiert werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er das gesamte Gebiet seines Landes zurückerobern will. Vor seinem Auftritt auf dem G7-Gipfel am Montag in Bayern forderte er dafür die Lieferung moderner Luftabwehrsysteme aus dem Westen. (vbu/dpa)

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