1. Startseite
  2. Politik

Krieg und Weihnachten: Putin-Sprecher Peskow schließt Waffenruhe aus

Erstellt:

Von: Franziska Schwarz, Fabian Müller

Russland hat offenbar mit Drohnen Kiew attackiert. In der Hauptstadt gab es mehrere Explosionen. News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 14. Dezember, 17.17 Uhr: Russische Raketen trafen am Mittwoch ein Gebäude auf dem zentralen Platz der Stadt Cherson. Das geht aus einem Bericht des stellvertretenden Leiters des Präsidialamtes, Kyrylo Timoschenko, vom Mittwoch hervor und ließ sich nicht unabhängig verifizieren. Demnach seien zwei Stockwerke des Gebäudes schwer beschädigt worden. In einem Haus in der Nähe des Gebäudes sei ein Feuer ausgebrochen, als eine Rakete das Dach traf, hieß es weiter. Insgesamt sechs Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Nachdem die Stadt Cherson im Süden der Ukraine vor rund einem Montag, am 11. November, von den ukrainischen Truppen zurückerobert wurde, war der Platz vor dem Verwaltungsgebäude ein zentraler Ort der Feierlichkeiten der Anwohner, wie Kyiv Independent berichtete. Am 14. November hatte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Platz besucht.

Russland plant keine Waffenruhe über die Feiertage

Update vom 14. Dezember, 14.12 Uhr: Krieg und Feiertage? Weder an Weihnachten noch an Neujahr sei eine Kampfpause vorgesehen, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow nun. Auch die Ukraine habe nicht um eine Waffenruhe gebeten. Peskow wollte vor Journalisten in Moskau auch kein Datum für die jährliche Ansprache von Wladimir Putin nennen. Die traditionelle Jahresabschluss-Pressekonferenz des russischen Präsidenten war vorerst abgesagt worden.

In Russland wird Weihnachten laut dem orthodoxen Kalender am 7. Januar gefeiert. Die Festtagsperiode erstreckt sich in der Regel vom Neujahrstag bis nach dem 7. Januar.

Ukraine-Krieg: Dmitri Peskow bei einem Termin in Bischkek in Kirgistan im Dezember 2022
Aufnahme vom 9. Dezember: Dmitri Peskow bei einem Termin in Bischkek in Kirgistan © Sergei Bobylev/Imago

Waffen-Schmuggel für Putin: USA melden Schlag gegen Netzwerk

Update vom 14. Dezember, 13.15 Uhr: Ein illegales Netzwerk, das Russland trotz geltender Sanktionen mit Militärtechnologie für den Ukraine-Krieg versorgt haben soll, wurde offenbar zerschlagen. Insgesamt seien sieben Verdächtige – fünf Russen und zwei US-Amerikaner – angeklagt worden, teilte das US-Justizministerium nun mit.

Die Angeklagten sollen in Verbindung mit zwei in Moskau ansässigen Unternehmen stehen, die im Auftrag russischer Geheimdienste operieren. Sie sollen im Auftrag des Kremls Militärtechnologie in den USA beschafft und über Europa nach Russland geschmuggelt haben. Darunter habe sich auch Munition für Scharfschützengewehre und sogenannte „Dual use“-Güter – also Waren, die sowohl zivil, als auch militärisch genutzt werden können – befunden.

Drei der Angeklagten seien inzwischen festgenommen worden, hieß es. Die zwei US-Amerikaner befinden sich ebenfalls in Gewahrsam. Die anderen Angeklagten seien weiter auf freiem Fuß. Bereits im Oktober hatten US-Ermittler Anklage gegen mehrere Personen erhoben, die Russland illegal ausgestattet haben sollen.

„Alle 13 abgeschossen“: Selenskyj meldet sich nach Drohnen-Angriffen auf Kiew zu Wort

Update vom 14. Dezember, 11.19 Uhr: Nach den Explosionen in Kiew hat Selenskyj den Abschuss aller angreifenden Drohnen verkündet. „Nach vorläufigen Informationen wurden alle 13 Drohnen von unserem Luftabwehrsystem abgeschossen“, sagte der ukrainische Präsident in einer Videobotschaft.

