Unter Beschuss für sein Krisenmanagement: US-Präsident Donald Trump.
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Unter Beschuss für sein Krisenmanagement: US-Präsident Donald Trump.

1899-Hoffenheim-Mäzen ist Haupteigentümer

Corona-Impfstoff: Dietmar Hopp rechnet mit baldigem Durchbruch - Trump will Exklusiv-Rechte für USA

Die Corona-Krise könnte für im Wahljahr zur Belastungsprobe werden. Unter Druck macht der US-Präsident einen Vorstoß, der ihm Kritik einbringt. 

  • Das Coronavirus* stellt die Weltbevölkerung vor große Herausforderungen. 
  • US-Präsident Donald Trump will einen möglichen Corona-Impfstoff einer deutschen Firm exklusiv für die USA sichern. 
  • Jetzt bekam er eine deutliche Absage.

Update vom 17. März, 10.53 Uhr: Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CSU) hat in der Bundespressekonferenz am Montag bestätigt: Die Arbeit der Firma CureVac bleibt vorerst in Deutschland. Sollte die Firma einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus entwickeln können, dann ist ein exklusiver Verkauf an die USA offenbar ausgeschlossen. Und das, trotz entsprechender Bestrebungen der USA. Ohne selbst genauer auf das Thema einzugehen, erklärte die Bundeskanzlerin, dass sich sowohl die Firma als auch SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp entsprechend dazu geäußert hätten. 

Donald Trump will unterdessen offenbar als Maßnahme gegen die Folgen des Coronavirus ein hunderte Milliarden Dollar schweres Finanzpaket auf den Weg bringen.

Update vom 16. März, 14.06 Uhr: Dietmar Hopp rechnet mit einem baldigen Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19. Im Herbst soll er zu Verfügung stehen. 

Corona-Impfstoff: Hopp rechnet im Herbst damit, aber...

Allerdings nimmt der SAP-Mitbegründer etwas Wind aus den Segeln. „Das müsste dann verfügbar sein, aber es müssten ja erstmal Tests gemacht werden an Tieren und dann an Menschen“, erläutert er im Interview mit Sport1.

Donald Trump will Exklusiv-Rechte für Corona-Impfstoff: Dietmar Hopp erteilt klare Absage

Der Versuch von US-Präsident Donald Trump, Exklusiv-Rechte für den Impfstoff zu kaufen wird vom Hoffenheim-Mäzen erneut scharf verurteilt. Es gehe darum, weltweit zu helfen, hatte er bereits betont und stellt nun wieder klar: Es kann nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird.“ Eine eindeutige Absage an den Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Alle weiteren Informationen zum Coronavirus in den USA lesen Sie hier.

Corona-Impfstoff: Wirbel um Trumps Abwerbeversuch von deutscher Firma - Unternehmen wird deutlich

12.24 Uhr: Der Vertrieb eines möglichen Corona-Impfstoffs von CureVac ist nach Angaben der Firma noch völlig offen. Medienberichten zufolge versucht US-Präsident Donald Trump, das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern und bietet der Firma dafür einen hohen Betrag. „Ein Angebot liegt uns nicht vor“, sagte ein CureVac-Sprecher am Montag.

Zum Personalwechsel im Vorstand wollte der Sprecher keine näheren Angaben machen. In der vergangenen Woche hatte CureVac-Gründer Ingmar Hoerr den US-Amerikaner Daniel Menichella überraschend als Vorstandsvorsitzenden abgelöst. Menichella hatte Anfang März noch mit zahlreichen weiteren Pharma- und Biotech-Unternehmern auf Einladung des Weißen Hauses mit Donald Trump Strategien zur Impfstoffentwicklung diskutiert.

CureVac will den Corona-Impfstoff womöglich selbst vertrieben

CureVac forscht derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus und hat dafür 8,3 Millionen US-Dollar Fördergeld (rund 7,5 Millionen Euro) von der Internationalen Impfstoff-Allianz CEPI („Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“) bekommen. Auch die Bundesregierung ist Mitglied von CEPI. Wenn ein geeigneter Impfstoffkandidat gefunden und in klinischen Studien geprüft ist, will CureVac das Medikament selbst herstellen.

