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Ukraine-Krieg: Ukraine startet „Gegenoffensive“ – Belarus will Truppen schicken

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Von: Kim Hornickel, Tobias Utz, Daniel Dillmann, Andreas Apetz

Die militärische Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich zu: der News-Ticker am Montag, 16. Mai.

+++ 12.30 Uhr: Anders als zuvor bekannt wurde, rücken die russischen Streitkräfte offenbar nicht in den südukrainischen Regionen Cherson und Mykolajiw weiter vor. Das berichtet der ukrainischen Generalstab laut Kyiv Independent. Stattdessen stärken die russischen Truppen ihre Positionen in den besetzten Gebieten. Diese Prognose passt zur Einschätzung der Regierung in Kiew, wonach sich der Ukraine-Krieg in „Phase drei“ befindet. Demnach sichert das russische Militär eher Bereiche, statt neue Regionen anzugreifen. Die Angaben des ukrainischen Generalstabs lassen sich allerdings nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg
Ein ukrainischer Soldat geht an einem zerstörten russischen APC Panzer in der Nähe von Kutusiwka, nördlich von Charkiw, im Osten der Ukraine, vorbei. © Mstyslav Chernov/AP/dpa

+++ 11.45 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass Belarus mit der Stationierung neuer Truppen an der Grenze zur Ukraine versucht, ukrainische Streitkräfte dort zu binden. Dies werde „wahrscheinlich ukrainische Truppen binden, so dass sie nicht zur Unterstützung im Donbass eingesetzt werden können“, heißt es im morgentlichen Lagebericht, der auf einer Einschätzung des britischen Geheimdienstes basiert. Minsk wolle Spezialkräfte, Luftabwehr-, Artillerieeinheiten sowie Raketenwerfer zu Übungsplätzen im Westen des Landes schicken, warnt das britische Verteidigungsministerium.

+++ 11.15 Uhr: Die Nato startet ein Militärmanöver mit insgesamt 15.000 Soldaten nahe der russischen Grenze in Estland.

+++ 10.45 Uhr: Russland hat die Region Odessa mit Raketen angegriffen. Das berichtet die Stadtverwaltung von Odessa unter Berufung auf das Einsatzkommando „Süd“, wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent meldet. Bei den Raketenangriffen sei wichtige Infrastruktur zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 10.00 Uhr: Ukrainische Soldaten greifen aktuell wohl russische Einheiten in der Ostukraine an. Die Regierung in Kiew bezeichnete die Aktion als „Gegenoffensive“. „Die Russen spüren das. Deshalb ziehen sie sich manchmal chaotisch zurück und sprengen Brücken, um unsere Gegenoffensive zu stoppen“, sagte Regierungsberater Wadim Denisenko am Montagmorgen im ukrainischen TV.

+++ 09.00 Uhr: Russische Truppen beschießen derzeit offenbar ein Wohngebiet in der Stadt Mykolajiw, im Süden der Ukraine. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent mit Bezug auf Aussagen des Bürgermeisters Oleksandr Sienkevych. Ein Geschäft und ein Auto seien dadurch in Brand gesetzt worden, hieß es. Zudem sei eine Gasleitung beschädigt worden.

Ukraine-Krieg: Zweite Donbass-Offensive der russischen Armee?

+++ 08.00 Uhr: Die Ukraine erwartet eine neue Offensive der russischen Armee im Donbass. Nach dem Rückzug russischer Einheiten rund um Charkiw würden nun weitere Soldaten in den Osten der Ukraine verlegt, sagte Oleksij Arestowitsch, Berater des Präsidenten Selenskyj. Man gehe von „neuen Angriffsversuchen“ Russlands aus.

