Lkw liegt quer auf der Autobahn
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Der Lkw legte sich auf der A7 bei Kirchheim quer. Er hatte gefährliche Lauge geladen.

Gefährliche Lauge geladen

Unfall auf A7 bei Kirchheim: Stau auf A7 und A4 - Räumungsarbeiten noch bis zum Morgen

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Aufgrund von zwei Lkw-Unfällen gibt es Verkehrsbehinderung auf der A7 um das Kirchheimer Dreieck. Der zweite Lkw hatte Gefahrgut geladen. Die Räumungsarbeiten dauern an.

Update vom Freitag, 29.01.2021, 06.59 Uhr: Die Polizei gibt neue Details zu dem Unfall eines Lkws am Kirchheimer Dreieck am Donnerstagnachmittag (28.01.2021) bekannt. Was war passiert?

Gegen 16.10 Uhr kam es am Donnerstag auf der A7 zwischen Kassel und Fulda, an der Gemarkung Niederaula im Kreis Hersfeld-Rotenburg in Richtung Würzburg zu einem Unfall. Zuvor hatte es bereits einen anderen Unfall dort gegeben, in den ein Lkw involviert war. Beide verunglückten Fahrzeuge hatten Gefahrgut geladen.

Der 35-jährige Fahrer des Sattelzuges aus Polen befuhr die A7 in südlicher Fahrtrichtung und hatte einen Tankauflieger mit 25 Tonnen (ca. 18.000 Litern) Natriumhydroxid befestigt. Die Polizei erklärt, wieso das Gefahrgut als solches gekennzeichnet ist: „Es handelt sich hierbei um eine wässrige Lösung, die bei Freisetzung eine ätzende Wirkung auf die Haut, Augen und Atemwege bewirkt.“

Der Unfall geschah, als der Sattelzug von einem anderen Lkw überholt wurde, der ohne Ankündigung und ohne auf den rechts fahrenden Verkehr zu achten, auf den rechten Fahrstreifen wechselte. Die Polizei hat keine Hinweise über den überholenden Lkw-Fahrer. Dieser setzte seine Fahrt nach dem Überholmanöver fort.

Der Fahrer des verunglückten Lkw versuchte mittels Gefahrenbremsung einen Zusammenstoß zu vermeiden und kam ins Schleudern. Sein Versuch den Sattelzug wieder unter Kontrolle zu bekommen missglückte. Wie die Polizei mitteilt, stellte sich das Fahrzeuggespann quer und knickte um. Der Tankauflieger kippte seitlich um und kam quer auf der Fahrbahn zu liegen - er blockierte so mehrere Fahrspuren.

Der 35-jährige Fahrer aus Polen blieb unverletzt und wurde nicht im Lkw eingeklemmt. Der Tankaufliefer mit dem geladenen Gefahrgut blieb unbeschädigt, allerdings lief Diesel aus. Die Feuerwehr Bad Hersfeld und Kirchheim streute den Kraftstoff ab und sicherte die Unfallstelle zusammen mit der Autobahnmeisterei Hönebach.

Der Verkehr staute sich in Fahrrichtung Würzburg schnell auf mehrere Kilometer und wirkte sich dabei auch auf den Verkehr der A4 aus. Auch dort kam es zwischen der Anschlussstelle Bad Hersfeld und Kirchheim mehrere Kilometer lang zu Verzögerungen. Die Staus auf der A7 und der A4 hatten sieben weitere Unfälle zur Folge, bei denen es sich um Auffahrunfälle handelte. Personenschäden gab es auch dort keine, sondern nur Blechschäden. Eine Warnmeldung über Rundfunk und eine Empfehlung für eine Umleitung wurde veranlasst. Die Bergungs- und Abschleppmaßnahme dauern voraussichtlich bis sieben Uhr morgens am Freitag (29.01.2021). Wie die Polizei mitteilt, wird der Verkehr in südlicher Fahrtrichtung derzeit über den Standstreifen abgeleitet und der entstandene Sachschaden auf etwa 150.000,- Euro geschätzt.

Unfall auf A7 bei Kirchheim: Zweiter Lkw verunglückt - Verkehrschaos in beiden Richtungen

Update vom Donnerstag, 28.01.2021, 18.24 Uhr: Richtung Süden staut es sich auf der A7 weiterhin. Der Verkehr wird allerdings nach und nach abgelassen, um Platz für nachrückende Einsatzfahrzeuge zu machen. Nach Norden läuft der Verkehr langsam wieder. Auch hier staut es sich weiter.

Unfall auf A7 bei Kirchheim: Gefahrguttransport verunglückt - Feuerwehr und Polizei im Einsatz

Erstmeldung vom Donnerstag, 28.01.2021, 17.19 Uhr: Kirchheim - Zwei Lkw-Unfälle auf der A7 bei Kirchheim (Hersfeld-Rotenburg) haben um das Kirchheimer Dreieck am Donnerstag (28.01.2021) für ein Verkehrschaos gesorgt. Der zweite Unfall ereignete sich am Nachmittag gegen 16.10 Uhr. Nach ersten Informationen ist die Autobahn Richtung Kirchheim und Richtung Frankfurt voll gesperrt.

Bereits einige Stunden vorher war auf der A7 bei Kirchheim ein Lkw verunglückt und Diesel ausgelaufen. Der zweite Unfall ereignete sich am Nachmittag in Richtung Frankfurt. Der Sattelzug stellte sich quer über die Fahrbahn und kippte um. Ähnlich wie im ersten Lkw-Unfall des Tages lief Diesel aus dem Tank der Zugmaschine.

Die Feuerwehr hatte es erneut mit einer gefährlichen Ladung zu tun. In diesem Fall hatte der Lkw Natriumhydroxid geladen, auch Ätznatron genannt. Dieser Grundstoff einer Lauge hat extrem ätzende Eigenschaften. Die Einsatzkräfte konnten nach einhergehender Überprüfung allerdings Entwarnung geben. Es soll kein Gefahrengut ausgelaufen sein.

Die Bergungsarbeiten auf der A7 gestalten sich schwierig. Zunächst muss die Ladung abgepumpt werden.

Zweiter Lkw-Unfall auf A7: Großer Stau hat sich gebildet

Der zweite Lkw Unfall verschärft die angespannte Verkehrslage auf der A7 bei Kirchheim erheblich. Der Lkw liegt quer über mehrere Fahrstreifen. Die Feuerwehr ließ zunächst einige Autos aufgrund des langen Staus ablaufen. Die Bergung erfordert jedoch eine Vollsperrung in Richtung Frankfurt. Damit ist die A7 in beiden Richtungen dicht.

Die Bergung könnte sich noch weiter hinziehen. Denn bevor der Lkw bewegt werden kann, müssen laut Feuerwehr zunächst 25.000 Liter Natriumhydroxid aus dem Sattelschlepper abgepumpt werden. (Jennifer Greve, Philipp Zetter und Yuliya Krannich)

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