1. Startseite
  2. Rhein-Main & Hessen

Vier Vorstände verlassen Europa-Tochter der russischen VTB

Erstellt: Aktualisiert:

Der Ukraine-Krieg hat Auflösungserscheinungen im Management der Europa-Tochter der zweitgrößten russischen Bank VTB zur Folge. Vier der fünf Vorstände sind dem Institut, das in Deutschland als VTB Direktbank mit Sitz in Frankfurt agiert, abhandengekommen, wie das „Handelsblatt“ (Freitag) berichtet. Die Informationen wurden am Donnerstag in Finanzkreisen bestätigt.

Frankfurt/Main - Vorstandschef Nicholas Hutt sowie Zac Fortune sind dem Bericht zufolge britische Staatsbürger und dürfen wegen der Sanktionen gegen Russland nicht länger für die VTB arbeiten. Oxana Kozliouk und Oleg Osipenko seien beide ukrainische Staatsbürger und wollten aufgrund der russischen Invasion nicht mehr für die Bank arbeiten. Einziges verbliebendes Vorstandsmitglied ist demnach Finanzchef Miro Zadro. VTB und VTB Europe wollten sich dem Bericht zufolge nicht äußern.

Die Finanzaufsicht Bafin sieht dem Vernehmen nach derzeit keine akute Gefahr, dass die Bank zusammenbrechen könnte. Auf der Internetseite der VTB Direktbank steht nach wie vor eine Meldung vom 1. März: „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir Ihnen bestätigen, dass Ihr Geld bei der VTB Direktbank so sicher ist, wie bei jeder anderen in Deutschland ansässigen Bank.“ Zugleich verweist die VTB Direktbank darauf, dass Einlagen bei ihr durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100 000 Euro je Kunde abgesichert seien, darüber hinaus greife der Einlagensicherungsfonds des Privatbankenverbandes BdB.

Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), bekräftigte am Donnerstag auf Nachfrage, was die Behörde seit Verhängung der Sanktionen gegen Russland immer wieder mit Bezug auf die VTB gesagt hat: „Wir begleiten die Bank eng und lassen uns täglich über die Mittelabflüsse berichten.“ dpa

Auch interessant