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Steinmeier bleibt wohl Bundespräsident – aber bitte mit mehr Empathie und Leidenschaft!

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Von: Christian Deutschländer

Christian Deutschländer
Christian Deutschländer kommentiert das Wirken des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier © Schlaf Marcus

Die Wahl des deutschen Bundespräsidenten findet am 13. Februar 2022 statt. Amtsträger Frank-Walter Steinmeier wird antreten, Christian Deutschländer kommentiert sein bisheriges Wirken.

Selten verändert eine Ansprache die Welt, noch seltener zum Guten. Und doch muss es der Anspruch eines Bundespräsidenten sein, sein Land zu wärmen, aufzurütteln, wenn er das Wort ergreift. Bei Frank-Walter Steinmeier war das bisher leider kaum der Fall. Der Bundespräsident verliest, was ihm seine Redenschreiber vordruckten; stets klug und überparteilich, nie falsch, aber auch nicht prägend. Kein Satz ist in dieser Krise hängen geblieben.

Mögliche zweite Amtszeit Steinmeiers als Bundespräsident: Wunsch nach Empathie und Leidenschaft

Die Briten mit ihrer Queen erleben das anders, selbst die Österreicher mit ihrem eloquenten Präsidenten. Der direkte Vergleich hinkt historisch und politikwissenschaftlich. Man würde Steinmeiers Amt auch überfrachten mit der Forderung, die Republik zusammenzuhalten. Das kann keiner allein, das können nur wir alle. Aber: Mehr Empathie und Leidenschaft, ein bisschen weniger staatsnotarielle Blässe – ja, das darf man sich schon wünschen, während sich eine Mehrheit abzeichnet, um Steinmeier im Frühjahr in eine zweite Amtszeit zu schicken.

Kann er nicht? Kann er. Er hat es anklingen lassen im November mit seinem Appell an die Ungeimpften („Was muss eigentlich noch geschehen?“). Davon braucht es mehr. Steinmeier wird nicht mit Hurra in Amtszeit zwei geschickt, sondern nur mit einem achselzuckenden Ist-halt-so angesichts der Mehrheit im bürgerfernen Konstrukt Bundesversammlung. Das sollte nicht das Leitmotiv bleiben. Der Bundespräsident muss zu klarer Stimme und mehr Gewicht finden. Nicht als Selbstzweck; sondern weil unser Land ein solches Staatsoberhaupt in den nächsten Jahren nötiger denn je brauchen wird. (cd) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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