Ukraine-Krieg: Rettungsversuche aus Stahlwerk in Mariupol scheitern wohl

+++ 07.30 Uhr: Die Rettung zumindest der verletzten Verteidiger des Stahlwerks Azovstal in Mariupol scheitert nach Angaben der ukrainischen Regierung am russischen Präsidenten Wladimir Putin. Das Werk steht unter schwerem Beschuss des russischen Militärs - und Kiew wird im eigenen Land von einigen Kritikern vorgeworfen, die Soldaten im Stich gelassen zu haben. Vize-Verteidigungsministerin Anna Malyr betonte, eine militärische Operation zur Befreiung der Eingeschlossenen sei derzeit nicht möglich. Man arbeite an Vorschlägen, um sie freizubekommen - doch „Putin gibt einfach nicht sein Einverständnis dafür.“

Ukraine-Krieg: Erfolg für Ukraine bei Charkiw - Vorstoß bis zur Grenze Russlands

Update vom Montag, 16.05.2022, 06.30 Uhr: Ukrainische Truppen melden einen symbolträchtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur Grenze zu Russland vorgestoßen. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte in der Nacht zu Montag ein Video mit einem Dutzend Soldaten neben einem Grenzpfahl in den Nationalfarben Blau und Gelb. Sie gehören den Angaben zufolge zu einer Freiwilligen-Brigade aus der Stadt Charkiw.

Ukraine-Krieg: Russland will wohl neue Soldaten entsenden

+++ 23:00 Uhr: Trotz schwerer Angriffe vonseiten Russlands kontrolliert die Armee der Ukraine weiter rund zehn Prozent des Gebiets Luhansk. Das teilte der regionale Gouvaneur, Serhij Hajdaj, am Sonntag (15. Mai) mit. Insbesondere die Außenbezirke der Städte Rubischne, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk hätten die russischen Truppen bislang nicht einnehmen können. Der Kreml hingegen hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass prorussische Separatisten mit Hilfe der russischen Armee bis an die Verwaltungsgrenzen von Luhansk vorgedrungen seien. Hajdaj bezeichnete diese Aussagen damals als „Fantasie“.

Ukrainische Soldaten patrouillieren in einem kürzlich zurückeroberten Dorf nördlich von Charkiw in der Ostukraine.
Ukrainische Soldaten patrouillieren in einem kürzlich zurückeroberten Dorf nördlich von Charkiw in der Ostukraine. © Mstyslav Chernov/dpa

+++ 21.00 Uhr: Laut Angaben des ukrainischen Generalstabs setzt die russische Armee in bestimmten Gebieten weniger als 20 Prozent ihrer vollen Kapazitäten ein. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Mutmaßlich hängen sie jedoch mit Russlands schweren Verlusten im Ukraine-Krieg zusammen.

Ukraine-Krieg: Russland will neue Soldaten entsenden

+++ 19.30 Uhr: Russland plant offenbar die Entsendung neuer Truppen in die Ukraine. Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent mit Bezug auf den ukrainischen Generalstab berichtet, sollen 2500 Reservisten in das Kriegsgebiet geschickt werden. Demnach wurden die Soldaten auf Übungsplätzen in den russischen Oblasten Woronesch, Belgorod und Rostow ausgebildet.

Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte nach Raketenangriffen im Donbass

+++ 18.00 Uhr: In Sjewjerodonezk, einer Stadt im Donbass, sind zwei Menschen durch russische Bombardierungen ums Leben gekommen. Das teilte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Telegram mit. Zuvor hatte er bereits über neun Verletzte infolge von Angriffen auf eine Klinik gesprochen.

+++ 16.15 Uhr: Die russische Regierung hat eine militärische Zwischenbilanz veröffentlicht. Demnach hat das Militär insgesamt 165 Flugzeuge, 125 Hubschrauber, 879 unbemannte Luftfahrzeuge, 306 Flugabwehr-Raketensysteme und 3098 Panzer im Ukraine-Krieg verloren. Die Angaben des russischen Verteidigungsministeriums lassen sich nicht unabhängig prüfen. Die ukrainische Regierung geht allerdings von deutlich höheren Verlusten im russischen Militär aus.

+++ 15.30 Uhr: Die Türkei will wohl den möglichen Nato-Beitritt von Finnland blockieren. Für den Beitritt zum Militärbündnis ist ein einstimmiges Ergebnis notwendig.

