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Mehrere Dutzend Angriffe auf Gerichtsvollzieher

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Angriffe gegen Gerichtsvollzieher
Eine Obergerichtsvollzieherin geht mit ihrer Aktentasche zu einer Wohnung. © Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Gerichtsvollzieher in Hessen erleben in ihrem Berufsalltag immer wieder körperliche oder verbale Attacken. In diesem Jahr seien 30 solche Übergriffe bekanntgeworden, teilte das Justizministerium in Wiesbaden auf eine Kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mit. 2020 wurden demnach 23 Attacken gemeldet. Das Ministerium bezog sich jeweils auf Zahlen von Amtsgerichten.

Wiesbaden - Es verwies zudem auf ein Dunkelfeld.

Einige Beschäftigte berichten demnach von regelmäßigen verbalen Anfeindungen in unterschiedlichem Ausmaß. Es sei daher zweifelhaft, „ob die genannten Zahlen jedenfalls hinsichtlich der Anzahl rein verbaler Übergriffe auf Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher ein realistisches Abbild der faktischen Situation darstellen“.

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) verwies in ihrer Antwort auf die FDP-Anfrage auf verschiedene Maßnahmen für mehr Sicherheit, angefangen von Schutzausrüstung über Aus- und Fortbildungsveranstaltungen bis zu Unterstützungsmöglichkeiten durch die Polizei. Seit November testen Gerichtsvollzieher im Landgerichtsbezirk Kassel außerdem den Einsatz mobiler Alarmgeräte.

„Es geht auch darum, das Sicherheitsgefühl der Bediensteten durch den mobilen Alarm bei ihren Einsätzen zu erhöhen“, hatte Kühne-Hörmann bei der Vorstellung des auf ein Jahr angelegten Feldversuchs gesagt. Nach Angaben des Justizministeriums kann mithilfe des kleinen mobilen Geräts in einer Notsituation ein stiller Alarm durch einen Tastendruck abgesetzt werden, verdeckt etwa in der Hosentasche. dpa

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