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Skurril und abenteuerlich festgebunden: Autohändler fährt mit Rettungswagen im Gepäck auf der A5

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Von: Erik Scharf

Ein aufgeladener Rettungswagen sorgt auf der A5 bei Gießen für neugierige Blicke. Ein Autohändler überschätzt sich damit allerdings deutlich.

Gießen - Die Autobahn ist ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft. Da sind die, die es sich auf der äußersten Spur am Fahrbahnrand gemütlich machen und mit allem möglichst wenig zu tun haben wollen. Dann gibt es die Autofahrer, die stur in der Mitte fahren, egal was die anderen sagen oder denken. Und natürlich jene, die gar nicht schnell genug ans Ziel kommen können. Und zwischen den Spuren schummeln sich manchmal die skurrilen Gestalten durch das Land.

So geschehen auf der A5 zwischen Frankfurt und Kassel. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Rettungswagen. Normalerweise sorgen diese dafür, dass selbst die sturen Mittelspurenfahrer von dort verschwinden, um den Rettungsfahrzeugen Platz zu machen.

Ein ausrangierter Rettungswagen zieht auf der A5 zwischen Frankfurt und Kassel in Höhe Gießen die Blicke auf sich.
Ein ausrangierter Rettungswagen zieht auf der A5 zwischen Frankfurt und Kassel in Höhe Gießen die Blicke auf sich. © Polizei Gießen

A5 bei Gießen Richtung Kassel: Autohändler aus Bremen mit Rettungswagen deutlich überladen

Doch dieser Rettungswagen auf der A5 fuhr nicht selbst, sondern war auf einem Anhänger aufgeladen. Am Steuer des Lastwagens saß ein 54-jähriger Autohändler aus Bremen, der offenbar den ausrangierten Rettungswagen zu Geld machen wollte. Weil aber nicht nur der Rettungswagen die Aufmerksamkeit auf sich zog, sondern auch die Fahrweise des Autohändlers, riefen Augenzeugen auf der A5 die Polizei.

Auf dem Parkplatz Limes bei Gießen war dann vorzeitiges Ende der geschäftlichen Fahrt. Die Polizei stoppte den Transport. Doch damit nicht genug. Es „ergab sich den Beamten bereits eine Vorahnung, dass der Anhänger überladen sein könnte“, hieß es im Bericht der Polizei Gießen. Auch die Sicherung des Rettungswagen war nicht ausreichend. „Die Zurrgurte waren lediglich mit einem einfachen Knoten am Anhänger befestigt und mit einem Haken in der Felge“, schreibt die Polizei.

Die Sicherung eines ausrangierten Rettungswagens ruft auf der A5 die Polizei auf den Plan.
Die Sicherung eines ausrangierten Rettungswagens ruft auf der A5 die Polizei auf den Plan. © Polizei Gießen

Und die Beamten hatten mit ihrer Vorahnung den richtigen Riecher. Die Anhängelast war um 26 Prozent überschritten, die Überladung lag bei über 22 Prozent. Die Folge: Der Rettungswagen musste auf dem Parkplatz an der A5 bei Gießen umgeladen werden. Auf den Autohändler aus Bremen kommt ein Bußgeld in dreistelliger Höhe zu. (esa)

Zuletzt machte die Polizei bei einer Kontrolle auf der A5 einen bemerkenswerten Fund.

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