Völlig offen ist nach Angaben des Sprechers, ob CureVac den Impfstoff auslizensiert, einen externen Vertrag abschließt oder auch selbst vertreibt. „Wir sind da gar nicht gebunden“, sagte er. Derzeit liefen Gespräche mit vielen Behörden.

Nach Bekanntwerden der angeblichen US-Avancen am Sonntag reagierten in Berlin zahlreiche Politiker und Ministerien mit scharfer Kritik. „CureVac enthält sich jeglicher Kommentare zu den aktuellen Medienspekulationen und weist die Behauptungen über den Verkauf des Unternehmens oder seiner Technologie deutlich zurück“, hatte das Unternehmen am Sonntag mitgeteilt.

Trump will für Corona-Impfstoff deutsche Firma abwerben - Dietmar Hopp erteilt klare Absage

09.41 Uhr: Die Tübinger Biotech-Firma CureVac wird einen möglichen Corona-Impfstoff nicht an die USA verkaufen. Das Unternehmen, an dem SAP-Gründer und 1899-Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp und Microsoft-Gründer Bill Gates beteiligt sind, forscht derzeit gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut an einer möglichen Impfung gegen Covid-19.

Hopp ist Haupteigentümer und hält 80 Prozent an CureVac. Er erteilte einem Exklusivvertrag mit den USA eine klare Absage: „Dem Ziel, alle Menschen vor Infektionen zu schützen und Patienten weltweit besser therapieren und im besten Fall heilen zu können, bin ich ebenso verpflichtet, wie meiner Absicht, nachhaltige innovative Infrastruktur und Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen“, teilte er laut welt.de am Sonntagabend. „Wenn es uns hoffentlich bald gelingt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, soll dieser Menschen nicht nur regional, sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen können.“

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) freute sich über die Absage von Hopp: „Das ist eine großartige Entscheidung“, sagte er in der ARD. Er und Innenminister Horst Seehofer (CSU) bestätigten das Interesse der Amerikaner. 

Eine Übersicht über die aktuelle Lage und Zahl der Infektionen finden Sie hier.

Trump will für Corona-Impfstoff deutsche Firma abwerben - Maas reagiert entschieden

Update vom 16. März, 5.19 Uhr:Außenminister Heiko Maas hat den mutmaßlichen Versuch der US-Regierung kritisiert, das Tübinger Pharma-Unternehmen CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen. „Deutsche Forscher sind führend an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt, in weltweiten Kooperationen. Wir können nicht zulassen, dass sich andere ihre Forschungsergebnisse exklusiv aneignen wollen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Darüber habe er bereits mit seinen Kollegen aus Kanada, Südkorea, Brasilien und Australien gesprochen. Dies werde aber auch im Kreis der G7-Staaten zu bereden sein. „Dieses Virus werden wir nur gemeinsam besiegen, nicht gegeneinander“ betonte Maas.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte hingegen am Sonntag in Berlin: „Ich kann nur sagen, dass ich heute mehrfach gehört habe von Regierungsmitgliedern,dass dies zutrifft und dass wir da morgen im Krisenstab darüber reden.“ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lobte in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ am Sonntagabend die Tübinger Firma dafür, dass sie für die US-Avancen „nicht zur Verfügung steht. Seit Januar forscht CureVac an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Alle Informationen zu der Lage in Deutschland finden Sie hier.

Trump will für Corona-Impfstoff deutsche Firma abwerben - Seehofer offenbart eindeutiges Detail

Update 20.58 Uhr: Die Nachricht um die Absichten Donald Trumps, einen Corona-Impfstoff ausschließlich für die USA haben zu wollen, schlugen am Wochenende hohe Wellen. Was steckt hinter den Berichten um die deutsche Impfstofffirma CureVac? Die Bemühungen des US-Präsidenten scheinen tatsächlich Substanz zu haben.

Am Rande der Pressekonferenz zu den neuen Grenzregelungen in Deutschland sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angesprochen auf Trumps mögliche Pläne: „Ich kann sagen, dass ich heute mehrfach von Regierungssprechern gehört habe, dass dies zutrifft. Wir werden dies morgen im Krisenstab besprechen.“ Trump scheint also in der Tat ein mögliches Corona-Gegenmittel für die USA allein beanspruchen zu wollen.

