„Dürfen die das?“

Corona-Krise: Lufthansa-Bilder schockieren ZDF-Mann Claus Kleber im „Heute Journal“

Das Coronavirus zwingt uns alle zu Abstand. Mindestens 1,5 Meter sollen es sein. Jetzt schocken Fotos der Lufthansa im „Heute Journal“ (ZDF) .

München - Das Coronavirus fordert Distanz. Distanz zu unseren Mitmenschen und dem öffentlichen Leben allgemein. Die Bundesregierung beschloss ein deutschlandweites Annäherungsverbot bis maximal 1,5 Meter. Neben anderen Maßnahmen soll das Kontaktverbot die Ausbreitung des Virus entschleunigen

Auch Claus  Kleber berichtet im Heute Journal vom 23.03. von diesen Vorkehrungen. Sie haben weitestgehend gut funktioniert, sagt der Nachrichtensprecher. Trotzdem gab es mancher Orte „dicht gedrängte Enge“. Aber nicht etwa in einer Stadt oder der Bahn. Die Bilder im Heute Journal des ZDF zeigen Menschen mit kaum Abstand zwischen ihnen. „Da sind zwei Meter nicht der Platz zwischen, sondern der Platz für zwei Menschen“, so Kleber.

Coronavirus: „Dicht gedrängte Enge“ in Flugzeug

Es sind von Fotos der Lufthansa, die in den ZDF-Nachrichten gezeigt werden. Der Inlandsflug ist voller Menschen. Von Sicherheitsabstand kann hier nicht die Rede sein - der Flieger ist offensichtlich „ausverkauft“. Auch nach der Landung geht es dicht aneinander geschmiegt in den Bustransfer vom Flugzeug zum Flughafengebäude. Offenbar gelten die Maßnahmen der Bundesregierung nicht in dem Maß für die Fluggesellschaft. Oder doch? „Dürfen die das?“ Diese Frage stellt Claus Kleber einer Rechtsexpertin des ZDF.  Sarah Tacke bejaht und sagt, rechtlich gesehen gehe dieser Inlandsflug in Ordnung. 

Es gäbe in den Verordnungen der Bundesregierung keine explizite Regelung für Flugzeuge und damit die Lufthansa. Die Lufthansa reagierte auf Anfrage des Senders.

Coronavirus: Lufthansa reagiert auf Fotos

Die Flugzeuge der Fluggesellschaft verfügen über ein Filtersystem. Die Luftreinigung könne daher mit der einesOP-Saales verglichen werden. Auch in den Sozialen Medien gibt die Lufthansa Informationen zu ihrem Filtersystem. 

Trotzdem sei es verwunderlich, so die Rechtsexpertin, zwei solch gegensätzliche Verhaltensweisen zu sehen. Zum einen sind da die Regelungen, die im privaten Bereich viel Einschränkungen bringen. Zum anderen gibt es solch überfüllte Transportmittel

mak

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Rubriklistenbild: © Heute Jour nal/ZDF

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