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Ex-Berater von Trump gesteht Unterstützung bei Putschversuchen in anderen Ländern

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Von: Marcus Giebel

Einen Angriff von Donald Trump auf die US-Demokratie kann sich sein Ex-Berater John Bolton nicht vorstellen. Mit seinen Aussagen bringt er das Land jedoch in Erklärungsnot.

Washington, D.C. – Auf diese Art der Verteidigung kann Donald Trump sicher verzichten. Während in den USA ein Untersuchungsausschuss klären soll, welche Rolle der Ex-Präsident bei der Gewalt-Eskalation am 6. Januar 2021 samt Erstürmung des Kapitol während der offiziellen Wahl seines Nachfolgers Joe Biden spielte, ließ sein ehemaliger Weggefährte John Bolton einen Satz voller Zündstoff vom Stapel.

Im CNN-Interview kritisierte der einstige Sicherheitsberater von Trump das Bild der Öffentlichkeit, demzufolge ein Putschversuch von langer Hand geplant worden sei. Denn: „So geht Trump nicht vor.“ Vielmehr agiere er impulsiver, sei gerade nach der verlorenen Wahl eher „von einer Idee zur nächsten gestolpert“, um „Zeit zu kaufen“.

Bolton über Putschversuch: „Für Coup d‘etat braucht es viel Arbeit“

Sein einstiger Vorgesetzter würde keinen Angriff auf die US-Demokratie wagen, „es ist nur so, dass Donald Trump nur auf Donald Trump schaut“. Doch schon beim nächsten Satz geht Bolton, der seit seinem Ausscheiden aus dem Team des Republikaners unter anderem mit einem Enthüllungsbuch Schlagzeilen schrieb, dem Reporter in die Falle. Denn dieser hakt ein, für einen Putschversuch sei kein brillanter Kopf nötig.

Darauf antwortet Bolton leichtfertig: „Da stimme ich nicht zu. Als jemand, der dabei geholfen hat, Coup d‘etat (einen Putschversuch, d. Red.) zu planen - nicht hier, sondern an anderen Orten: Dafür braucht es viel Arbeit.“ Oha, ein ehemaliges Mitglied der US-Regierung spricht offen darüber, dass in Washington an potenziell gewaltsamen Regierungswechseln in anderen Ländern gearbeitet worden sein soll.

John Bolton steht hinter einem Pult und deutet mit dem rechten Zeigefinger nach vorne
Die bekannte Donald-Trump-Geste hat er drauf: John Bolton, Ex-Berater des ehemaligen US-Präsidenten, zeigt bei einer Rede mit dem ausgestreckten Zeigefinger ins Publikum. © IMAGO / ZUMA Wire

Ex-Berater von Trump über Putschversuch in Venezuela: „Nicht, dass wir damit allzu viel zu tun hatten...“

Und das war noch nicht alles. Zwar betonte Bolton zunächst auf Nachfrage, er werde keine Einzelheiten nennen, um dann aber Venezuela als Beispiel anzuführen. Dort hatte er 2019 die Gegenregierung von Juan Guaido öffentlich unterstützt, der mit Hilfe von Söldnern das Regime von Präsident Nicolas Maduro stürzen wollte. Die Mission scheiterte jedoch.

„Das war am Ende nicht erfolgreich“, erklärte auch Bolton, um anzufügen: „Nicht, dass wir damit allzu viel zu tun hatten, aber ich konnte sehen, was es braucht, damit es eine Opposition wagt, einen illegal gewählten Präsidenten zu stürzen, und sie sind gescheitert.“

Weiter ließ er sich auf Nachfrage nicht locken, sodass der CNN-Reporter letztlich feststellte: „Ich bin mir sicher, dass da noch viel mehr ist, worüber sie nicht sprechen.“ Mit diesem Gefühl steht er ganz sicher nicht allein da. Was nicht nur für Bolton, sondern auch für Trump und andere US-Präsidenten unliebsame Folgen haben könnte. (mg)

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