Update 17.42 Uhr: US-Präsident Donald Trump will offenbar die deutsche Impfstofffirma CureVac abwerben (siehe Erstmeldung). Nachdem sich das Unternehmen zunächst nicht geäußert hatte, wurde nun klar Stellung bezogen. 

In einer Pressemitteilung bestätigte das Unternehmen, dass man sich aktuell „auf die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoff konzentriere.“ Dieser solle allerdings „Menschen weltweit“ helfen und somit nicht auf nur ein Land wie USA beschränkt sein. Das Unternehmen äußerte sich unterdessen nicht zu möglichen Verhandlungen.

Update 12.49 Uhr: Medienberichten zufolge versucht US-Präsident Donald Trump, sich die Arbeit eines deutschen Unternehmens zu sichern, das sich mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus beschäftigt. Demnach versuche Trump, sich die Exklusivrechte an dem Impfstoff für die USA zu sichern. Aus der SPD kam harsche Kritik an dem mutmaßlichen Vorgang. Es handele sich „um eine ethische, nicht wirtschaftliche oder gar nationale Frage“, erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas am Sonntag in Berlin. Wenn es einen Impfstoff gebe, müsse er allen zur Verfügung stehen. „Alles andere wäre ein Skandal. Bei einer Pandemie geht es um alle Menschen und nicht um 'America first'.“

Coronavirus: Merkel-Regierung verhandelt wohl mit Impfstofffirma - versucht Trump sie abzuwerben?

Ursprungsmeldung vom 15. März 2020: 

Berlin/Washington - Die Krise um die Verbreitung des Coronavirus* in den USA könnte für US-Präsident Donald Trump* das politische Aus bedeuten. Er habe die Krise nicht gesehen, ignoriert, unterschätzt, so lauten die Vorwürfe. Das Vertrauen vieler Bürger sei dahin. Jetzt will sich der US-Präsident scheinbar aus der Misere retten - und versucht eine deutsche Firma zu locken. CureVac macht aktuell wohl Fortschritte in der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Arbeit der Firma will sich Trump* für die USA sichern - und zwar exklusiv. Das berichtet Welt.de.

Nicht klar ist, nach wie vielen Impfstoff-Firmen die USA weltweit greifen. Dennoch dürfte sich aus dem aktuellen Fall die Direktive ableiten lassen: Amerika soll der einzige Staat sein, der einen Impfstoff haben soll. Und das, obwohl das Know-how für Coronavirus-Tests aus Deutschland weltweit exportiert wurde. 

Coronavirus: Merkel-Regierung verhandelt wohl mit Impfstofffirma - versucht Trump sie abzuwerben?

Laut dem Welt-Bericht versucht die US-Regierung auf ein Tübinger Unternehmen zuzugreifen. CureVac ist eine Firma, die gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus arbeitet. Wegen der amerikanischen Avancen kommt es offenbar zu einer indirekten, aber handfesten wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung. Wie Welt.de unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, versucht Trump*, die deutschen Wissenschaftler von CureVac, die an einem potenziellen Corona-Impfstoff arbeiten, mit hohen finanziellen Zuwendungen in die USA zu locken, beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern.

Er biete der Firma angeblich einen hohen Betrag, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern. Trump* tue demnach alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. „Aber eben nur für die USA“, hieß es demnach in der Bundesregierung. Vertreter der Bundesregierung verhandeln dem Bericht zufolge nun mit CureVac.

Coronavirus: Greift US-Präsident Trump nach deutscher Impfstofffirma?

„Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Coronavirus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden“, bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums Welt.de. „Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac.“ Deutschland versuche das Unternehmen mit finanziellen Angeboten zu halten, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Regierungskreise. Das Unternehmen wollte sich scheinbar nicht dazu äußern. US-Musiker Kid-Rock widersetzt sich nun der Aufforderung seine Bar wegen des Coronavirus zu schließen.*

Video: Trump ruft wegen Coronavirus nationalen Notstand aus - Demokraten werfen ihm Versagen vor

nai mit AFP

Unterdessen macht Deutschland seine Grenzen dicht. Was dies für Bayern zu bedeuten hat, lesen Sie in einem Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis*

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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