Coronavirus

Delta-Variante: Bouffier hält erneute Beschränkungen für möglich

  • VonTanja Koch
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Welche Folgen hat die Delta-Variante des Coronavirus für die Infektionslage? Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier äußert Bedenken.

Wiesbaden - Die hohen Temperaturen und die fortschreitende Impf-Kampagne lassen die Infektionslage abebben. Doch wie sich die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland auswirken wird, ist noch ungewiss. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU*) hat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt, wie er die Lage einschätzt. Er rechne damit, „dass die Deltavariante in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Variante ist.“ *

Das Impfen sei zentral, um die Coronavirus-Pandemie* zu beenden. Doch ob die Impfstoffe auch bei dieser und zukünftigen Mutation wirken, sei noch unklar. Ebenso, wie lange die Immunisierung im Körper aufrecht bleibt. „Wir setzen darauf, dass die Wissenschaftler uns diese Frage im August beantworten können“, sagt Bouffier.

„Und natürlich werden die Menschen im Sommer wieder verreisen*, und wir können nicht ausschließen, dass auch einige infiziert zurückkommen“, ergänzt er. Davon hänge dann ab, ob eine vierte Corona*-Welle folgt, die erneute Kontaktbeschränkungen erfordert. „Ausschließen können wir das nicht“, warnt Bouffier.

Volker Bouffier (CDU), Hessens Ministerpräsident, hält für denkbar, dass die Delta-Variante des Coronavirus erneute Kontaktbeschränkungen erforderlich macht.

Vierte Corona-Welle? Politiker:innen fordern Vorbereitungen

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich geäußert. Gegenüber der ARD erklärte er, dass Lockerungen derzeit angemessen seien, allerdings müsse man weiter aufmerksam bleiben. „Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter“, sagt Spahn.

Nachdem Deutschland im vergangenen Herbst nicht darauf vorbereitet zu sein schien, dass die Fallzahlen mit sinkenden Temperaturen wieder steigen, fordern Politiker in diesem Jahr Vorsichtsmaßnahmen. Das Politikversagen, das wir im letzten Jahr durch fehlende Luftfilter in Schulen, volle Busse und Bahnen und viel zu wenig Schutz am Arbeitsplatz erleben mussten, darf sich nicht wiederholen“, warnt Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende der Linken, gegenüber „Die Welt“.

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sieht das ähnlich. „Die Bundesregierung darf den Sommer nicht verschlafen und muss Deutschland jetzt für den Herbst vorbereiten“, zitiert ihn die Zeitung.

Coronavirus im Herbst: Gesundheitsexperte zeigt sich optimistisch

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, geht davon aus, dass eine eventuelle vierte Corona-Welle unproblematischer wäre als der Anstieg im vergangenen Jahr.

„Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft* sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben“, zitiert ihn die „Rheinische Post“. (Tanja Koch)

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Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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