Russland fliegt seit Wochen regelmäßig Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. Millionen von Menschen sind deshalb in der Ukraine ohne Strom und Heizung bei Minusgraden. Der Iran hatte jüngst zugegeben, Russland mit Drohnen beliefert zu haben. Die EU beschloss wegen der Drohnen-Lieferungen eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran.

Ukraine-Krieg: eine Drohne über Kiew
Aufnahme vom 17. Oktober: eine Drohne über Kiew © Yasuyoshi Chiba/AFP

Frust in Russland über Kriegsführung: Geheimdienst sieht „angespannte Debatte“ in Putins Militär

Update vom 14. Dezember, 9.39 Uhr: Der Druck auf Putin wächst: Kürzlich zerriss Igor Girkin die russische Strategie im Ukraine-Krieg. Der Ex-Geheimdienstoffizier und ehemalige Separatistenführer wird auch im jüngsten Update des britischen Geheimdienstes erwähnt: Er sei ein „Zeichen für die angespannte Debatte“, hieß es laut dem Verteidigungsministerium in London.

Die Unstimmigkeiten über die Art der Kriegsführung reichen nun bis in die militärische Führungseben, schätzen die Geheimdienstler. Girkin habe nach eigenen Angaben freiwillig zwei Monate lang in einem Bataillon an der Front in der Ukraine verbracht - danach habe er Moskau eine „Krise in der strategischen Planung“ bescheinigt.

Ukraine-Krieg: russische Freiwillige bei einem militärischen Training in Rostow in Russland
Aufnahme vom 6. Dezember: Freiwillige bei einem militärischen Training in Rostow in Russland © Stringer/AFP

Mehrere Explosionen im Zentrum Kiews: Russland greift wohl mit Kamikaze-Drohnen an

Update vom 14. Dezember, 06.22 Uhr: Kiew ist am Mittwochmorgen von mehreren Explosionen erschüttert worden. Das bestätigte Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Im zentralen Schewtschenkiwski-Bezirk seien mehrere Raketen niedergegangen, schrieb er. „Rettungsdienste sind im Einsatz.“ Es sind die ersten Explosionen im Zentrum seit mehreren Wochen.

Behördenvertreter in Kiew sprachen kurz nach den Einschlägen von russischen Angriffen mit Shahed-Drohnen aus iranischer Produktion. Ukrainische Streitkräfte hätten über Kiew und Umgebung zehn solcher Kamikaze-Drohnen abgeschossen, teilte Regionalgouverneur Oleksiy Kuleba mit.

Update vom 13. Dezember, 21.44 Uhr: Die Ukraine geht davon aus, dass Russland bis Ende Januar oder Anfang Februar wieder in der Lage sein könnte, eine „Großoffensive“ im Ukraine-Krieg zu starten. Das sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Dienstag vor ausländischen Journalisten. „Sie haben definitiv noch Hoffnung, dass sie in der Lage sein werden, unsere Linien zu durchbrechen und tiefer in die Ukraine vorzudringen.“

Mehrere Gründe sprächen dafür, dass Russland immer noch weite Teile der Ukraine im Visier hat. Er führte dies auf „die angekündigte Wehrpflicht, die Ausbildung neuer Wehrpflichtiger und die Stationierung ihrer schweren Waffen“ im Krieg in der Ukraine zurück.

Schwere Kämpfe im Osten – Biden schickt Patriot-Raketen für den Ukraine-Krieg

Update vom 13. Dezember, 21.15 Uhr: Im Verlauf schwerer Kämpfe im Osten der Ukraine haben die ukrainischen Streitkräfte den russischen Besatzern nach eigenen Angaben schwere Verluste im Ukraine-Krieg zugefügt. Allein in der Ortschaft Kadijewka in der Region Luhansk seien rund 60 russische Soldaten getötet und 100 weitere verwundet worden, teilte der Generalstab in Kiew am Dienstagabend mit. Bei Melitopol im Süden des Landes seien bei Angriffen auf einen Kommandostab und Artilleriepositionen rund 150 russische Soldaten verwundet worden, hieß es weiter. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Im Laufe des Tages wurden an den übrigen Brennpunkten der Front schwere Gefechte und Artillerieduelle registriert. Der Frontverlauf selbst blieb im Krieg in der Ukraine unverändert.

