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Innenministerin Faeser rät Bürgern zum Notvorrat – Luft nach oben beim Bevölkerungsschutz

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Von: Marcus Giebel

Die Welt wurde zuletzt immer wieder aufgeschreckt. Um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, arbeitet der Staat an einem besseren Schutz der Bevölkerung. Doch auch jeder Bürger sollte sich wappnen.

München - Corona-Pandemie, Flutkatastrophe, Ukraine-Krieg - die vergangenen zwei Jahre haben ausdrücklich vor Augen geführt, dass unser Leben schnell aus den Fugen geraten kann. Das Gefühl der Sicherheit trügerisch ist. Wegen der Sanktionen als Reaktion auf den russischen Feldzug wächst die Angst, Wladimir Putin könnte auch Deutschland das Gas abdrehen - was wohl noch nicht zur Gänze absehbare Folgen hätte.

Seit Wochen geistert das Wort Atomkrieg durch die Medien. Ausgesprochen auch von Politikern oder Militär-Experten. Denn niemand kann wirklich sagen, wo die Welt aktuell hinsteuert. Umso mehr scheint sich der Gedanke zu verfestigen, es müsste vorgesorgt werden - für den Moment, an dem plötzlich alles anders und nichts mehr normal ist.

Notvorrat in Kriegszeiten: Faeser findet Notvorrat im Haushalt „auf jeden Fall sinnvoll“

Auch Innenministerin Nancy Faeser rät daher dazu, sich für den Tag X zu wappnen. „Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben“, sagte die SPD-Politikerin im Interview mit dem Handelsblatt. Als Beispiel nennt sie auch „Cyberattacken auf kritische Infrastruktur“. Denn es gibt auch immer Profiteure eines Ausnahmezustands.

Faeser erinnert an eine Notvorrats-Liste des Bundesamts für Bevölkerungsschutz. Darin geht es um Lebensmittel, Medikamente, Hygiene-Artikel, aber auch Dokumente oder ein batteriebetriebenes und damit vom Strom unabhängiges Rundfunkgerät. Für eine solche Bevorratung ist natürlich jeder Haushalt selbst zuständig.

Eine Kiste mit Nahrungsmitteln steht neben einer Kiste Wasser
Für alles gewappnet: So sollte ein Notvorrat in deutschen Haushalten aussehen. © IMAGO / Jochen Tack

Schutzräume in Deutschland: Faser will einige reaktivieren - „Rückbau gestoppt“

Doch auch der Staat kann und sollte vorsorgen. So berichtet Faeser, es laufe gerade eine Bestandsaufnahme in Bezug auf Schutzräume: „Wir haben noch 599 öffentliche Schutzräume in Deutschland. Und es gibt Schutzräume, die heute anders genutzt werden. Es ist sinnvoll, wenn wir einige davon reaktivieren. Den Rückbau haben wir gestoppt.“

Ihr schwebt dabei vor, „die Bausubstanz von Gebäuden zu verstärken. U-Bahnhöfe, Tiefgaragen und Keller können Schutz bieten.“ Die gesamte Bundesrepublik sorgt also vor. Und es gibt noch viel zu tun, wie die 51-Jährige bekräftigt: „Die Zeitenwende führt uns eindrücklich vor Augen, dass wir beim Bevölkerungsschutz erheblichen Verbesserungsbedarf haben. Wir müssen hier auf die Höhe der Zeit kommen, um die vielfältigen Krisen - Pandemien, Klimafolgen, Kriegsgefahren - zu bewältigen.“

Denn klar wurde in den vergangenen zwei Jahren mit all den Schrecknissen: Für den eigenen umfassenden Schutz ist der Bürger auf den Staat angewiesen. (mg)

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