Bundeskanzlerin Angela Merkel tippt am 18. November 2020 während der Infektionsschutzgesetz-Debatte im Bundestag in ihr Smartphone.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät sich am 25. November erneut mit den Länderchefs über Corona-Maßnahmen.

Wird der Teil-Lockdown verlängert?

Corona-Gipfel: Lockdown-Verlängerung? Unions-Bundesländer haben offenbar einen Plan

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Der Teil-Lockdown in Deutschland wirkt bislang nur begrenzt. Vor dem Corona-Gipfel besteht nun wohl Konsens zwischen den Ländern in einem wichtigen Punkt. Die Schule bleibt Streitthema.

  • Am 25. November beraten Bund und Länder über weitere Corona-Maßnahmen.
  • Eine der wichtigsten Fragen: Können die Schulen in der zweiten Welle* offen bleiben?
  • Auch die Pläne für die Gastronomie unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.

Update vom 21.11.2020, 21.02 Uhr: Nach Informationen der Bild-Zeitung gibt es Pläne, den Teil-Lockdown über den 30. November hinaus zu verlängern. Aus einer Vorbesprechung der Unions-geführten Bundesländer (darunter NRW, Bayern Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein) will das Blatt erfahren haben, dass Kneipen, Restaurants, Fitness-Center und Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben sollen, der Einzelhandel dagegen geöffnet bleiben.

Darüberhinaus sollen die Kontaktbeschränkungen wohl verschärft werden: Haushalte dürfen sich dann nur noch mit zwei anderen Haushalten treffen. Strittig seien allerdings noch die Regelungen für Kinder. Schulen sollen grundsätzlich geöffnet bleiben, ab einer Inzidenz von 200 soll aber ab der 7. Klasse Wechselunterricht eingeführt werden. Die Inzidenz spielt auch noch eine andere Rolle: Regionen mit einem Wert unter 50 sollen die Möglichkeit bekommen, bestimmte Beschränkungen auszusetzen.

Über die Weihnachtsfeiertage könnte es Lockerungen geben, sodass auch Menschen ohne Familie im Haushalt mit anderen feiern können, so Bild.de weiter.

Vor dem Corona-Gipfel mit Angela Merkel: Vieles deutet auf Verlängerung des Teil-Lockdowns hin

Erstmeldung vom 21.11.2020, 15.51 Uhr: Berlin - Vieles deutet vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU*) auf eine Verlängerung des Teil-Lockdowns hin - aber wie konkret soll der Alltag nach dem November aussehen? Die Inzidenz* in den Landkreisen ist sehr unterschiedlich, sie reicht von Werten unter der 50er-Marke im Norden und Nordosten bis hin zu mehr als 200 im Westen, Süden und Südosten.

Am Montag wollen sich die Länderchefs der dpa zufolge auf eine eigene Vorlage für die Bund-Länder-Schalte am Mittwoch (25. 11.) verständigen, die Gespräche laufen bereits. Was ist an diesem Wochenende zu geplanten Corona-Maßnahmen vorab zu hören? Eine Auslese:

Vor Corona-Gipfel mit Merkel: Streitthema Schulen

Bislang hatten die Kultusminister auf eine Offenhaltung der Schulen bestanden. Der CSU*-Landesgruppenvorsitzende Alexander Dobrindt schlägt nun in der Passauer Neuen Presse (PNP) folgende Maßnahmen vor:

  • Wechselunterricht
  • Hybridunterricht
  • Ausstattung der Schüler mit FFP2-Masken
  • Verlängerung der Schulferien an Weihnachten (je nach Land vom 19./23. Dezember bis 3./10. Januar)

Nach Informationen des Wirtschaftsmagazin Business Insider, das sich auf Länderkreise beruft, könnten die Ferien diesen Winter bundesweit bis 10. Januar ausgedehnt werden. Top-Virologe Alexander Kekulé hatte zuletzt zudem dafür plädiert, den Beginn der Weihnachtsferien zu verlegen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) schlug gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor:

  • Ältere Schüler verstärkt ins Home-Schooling schicken
  • Besonders an weiterführenden Schulen auf die Abstandsregel achten

Corona in Deutschland: Wie sieht das Feiern an Weihnachten 2020 aus?

Braun betonte im Gespräch mit dem RND außerdem, die Maßgabe des Kanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einem Menschen aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben solle, sei nicht als Verpflichtung zu sehen. „Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis“, sagte Braun. Dies sei „eine Art Winter-Knigge“.

Feiern, Treffen mit vielen Freunden und Reisen sollten derzeit vermieden werden. Aber: „Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome* hat“, so Braun.

Corona-Maßnahmen in Deutschland: In diesem Punkt herrscht offenbar Konsens

Die Berliner Morgenpost berichtete unter Berufung auf Berliner Koalitionskreise, es zeichne sich zwischen den Ländern ein weitgehender Konsens ab, die November-Maßnahmen bis zum 20. Dezember zu verlängern. Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen dürften damit geschlossen bleiben.

Die Zeitung Die Welt berichtete in ihrer Samstagsausgabe indes, Schleswig-Holstein plane bereits die Wiedereröffnung von Restaurants und Hamburg die von Kulturbetrieben - unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen. 

Corona in Deutschland: Mehr Maske, weniger Party-Gäste

Sicher scheint, dass die „AHA+L“-Regel noch lange gelten wird. Laut Business Insider befürworten die Länder vor dem Corona-Gipfel eine Ausweitung der Maskenpflicht und Teilnehmer-Obergrenzen für Partys - ob privat oder in öffentlichen Räumen - sollten weiter abgesenkt werden. In Bayern musste die Polizei eine Geburtstagsfeier auflösen: die betroffene Familie muss nun hohes Bußgeld zahlen. (frs mit Material von dpa und AFP) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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