Großstörung - Alle S-Bahn circa 20 Minuten verspätet: Anzeige der S-Bahn im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main
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Eine Anzeigetafel im Hauptbahnhof Frankfurt kündigt eine Verspätung der S-Bahnen an - Doch 2020 waren die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet so pünktlich wie lange nicht. (Symbolbild)

Deutsche Bahn

Für Pendler kaum zu glauben: S-Bahn Rhein-Main stellt wegen Corona ungewöhnlichen Rekord auf

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Die Deutsche Bahn ist nicht für ihre Pünktlichkeit bekannt. Doch schaut man sich die Bilanz der S-Bahn Rhein-Main für 2020 an, scheint dieser Ruf mittlerweile überholt.

Frankfurt - Die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet waren im vergangenen Jahr so pünktlich wie lange nicht mehr. Im Schnitt sind die Züge zu 94,2 Prozent pünktlich gewesen, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag (26.01.2021) mit. Das seien über zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2019. Ähnlich hoch sei die Zahl zuletzt im Jahr 2013 gewesen. Als Gründe werden neben der geringeren Auslastung durch die Corona-Pandemie auch zahlreiche Investitionen etwa in die Infrastruktur und die Fahrzeugflotte angegeben. „Mehr Personal, mehr Züge, mehr Geld für die Infrastruktur. Die Investitionen in Rhein-Main für eine starke Schiene zeigen Wirkung“, sagt S-Bahn Geschäftsführer, Christian Roth. Allein in die Infrastruktur flossen in Hessen im letzten Jahr rund 900 Millionen Euro. Dazu seien zahlreiche Lokführer ausgebildet und die Fahrzeugflotte erweitert worden.

Etwas überraschend kommt der Rekord für regelmäßige Fahrgäste der S-Bahnen in der Region aber schon. Denn allein, wenn man auf die letzten Wochen von 2020 in Frankfurt schaut, mussten die Bahn-Pendler einiges aushalten. Anfang November war hier der S-Bahn-Tunnel durch die gesamte Stadt für ein Wochenende komplett gesperrt: Der Grund für die Sperrung des Tunnels zwischen dem Hauptbahnhof Frankfurt* und Offenbach war ein Softwareupdate im elektronischen Stellwerk der Deutschen Bahn (ESTW). Ob das Update 2021 wohl für einen weiteren Pünktlichkeitsrekord sorgen kann? Die Fahrgäste in Frankfurt mussten zumindest auf Bus und U-Bahn umsteigen, oder Umleitungen und Verspätungen in Kauf nehmen.

S-Bahn Rhein-Main: Pünktlichkeit auch nach Corona beibehalten

Mitte Dezember dann wieder eine große Störung im S-Bahn-Verkehr der Deutschen Bahn: Ein Schienenbruch im Bereich der Station „Ostendstraße“ legt alle S-Bahnen im Frankfurter Stadtgebiet weitgehend lahm. Es kommt zu Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen. Kurz vor Ende des Jahres, am 30. Dezember dann noch einmal eine Großstörung im Nah- und Fernverkehr*. Eine Bahn der Linie S6 entgleiste in einer Baustelle in Frankfurt-Eschersheim. Die Pendler und Fahrgäste mussten starke Nerven behalten und über eine Drehleiter von der Feuerwehr aus der Bahn gerettet werden. Der Grund für die Entgleisung war eine Gleisabsenkung. Die Folge: Wochenlange Einschränkungen im ÖPNV.

Doch apropos Baustelle: Die Deutsche Bahn, der RMV und S-Bahn Rhein-Main setzen alles daran, dass die S-Bahnen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet auch nach Corona, wenn die Züge wieder unter Volllast fahren, die neue Pünktlichkeit beibehalten können. „Der Ausbau des Schienennetzes muss deshalb dringend weiter vorangetrieben werden“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. (iwe) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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