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Lauterbach schlägt wegen Datenlage Alarm: Offizielle Zahlen bilden Omikron-Dynamik „nicht zutreffend“ ab

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Von: Bedrettin Bölükbasi

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht während einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zufolge bildet die aktuelle Corona-Datenlage die Omikron-Dynamik nicht zutreffend ab. © Kay Nietfeld/dpa

Die Omikron-Dynamik wird Gesundheitsminister Lauterbach zufolge in den offiziellen Zahlen nicht richtig wiedergegeben - das macht ihm Sorgen. Nun macht er Druck.

München - Die Omikron*-Mutation des Coronavirus* ist Experten zufolge viel ansteckender als zuvor in der Pandemie aufgetretene Mutationen. Die Variante hat besonders Großbritannien regelrecht erobert, doch auch Deutschland könnte von der Mutation überrollt werden.

Deshalb gehen Modellrechnungen zwar von einem steilen Anstieg der Fallzahlen zu Jahresende aus, doch die Dynamik lässt bisher auf sich warten - zumindest laut offiziellen Zahlen, die in letzter Zeit sogar zurückgehen. Der aktuelle Rückgang von Inzidenz und Fallzahlen insgesamt bereitet Gesundheitsminister Karl Lauterbach* jedoch keineswegs Freude, sondern eher große Sorgen. Er schlägt Alarm wegen der Datenlage.

Lauterbach besorgt über Corona-Datenlage: Falsche Wiedergabe wegen Testausfällen und Meldeverzögerungen

Denn laut dem Gesundheitsminister herrscht zwar eine Omikron-Dynamik, doch diese wird in offiziellen Zahlen nicht richtig abgebildet. Gegenüber der Bild schilderte er seine erste Erkenntnis. Es handle sich um „eine Omikron-Dynamik, die mir große Sorgen macht – und die in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet ist“. Tatsächlich verzeichnete das Robert-Koch-Institut einen rasanten Anstieg von Omikron-Fällen, die sich jedoch in der allgemeinen Fallzahl nicht treffend widerspiegelt.

Der konkrete Grund für Lauterbachs Skepsis gegenüber dem Sinkflug der Zahlen sind Testausfälle und Meldeverzögerungen über die Feiertage. Obwohl die Corona-Lage weiterhin angespannt bleibt und Experten vor einer drohenden fünften Omikron-Welle warnen, wurde das Testen und auch die Kontaktnachverfolgung in vielen Landkreisen stark heruntergefahren oder gar ganz gestoppt. Das resultierte wohl in lückenhaften Zahlen.

Corona-Situation: Lauterbach macht Druck auf Gesundheitsämter für korrekte Daten vor der MPK

Der unvollständigen Datenlage will Gesundheitsminister Lauterbach* offenbar nicht mehr tatenlos zusehen. Laut Bild-Information erhöht er mittlerweile den Druck auf die zuständigen Behörden in den Landkreisen. Diese sollen wieder aussagekräftige Daten liefern, sodass die echte Corona-Situation in Deutschland besser bewertet werden kann.

Die richtigen Zahlen zur Pandemie* sind dabei dringend nötig, denn am 7. Januar wollen sich Bund und Länder erneut in einer Ministerpräsidentenkonferenz* treffen. Dort soll die Situation beurteilt werden, wobei auch die kürzlich in Kraft getretenen neuen Maßnahmen bewertet werden sollen. Eine falsche Datenlage würde die richtige Beurteilung erheblich erschweren.

Corona-Datenlage: Wieler hatte vor fehlerhafter Darstellung gewarnt - Soldaten im Dauereinsatz

Vor einer fehlerhaften Abbildung der Corona-Lage über Weihnachten hatte RKI*-Chef Lothar Wieler bereits vor den Feiertagen gewarnt. Trotz des Einsatzes von 6500 Soldaten als Amtshilfe in fast allen Bundesländern konnten Testausfälle und Meldeverzögerungen, die die verkehrte Datenlage in erster Linie auslösen, nicht verhindert werden.

Die Kontaktverfolgung sei eines ihrer Schwerpunkte, erklärte ein Sprecher des Kommandos Territoriale Aufgaben gegenüber der Bild. Die Soldaten helfen aber zudem in Altenheimen, Krankenhäusern und in Testzentren. Selbst beim Impfen leisten sie Unterstützung. (bb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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