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Russland droht USA: Elon Musk schaltet sich im ISS-Streit ein 

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Von: Marvin Ziegele

Der Konflikt in der Ukraine weitet sich auch auf den Weltraum aus. Elon Musk reagiert lässig – und simpel. 

Moskau/Washington D.C.– Russland* hat nach dem Angriff auf die Ukraine* seinen Willen zur weiteren Zusammenarbeit mit den USA im Weltraum betont – und die USA* gleichzeitig vor einer möglicherweise überstürzten Aufkündigung dieser Zusammenarbeit gewarnt. Eine Kooperation sei für den sicheren Betrieb der Internationalen Raumstation ISS* notwendig, schrieb der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Donnerstag (24.02.2022) im Nachrichtenkanal Telegram vor dem Hintergrund neuer Sanktionen Washingtons.

Wenn sich die Amerikaner einer weiteren Zusammenarbeit verweigern sollten, „wer wird dann die ISS vor einem möglicherweise unkontrollierten Absteigen aus der Umlaufbahn und einem Absturz auf amerikanisches oder europäisches Territorium bewahren?“, fragte Rogosin auf Twitter. Nicht ausgeschlossen sei, dass die Reste der ISS auf Indien oder China stürzen könnten.

Internationale Raumstation: Russland droht mit ISS-Absturz

Rogosin spielte damit wahrscheinlich auf den Umstand an, dass die Internationale Raumstation ISS derzeit von russischen Antriebssystemen betrieben wird, wie das Nachrichtenportal The Atlantic berichtet. Es bestehe aber keine Gefahr, dass Russland im Rahmen des Ukraine-Konflikts* einfach „einen Knopf drücke“ und damit die ISS zum Absturz bringe.

SpaceX-Gründer Elon Musk hat sich zur russischen Drohung gegenüber der ISS geäußert. (Archivfoto)
SpaceX-Gründer Elon Musk hat sich zur russischen Drohung gegenüber der ISS geäußert. (Archivfoto) © Jim Watson/AFP

Die Nasa reagierte auf Russlands Drohung während des Ukraine-Konflikts nicht sofort, dann vorsichtig auf den Kommentar der russischen Raumfahrtbehörde. In einer Stellungnahme hieß es: „Die NASA arbeitet weiterhin mit allen unseren internationalen Partnern“ – einschließlich Roscosmos, der russischen Raumfahrtbehörde – „für den sicheren Betrieb der Internationalen Raumstation.“

SpaceX-Gründer Elon Musk* ließ es sich nicht nehmen, auf den Tweet der russischen Raumfahrtbehörde zu reagieren. Seine Antwort war simpel: Das Logo seines Unternehmens SpaceX*. Zunächst rätselten Twitter-Nutzer darüber, was Musk genau mit seiner Antwort meine, doch ein Nutzer fasste den Umstand zusammen und wies darauf hin, dass Dmitri Rogosin in seinem Tweet gefragt habe, „wer die ISS… bewahren wird“. Und das sei, laut Musks Antwort, genau dessen Intention. Musk kommentierte die Zusammenfassung des Nutzers mit einem lakonischen „Yes“.

ISS: SpaceX-Gründer Elon Musk schaltet sich im Ukraine-Konflikt ein

Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner hatte zuvor gesagt, er hoffe trotz des russischen Einmarschs in die Ukraine auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen* bei der Erforschung des Weltalls. „Ich hoffe, dass Raumfahrt am Ende über den geopolitischen Schwierigkeiten steht. Auch im Kalten Krieg gab es etwa das Ankoppeln eines Apollo- und eines Sojus-Raumschiffs 1975“, sagte Wörner der dpa. Der 67-Jährige leitete von 2015 bis Februar 2021 die Europäische Raumfahrtbehörde Esa in Paris.

Trotz vieler Konflikte zwischen Moskau und Washington galt die Raumfahrt stets als einer der wenigen Bereiche, wo die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern funktioniert hat. Die Nasa hatte zum Jahreswechsel einem Weiterbetrieb der ISS bis zum Jahr 2030 zugestimmt. Roskosmos wollte eine entsprechende Verlängerung nun der Regierung in Moskau vorschlagen. (Marvin Ziegele) *fr.de und Merkur.de gehören zum Angebot von IPPEN.MEDIA.

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