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Olympia-Hammer: USA verkünden diplomatischen Boykott der Winterspiele in Peking

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Von: Andreas Schmid

Peking 2022
Die Olympischen Winterspiele Peking 2022 sollen am 4. Februar 2022 eröffnet werden. Die USA planen einen diplomatischen Boykott. © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Die USA haben einen diplomatischen Boykott von Olympia 2022 angekündigt. Hintergrund seien die Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland China.

Washington - Die USA haben wegen der Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking verkündet. Zu den Spielen im kommenden Februar werden keine Regierungsvertreter entsendet, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte. US-Präsident Joe Biden* wird mit seiner Regierung damit den Winterspielen in Peking fernbleiben.

Diplomatischer Boykott von Olympia: „Völkermord und Verbrechen gegen Menschenrechte“

US-Athleten dürfen bei den Olympischen Spielen aber weiterhin teilnehmen. „Die Athleten des Teams USA haben unsere volle Unterstützung. Wir werden zu 100 Prozent hinter ihnen stehen und sie von zu Hause aus anfeuern“, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses. „Die Biden-Regierung wird keine Diplomaten oder offiziellen Vertreter zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking entsenden. Grund sind der anhaltende Völkermord und die Verbrechen gegen Menschenrechte in Xinjiang sowie weitere Menschenrechtsverletzungen“, hieß es aus dem Weißen Haus. 

Konkret geht es Unterdrückung der uigurischen Muslime sowie der Demokratiebewegung in Hongkong. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Forschern sind in Xinjiang mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime in hunderten Haftlagern eingesperrt. Sie werden dort nach Angaben der Aktivisten zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Exil-Uiguren werfen Peking auch Morde, Verschleppungen, Folter und Zwangssterilisationen in der Region vor. Auch das Thema Taiwan hatte die Beziehungen zwischen Washington und Peking zuletzt stark belastet.

In den vergangenen Wochen gab es mehrere Boykottaufrufe von Seiten der US-Politik. Republikanische Abgeordnete forderten gar einen Komplett-Boykott, die Mehrheit der Demokraten plädierte jedoch für einen diplomatischen Verzicht der Spiele. China hatte für den Fall eines diplomatischen Boykotts bereits „entschiedene Gegenmaßnahmen“ angedroht. „Wenn die USA darauf bestehen, absichtlich an ihrem Kurs festzuhalten, wird China entschlossen gegensteuern“, sagte Außenministeriumssprecher Zhao Lijian. (as/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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