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Gruppe Wagner im Ukraine-Krieg: Russland schickt Straftäter in den Krieg

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Von: Vincent Büssow

Wladimir Putin
Das russische Militär unter Wladimir Putin setzt immer wieder die paramilitärische Wagner Gruppe in Konflikten ein. Auch im Ukraine-Krieg soll die Söldnertruppe eine zentrale Rolle spielen. (Archivbild) © Yevgeny Biyatov/dpa

Russland soll die Gruppe Wagner im Ukraine-Krieg einsetzen. Die Einheit ist für Brutalität bekannt – hat aber offenbar an Stärke verloren.

Moskau – Russland soll die paramilitärische Gruppe Wagner im Ukraine-Krieg einsetzen. Dies berichtet das Außenministerium von Großbritannien in einem Geheimdienst-Update auf Twitter. Die verdeckt arbeitende Gruppe, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt ist, soll mittlerweile auch verurteilte Straftäter aufnehmen. Was bedeuten dies für den Krieg in der Ukraine?

Die Gruppe Wagner diente dem russischen Militär ursprünglich als Söldnertruppe, der verdeckt illegale Operationen durchführen konnte. Während die Existenz der Organisation ursprünglich von Russland bestritten wurde, gibt es mittlerweile viele übereinstimmende Berichte über deren Arbeit. So ist die Gruppe vor allem für ihren Einsatz in Syrien bekannt, hat ihren Ursprung aber tatsächlich im Ukraine-Konflikt. Dort waren Angehörige von ihr nach der Annexion der Krim zur Destabilisierung des russischen Nachbarlandes aktiv. Jetzt setzt Wladimir Putin die Einheit offenbar erneut in dem Konflikt ein .

Geheimdienstinformationen im Ukraine-Krieg: Russland setzt Gruppe Wagner ein

Den Informationen des britischen Geheimdienstes zufolge wird die Gruppe Wagner eingesetzt, um die hohen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg auszugleichen und Streitkräfte an der Front zu verstärken. Die Söldnertruppe soll mit hoher Wahrscheinlichkeit eine entscheidende Rolle bei der Eroberung von Propasna und zuletzt Lyssytschansk gespielt haben. Auch die Gruppe selbst soll dabei hohe Verluste erlitten haben.

Um die fehlenden Truppenmitglieder auszugleichen, soll die Gruppe Wagner ihre Rekrutierungsstandards gesenkt haben. Es werden demnach Straftäter und ehemals gesperrte Individuen aufgenommen. Das Training der neuen Rekruten sei außerdem sehr limitiert. Das Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreiches kommt daher zu dem Schluss, dass die Effektivität der Gruppe in der Ukraine reduziert werden wird und sich ihr Wert für Russland somit verringert.

Ukraine-Krieg: Russland ernennt Eigentümer der Gruppe Wagner zum Helden

Der britische Geheimdienst berichtet ebenfalls, dass Jewgeni Prigoschin, der als Chef der Gruppe Wagner gilt, kürzlich für den Einsatz der Söldner in Luhansk zum Volkshelden ernannt worden sein soll. Diese Erhebung des Putin-Vertrauten in einer Zeit, in der viele erfahrene Militärkommandeure in Russland ersetzt werden, wird sich negativ auf die Moral russischer Truppen auswirken, schlussfolgert das Verteidigungsministerium.

Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs verbreiten westliche Geheimdienste Informationen, welche die russischen Truppen als schwach darstellen. (vbu)

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