Ukraine-Krieg: Außenminister ruft Verbündete zu neuen Waffenlieferungen auf

Update vom 13. Dezember, 19.52 Uhr: Die Regierung in Kiew hat ihre Verbündeten im Ukraine-Krieg zur Lieferung weiterer Waffen aufgerufen. Die Ukraine werde „den Winter durchkämpfen“ müssen, sagte Außenminister Dmytro Kuleba bei einer Pressekonferenz in Kiew zur aktuellen Situation. Sein Land benötige mehr Luftabwehrsysteme, Munition und gepanzerte Fahrzeuge. Es gebe insbesondere einen „sehr großen Bedarf“ an weiterer Artillerie und Munition vom Kaliber 155 Millimeter.

Kuleba gab die Pressekonferenz von einem Luftschutzkeller in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aus, während im ganzen Land Luftsirenen ertönten. „Dieser Krieg ist größtenteils ein Artilleriekrieg und die Ukraine braucht mehr Kanonen, um die russischen Offensiven stoppen und ihre eigenen Gegenoffensiven fortsetzen zu können“, sagte der Außenminister.

Ukraine-Krieg aktuell: Putins Armee beißt sich in Bachmut trotz neuer Strategie die Zähne

Bei einer internationalen Ukraine-Konferenz in Paris hatten Kiews Verbündete dem Land am Dienstag Soforthilfe für den Winter in Höhe von gut einer Milliarde Euro zugesagt. Das Geld soll für den Aufbau der wichtigsten Infrastruktur eingesetzt werden, die regelmäßig von Russland angegriffen wird. Wegen der Attacken kommt es in der Ukraine immer wieder zu Stromausfällen oder Unterbrechungen bei der Wasserversorgung.

Update vom 13. Dezember, 18.44 Uhr: Die Kämpfe an der umkämpftesten Front im Ukraine-Krieg gegen aktuell unvermindert weiter. Putins Armee will weiterhin die Stadt Bachmut einnehmen und beißt sich trotz neuer Strategie unvermittelt die Zähne aus. Besonders die Gruppe Wagner will Nadelstiche setzen und kann dennoch keine Gebietsgewinne verzeichnen., da die Verteidiger im Krieg in der Ukraine scheinbar für jedes „Gift ein Gegengift finden.

Ukraine-Krieg: USA schicken Patriots zur ukrainischen Unterstützung

Update vom 13. Dezember, 18.44 Uhr: Die USA stehen kurz davor, das Patriot-Raketenabwehrsystem in die Ukraine zu entsenden. Laut Informationen des TV-Senders CNN könnte die Biden-Regierung das noch in dieser Woche verkünden. Verteidigungsminister Lloyd Austin und Präsident Joe Biden müssten den Deal noch absegnen, laut CNN ist mit einer Genehmigung aber zu rechnen.

Die Ukraine hatte die USA zuvor mehrfach aufgefordert, das hochmoderne Langstrecken-Luftabwehrsystem dem Land zur Verfügung zu stellen. Das Patriot-System wäre das effektivste Luftverteidigungssystem des Landes und soll ballistische Raketen und Marschflugkörper der russischen Streitkräfte abfangen. Wie viele Raketenwerfer die USA entsenden werden, ist noch unklar.

Sobald die Genehmigung erteilt wird, sollen ukrainische Soldaten am US-Stützpunkt in Grafenwöhr in Deutschland im Umgang mit den Raketenabwehrsystemen geschult werden.

Update vom 13. Dezember, 16.48 Uhr: Putin will die Ukraine mit seinen andauernden Bombardierungen zum Aufgeben bringen. Doch der Widerstandswille der Bevölkerung steigt offenbar, je länger der Ukraine-Krieg dauert. Eine überwältigende Mehrheit der Ukrainer gab jetzt an, dass ein Sieg der Ukraine bedeute, sämtliche von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern.