+++ 14.45 Uhr: Russland macht einem Bericht zufolge im Donbass taktische Fehler. Das hat das Thinktank „Institute for the Study of War“ analysiert. Konkret geht es dabei um den gescheiterten Versuch russischer Soldaten am Mittwoch (11. Mai) eine Pontonbrücke über den Fluss Siversky Donets zu errichten. Das „zeigte einen erstaunlichen Mangel an taktischem Gespür“, heißt es im Bericht. Die Denkfabrik merkt darin zudem an, dass das geplante Referendum in der südukrainischen Stadt Cherson „erhebliche Verwirrung innerhalb der russischen Führung auf verschiedensten Ebenen“ hervorrufe.

Ukraine-Krieg: Raketenangriff auf Lwiw

+++ 13.00 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben in der Region Lwiw (Lemberg) im Westen des Landes nach tagelanger Pause erstmals wieder mit Raketen militärische Infrastruktur beschossen (s. Update v. 08.30 Uhr). Nach dem Angriff sei nichts über Tote oder Verletzte bekannt, teilte der Chef der Militärverwaltung, Maxym Kosyzkyj, im Nachrichtenkanal Telegram mit. Das Ausmaß der Zerstörung werde untersucht. Ein Objekt nahe Jaworiw - vermutlich um den dortigen Truppenübungsplatz herum - soll komplett zerstört sein.

Ukraine-Krieg: Russische Offensive im Donbass hinter Plan

+++ 11.45 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der Ukraine ein Drittel ihrer im Februar eingesetzten Bodenkampftruppen verloren. Verschärft wird dies nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten durch den Verlust von entscheidendem Material zum Brückenbau und zur Aufklärung. „Die russischen Streitkräfte sind zunehmend eingeschränkt durch zerstörte Fähigkeiten zur Versorgung, anhaltend niedriger Kampfmoral und reduzierter Kampfkraft“, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des britischen Verteidigungsministeriums auf Twitter. Trotz anfänglicher Fortschritte zu Beginn habe Russland im vergangenen Monat keine substanziellen Gebietsgewinne gemacht (s. auch Update v. 10.25 Uhr).

Ukraine-Krieg: Russland setzt Phosphorbomben ein

+++ 10.40 Uhr: Russland hat offenbar das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol mit Phosphorbomben beschossen. Der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko sprach auf Telegram davon, dass die „Hölle auf die Erde gekommen“ sei. Solche Brandbomben richten verheerende Schäden an. Ihr Einsatz ist verboten.

+++ 10.25 Uhr: Die britischen Militärgeheimdienste sehen die russische Offensive im Donbass weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass Russland seinen Vorstoß in den kommenden 30 Tagen dramatisch beschleunigen kann“, erklärt das britische Militär in seinem Lagebericht auf Twitter.

+++ 08.30 Uhr: Ukrainische Behörden melden einen Raketenangriff in der Region Lwiw. Nach Angaben des dortigen Gouverneur Maxim Kosizki wurden militärische Infrastruktur getroffen. Ob dabei auch Menschen getötet oder verletzt wurden, ist Kosizki zufolge noch unklar. Auch das Ausmaß der Zerstörungen müsse erst noch ermittelt werden. Lwiw liegt im Westen der Ukraine unweit der polnischen Grenze.

Erstmeldung vom Sonntag, 15. Mai, 06.00 Uhr: Russische und ukrainische Streitkräfte liefern sich weiter heftige Kämpfe in den Regionen Luhansk und Donezk. Wie das ukrainische Militär in einem Update auf Facebook mitteilt, bleibt die Situation weiter schwierig, ist jedoch unter Kontrolle. Soldatinnen und Soldaten hätten bis in den späten Samstagabend hinein auch in der Donbass-Region 12 Angriffe zurückgeschlagen und dabei acht Panzer, fünf Artilleriesysteme, neun gepanzerte Kampffahrzeuge sowie sechs Drohnen zerstört.

(aa/dil/tu/kh mit dpa/AFP)

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