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Ukraine-Krieg: Russland zweifelt am Sieg – TV-Moderator skeptisch

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Von: Lukas Zigo

Ein Moderator des russischen Staatsfernsehens geht davon aus, dass ein „totaler Sieg“ im Ukraine-Krieg aufgrund der westlichen Unterstützung nicht möglich sei.

Moskau – In einem Beitrag der russischen Fernsehsendung Myesta Vstrechi (zu Deutsch: „Der Treffpunkt“) äußerte sich ein Moderator zu den Chancen, einen „totalen Sieg“ im Krieg gegen die Ukraine erringen zu können. Als die Diskussionsteilnehmer offen darüber sprachen, dass Moskau seine Gegner tötet und Terroranschläge verübt, merkte ein Moderator an, die westliche Hilfe würde einen totalen Sieg unmöglich machen.

Krieg in der Ukraine
Die russischen Streitkräfte tun sich im Ukraine-Krieg sehr schwer, die Oberhand zu gewinnen. (Aufnahme vom 2. September). © Victor/XinHua/dpa

Seit dem Beginn der groß angelegten russischen Invasion der Ukraine hat Washington mehr als 9 Milliarden Dollar an Militärhilfe zugesagt. Mit den von den USA gelieferte HIMARS-Raketensystemen (High Mobility Artillery Rocket Systems) konnten russische Kommandozentralen und Munitionsdepots beschossen werden.

News zum Ukraine-Krieg: Russisches Fernsehen spricht von extraterritorialen Aktionen

Die Diskussionsteilnehmer der Sendung im staatlichen Fernsehsender NTV erklärten jedoch, dass Washington auch die ukrainische Militäroperation kontrolliere.

Moderator Andrej Norkin fragte die Experten, ob Russland mit extraterritorialen Aktionen außerhalb der Ukraine kontern sollte. Co-Moderator Ivan Truschkin stellte die Frage, was passieren würde, wenn seine „Fantasie“, dass ein Pentagon-Beamter, der mit der Ukraine zu tun hat, „an einem Kirschkern erstickt“, wahr würde und, ob das „subversive Aktivitäten auf unserem Territorium“ stoppe. Norkin zitierte einen CNN-Bericht als Beweis dafür, dass alle Aktionen in der Ukraine „nur von Washington gesteuert“ würden.

Russland: Duma-Abgeordneter schlägt „Filterung der Bevölkerung“ vor

Der Duma-Abgeordnete Alexander Kazakov sprach die Möglichkeit an, Natalia Vovk zu überfahren. Sie wird von Moskau für die Ermordung von Darja Dugina verantwortlich gemacht. Dugina war die Tochter von Alexander Dugin, der für die Gestaltung der russischen Haltung gegenüber der Ukraine verantwortlich sein soll.

Statt „bunter Rache“ sei jedoch „systemische Arbeit“ erforderlich, so Kazakov. Einschließlich „der buchstäblichen Filterung der Bevölkerung“.

Russland: Moderator glaubt nicht an „vollständigen Sieg“

Truschkin zufolge sind die Kriegsanstrengungen der Ukraine „entweder von den USA gebilligt oder sogar von jemandem dort koordiniert“. Er fügte hinzu: „Solange es äußere Mächte gibt, die bereit sind, Menschen zu schicken, ihnen Waffen zu geben und ihre Köpfe mit radikalen Informationen zu füllen, werden wir leider keinen vollständigen Sieg erringen können.“

Der Abgeordnete Kazakov fragte anschließend, „wie effektiv es wäre“, wenn fünf SBU-Obesten und ein CIA-Oberst „auf irgendeine Weise ums Leben kämen – von einem Auto überfahren werden, bei einer Explosion sterben – in Amerika, Europa oder anderswo.“

Der Politikwissenschaftler Igor Shishkin sagte dazu: „Es muss auf sie zurückfallen und sich nicht darauf beschränken, dass ein Oberst aus einem Fenster fällt.“

Das erinnert an die Reihe von „Mord-Selbstmorden“ unter russischen Top-Managern der Öl- und Gasindustrie. Erst am 31. August starb der 67-jährige Ravil Maganov, Vorsitzender des russischen Ölriesen Lukoil, nach einem Sturz aus dem sechsten Stock des Zentralklinikums in Moskau. Er hatte den Krieg in der Ukraine kritisiert und war nun die letzte russische Führungskraft, die in diesem Jahr unter ungewöhnlichen Umständen starb.

Schischkin fuhr fort: „Die Amerikaner haben viele Agenturen und Stützpunkte in Krisengebieten, über die etwas fliegen und mehrere Dutzend oder Hunderte von Särgen in die USA zurückbringen könnte. Wenn sie anfangen, nach jedem von ihnen genehmigten Terrorakt Särge mit Sternen und Streifen zu bekommen, wird sie das endlich zum Nachdenken zwingen.“ (lz)

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