Ukraine-Krieg aktuell: Frieden nur nach Rückeroberung aller von Russland besetzten Gebiete – Krim und Donbas inklusive

Laut einer repräsentativen Umfrage der Rating Group stimmten 85 Prozent der befragten Ukrainer dieser Aussage zu - im März 2022 waren es noch 74 Prozent. Auch die von Russland schon seit 2014 besetzte Halbinsel Krim müsse an die Ukraine zurückfallen, gaben die Befragten an. Nur neun Prozent der Ukrainer gaben an, dass die Ukraine auf die Zurückeroberung der Krim und der schon vor dem Krieg besetzten Regionen im Donbass verzichten könne.

„Gewaltige Explosion“: Ukraine kappt laut Russland wichtige Versorgungslinie bei Melitopol

Update vom 13. Dezember, 14.35 Uhr: Ukrainische Soldaten haben offenbar am Dienstagmorgen (13. Dezember) einen Sprengstoffanschlag auf eine Brücke verübt, die nahe der russisch besetzten südukrainischen Stadt Melitopol liegt. Die Konstantinowka-Brücke sei „von Terroristen beschädigt“ worden, schreibt Wladimir Rogow, Vertreter der pro-russischen Besatzungsverwaltung, im Online-Dienst Telegram. „Mitten in der Stadt war eine gewaltige Explosion zu hören“, so Rogow. „Die Fenster und Wände der Häuser zitterten, das Stadtzentrum war in schwarzen Rauch gehüllt.“

Rogow machte keine Angaben zum Ausmaß des Schadens, verbreitete aber Bilder, auf denen ein eingestürzter Abschnitt der Brücke zu sehen ist. Ihm zufolge diente die Brücke der Versorgung der russisch besetzten Gebiete in den Regionen Cherson und Saporischschja. „Das Selenskyj-Regime hasst das friedliche Leben in Melitopol und anderen befreiten Gebieten“, wetterte der russische Besatzer getreu der Putin-Propaganda.

Neue Offensive von Putins Militär? Ukraine-Gouverneur berichtet von 57 Angriffen in nur einer Nacht

Kiew - Die neue Taktik des russischen Militärs zielt auf die Zivilbevölkerung: Seit Wochen fahren die Truppen unter Kremlchef Wladimir Putin gezielte Attacken auf die ukrainische Strom- und Wasserversorgung - mit Blick auf den eisigen Winter.

Angriffe in der Südukraine: Gouverneur berichtet von 57 Attacken in nur einer Nacht

Nach Angaben des Gouverneurs des Gebiet Dnipropetrowsk gab es in der Region nun 57 Angriffe in nur einer Nacht. Das berichtete der Kyiv Independent. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben zunächst nicht. Die in Dnipropetrowsk gelegene Stadt Nikopol war erst jüngst wohl Ziel von 30 russischen Artillerie-Angriffen. Sie liegt am Fluss Dnipro, der dort die Frontlinie bildet.

Neue russische Offensive im Ukraine-Krieg? Gefechte bei Melitopol

Aus der Südukraine gibt es weitere besorgniserregende News: Die strategisch wichtige Stadt Melitopol - ein Verkehrsknotenpunkt - könnte laut Forbes Ziel einer neuen russischen Offensive sein. Das US-Magazin schlussfolgerte dies aus Gefechten am Freitag (9. Dezember) in der Gegend um Huljajpole und Polohy. Die zwei Städten liegen nur 100 Kilometer von Melitopol entfernt.

Am gleichen Tag meldete ein Energieversorger aus der südukrainischen Stadt Cherson, dass die Infrastruktur für Gas, Strom und Wasser in der Region „praktisch zerstört“ sei: „Mehr als tausend Raketen und Drohnen“ seien von Russland „seit dem 10. Oktober“ abgefeuert worden, sagte Ukrenergo-Chef Wolodymyr Kudryzkyji auf einer Pressekonferenz. (frs mit Material von AFP und dpa)

Auch interessant