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Bieber rettet Biber: Ein Pfarrer im tierischen Noteinsatz

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Von: Lucas Maier

Ein Mann fängt einen Biber mithilfe eines Besens ein.
Tier-Rettungsaktion in Fulda: Dieser Biber hat sein Leben dem Schulpfarrer Bieber zu verdanken. © Polizeipräsidium Osthessen

Als ein Tier sich in einen Garten verirrt initiiert ein aufmerksamer Pfarrer eine Rettungsaktion. Bis auf einen Buchstaben teilen sich Pfarrer und Tier sogar den Namen. 

Fulda - Bi(e)ber, der Name war bei einer Rettungsaktion am Sonntag (4.01.2021) Programm. Denn beim Caritas-Verband in Fulda schaute ein besonders geschütztes Tier vorbei. In der Nähe des Doms wurde es ausgerechnet von Sebastian Bieber, dem Schulpfarrer, entdeckt.

Der Biber hatte sich selbst in eine „Falle“ gebracht. Doch das Tier hatte Glück, den Pfarrer Bieber alarmierte Hilfe.

Bieber für den Biber: Das geschützte Tier hatte keinen Ausweg mehr

Der Garten des Caritas-Verbandes in Fulda ist durch historische Mauern eingefasst. Diese machten es dem Tier unmöglich wieder selbstständig aus dem Garten heraus zu finden.

Durch den aufmerksamen Pfarrer Bieber konnte jedoch eine Rettungsaktion für den Biber gestartet werden. Ganz einfach war es wohl nicht, das Tier aus dem Garten zu retten. Den immerhin waren mehrere Personen dafür notwendig.

Rettungsaktion in Fulda: Polizei und Pfarrer vereint für das Wohl des Tieres

Mit vereinten Kräften gelang es Polizei, Pfarrer Bieber und dem Beauftragten für Artenschutz der Stadt Fulda, das Tier zu retten. Mithilfe eines Besens leiteten die Retter den Biber in eine Transport-Box.

Biber in Transport-Box
Rettung des Tieres geglückt: Der Biber konnte eingefangen werden. © Polizeipräsidium Osthessen

Auf seinem Irrweg zog sich das Tier lediglich eine kleine Verletzung am Schwanz zu. Diese musste allerdings nicht behandelt werden.

Erfolgreiche Tierrettung: Biber zurück an der Fulda

Laut dem Beauftragten für Artenschutz der Stadt Fulda könnte ein Hund das Tier so sehr gestört haben, das es seinen Lebensraum verließ und sich in den Garten des Caritas-Verbandes Fulda verirrte.

Biber in Deutschland

Bei dem Biber handelt es sich um die zweitgrößte Nagetierart die aktuell auf der Welt existiert. In Deutschland darf der Biber nicht bejagt werden. Bereits 1714 wurde vom preußischen König Wilhelm I. eine Anordnung zum Schutz der Biber erlassen. Ende des 19. Jahrhunderts war der Biber in vielen Teilen Deutschlands dann allerdings ausgestorben. Grund hierfür war nicht nur die direkte Jagd, sondern auch die Zerstörung der Lebensräume des Tieres. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden sowohl in Deutschland als auch in anderen Teilen Europas Schutzprogramme für Biber umgesetzt. Inzwischen wird wieder von über 30.000 Tieren in Deutschland ausgegangen.

Normalerweise halten sich die Biber im Ufer-Bereich der Fulda* auf. Dort konnte das verirrte Tier auch nach der erfolgreichen Rettungsaktion in die Freiheit entlassen werden. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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