Auch Luisa Neubauer entsetzt

Greta Thunberg meldet sich zurück - mit Attacke auf Armin Laschet und Angela Merkel: „Beschämend“ 

  • Marcel Görmann
    vonMarcel Görmann
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Mit deutlichen Worten mischt sich Greta Thunberg in die deutsche Politik ein - und attackiert damit Kanzlerin Merkel und NRW-Ministerpräsident Laschet scharf.

  • Klima-Aktivistin Greta Thunberg* kämpft gegen fossile Brennstoffe. 
  • Deswegen passt es der jungen Schwedin* gar nicht, dass in NRW das Kohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb geht.
  • Mit mehr als deutlichen Worten attackiert sie die deutsche Politik. 

Datteln - Am Wochenende kam es zu energischen, aber weitaus friedlichen Protesten von Klimaschützern gegen die Inbetriebnahme des höchst umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4 im nördlichen Ruhrgebiet. Auf die Straße gingen Aktivisten von Fridays for Future, Greenpeace, Ende Gelände und BUND. Das Kraftwerk wurde mit Parolen wie „Klimakrise made in Germany“ und „How dare you“ angestrahlt. 

Klima-Aktivistinen Greta Thunberg und Luisa Neubauer fassungslos: „Postfaktisches Kraftwerk“

Luisa Neubauer, die prominenteste deutsche Klima-Aktivistin, ist fassungslos: "Es ist ein postfaktisches Kraftwerk, alle Fakten sprechen dagegen." Es sei eine Provokation, den Kohleausstieg mit einem neuen Kohlekraftwerk einzuleiten. Datteln 4 müsse deutlich vor 2037 wieder vom Netz genommen werden. "Wir werden dieses Kraftwerk verhindern, wir werden es zum Stillstand bringen, wir werden diesen Konflikt gewinnen", kündigte Neubauer kämpferisch an. 

Auch Greta Thunberg meldet sich wegen Datteln 4 zu Wort: „Beschämender Tag“

Auch Greta Thunberg (die die Gesellschaft in der Corona-Krise unterdessen als „Nudistenparty“ bezeichnete) schaltete sich in die deutsche Auseinandersetzung ein. Über Twitter meldete sich die 17-jährige Schwedin zu Wort - mit einer mehr als deutlichen Ansage: „Heute ist ein beschämender Tag für Europa, da wir ein brandneues Kohlekraftwerk eröffnen. Wir haben uns verpflichtet, den Weg zu ebnen, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden - und doch ist dies das Signal, das wir an den Rest der Welt senden?“

Greta Thunberg kritisiert Entscheidung von Merkel und Laschet - gegen Empfehlung der Kohlekommission

Eigentlich hatte die von der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel eingesetzte Kohlekommission empfohlen, für bereits gebaute aber noch nicht im Betrieb befindliche Kohlekraftwerke Verhandlungslösungen zu suchen, um sie nicht in Betrieb zu nehmen. Deshalb sehen die Umweltschützer in dem von Uniper betriebenen Datteln 4 einen Verstoß gegen die Beschlüsse der Kohlekommission. 

Doch die Bundesregierung sowie die NRW-Landesregierung unter Armin Laschet argumentieren, dass für Datteln 4 ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die zusätzlichen Kohlendioxid-Emissionen von Datteln 4 würden dadurch kompensiert werden. 

Übrigens: Während die Proteste gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4 bislang weitgehend friedlich ablaufen geraten die Demonstrationen infolge der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd in den USA zunehmend außer Kontrolle. Greta Thunberg hat unterdessen über einen Sprecher Vermutungen zu ihren weiteren Zukunftsplänen bestätigen lassen. Ende Juni fügte sie eine pikante Erinnerung an ein Zusammentreffen mit Merkel an.

Aktivistinnen rund um Greta Thunberg haben sich in einem offenen Brief an die Oberhäupter der EU-Staaten gewandt. Diese müssten die Umweltkrise endlich als solche behandeln. 

mag

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Rubriklistenbild: © AP/Markus Schreiber

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