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Hitzige Debatte um 9-Euro-Ticket-Nachfolger im Landtag

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9-Euro-Ticket
Ein mobiles, für Juni gültiges 9-Euro-Ticket. © Marijan Murat/dpa/Illustration

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sieht gute Chancen für eine Lösung bei den Gesprächen für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets. Mitte Oktober sei die nächste Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven, sagte Al-Wazir am Donnerstag im hessischen Landtag in Wiesbaden. Es gebe gute Chancen, gemeinsam ein Flatrate-Ticket zu einem attraktiven Preis hinzubekommen.

Wiesbaden - Der Preis werde höher als neun Euro, aber im Vergleich zu den derzeitigen Preisen im ÖPNV immer noch attraktiv sein.

Der Bund müsse sich jedoch an den Kosten beteiligen, damit das bestehende Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erhalten und neue Angebote geschaffen werden können, betonte der Minister. Es sei nicht nur wichtig, einen billigen ÖPNV zu haben, sondern auch einen besseren. Ziel von Bund und Ländern ist es, ein 9-Euro-Folgeticket zum 1. Januar 2023 einzuführen.

In der Landtagsdebatte forderte die SPD-Fraktion die schwarz-grüne Landesregierung erneut auf, mehr Landesmittel für ein leistungsstarkes Mobilitätssystem für Hessen bereitzustellen. Es müsse passgenaue ÖPNV-Angebote auch im ländlichen Raum geben. Die Linksfraktion machte sich für eine Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets stark. Das sollte ein Zwischenschritt zu einem Nulltarif für Bus und Bahn sein.

Die FDP-Fraktion warnte davor, dass sich das ÖPNV-Angebot wegen der hohen Kosten für das Nachfolgeangebot reduziert. Das gelte vor allem für die ländlichen Regionen. Das Land Hessen sollte deshalb mehr Landesmittel einsetzen und nicht nur mehr Mittel vom Bund fordern. Die AfD-Fraktion kritisierte erneut, mit dem 9-Euro-Ticket sei Geld verbrannt worden. Damit sei keine nachhaltige Entlastung der Bürger entstanden. Es dürfe kein vollsubventioniertes ÖPNV-Ticket geben. Die Kostendeckung müsse zu einem erheblichen Teil durch Fahrgeldeinnahmen selbst kommen. dpa

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