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Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu gestorben

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Von: Andreas Schmid

Desmond Tutu gestorben
Der südafrikanische Friedensnobelpreiträger und frühere Ezbischof von Kapstadt, Desmond Tutu. © Nic Bothma/EPA/dpa

Desmond Tutu ist tot. Der Friedensnobelpreisträger ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Kapstadt -  Südafrikas Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ist tot. Präsident Cyril Ramaphosa gab die Todesnachricht am Sonntag in einer Erklärung bekannt und sprach der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus. Er drücke „im Namen aller Südafrikaner seine tiefe Trauer über den Tod“ Tutus aus, erklärte der Staatschef. Tutu starb im Alter von 90 Jahren.

Desmond Tutu ist tot: 1984 erhielt er den Friedensnobelpreis

Tutu wurde im Alter von 30 Jahren zum anglikanischen Priester geweiht, nachdem er zunächst als Lehrer gearbeitet und unter anderem am Londoner King‘s College Theologie studiert hatte. 1976 wurde er zum Bischof von Lesotho ernannt, zwei Jahre später führte er als erster schwarzer Generalsekretär den Südafrikanischen Kirchenrat an. Er galt als eine Ikone der Anti-Apartheidsbewegung.

Ab den 1970er Jahren machte er auf die systematische und massive Diskriminierung von Schwarzen in Südafrika aufmerksam. Dem Geistlichen gelang es, durch die südafrikanische Kirche eine starke Stimme für die schwarze Bevölkerung zu generieren, welche nach und nach auch international wahrgenommen wurde. Für seine Menschenrechtsaktivitäten erhielt er 1984 den den Friedensnobelpreis.  Im selben Jahr wurde er der erste schwarze Bischof von Johannesburg und forderte ein Embargo gegen die Regierung der weißen Minderheit. Zwei Jahre später wurde er der erste schwarze Erzbischof Kapstadts.

Desmond Tutu: Die moralische Stimme Südafrikas ist tot

Eine seiner wichtigsten Aufträge erhielt Tutu nach dem Ende der Apartheid. Ab 1996 führte er die Wahrheits- und Versöhnungskommission an, die öffentliche Anhörungen zu den Gräueltaten während der Apartheid abhielt. Der Bischof wurde in dieser Zeit zu einer Stimme der Versöhnung, prägte den Ausdruck „Regenbogennation“ für Südafrika. Er glaubte daran, dass sein Land der Welt einen neuen Weg zur Überwindung von Konflikten zeigen könne.

Der emeritierte Erzbischof galt auch im hohen Alter noch als die moralische Stimme seines Landes. Der als heiter und energetisch bekannte Friedensnobelpreisträger mit dem gewinnenden Lächeln trat 2021 nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Zuletzt zeigte sich Tutu seinen Landsleuten im Mai, als er gemeinsam mit seiner Frau Leah die Covid-Impfung erhielt. Im Rollstuhl sitzend winkte er in die Kameras.

Seine Botschaft der Versöhnung hielt Tutu nicht davon ab, weiter Missstände anzuprangern, was ihn bis heute bei großen Teilen der südafrikanischen Bevölkerung beliebt machte. (as/afp)

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