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Freiheitsstrafen im Prozess um Insider-Geschäfte

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Das Landgericht Frankfurt hat in einem Prozess um millionenschwere Insider-Geschäfte am Freitag Freiheitsstrafen ausgesprochen. Ein 35 Jahre alter Wertpapierhändler, der mit illegal erworbenen Informationen Kursgewinne von rund 6,7 Millionen Euro erzielt hatte, wurde zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Er muss zudem den Gewinn an die Staatskasse abführen.

Frankfurt/Main - Ein 33 Jahre alter Investmentbanker wurde als Tippgeber zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe und 240 Arbeitsstunden verurteilt. Die rund 120 000 Euro „Honorar“ sind ebenfalls zur Zahlung an den Fiskus fällig.

In dem seit April vergangenen Jahres laufenden Verfahren hatte lediglich der nach den Vorfällen gekündigte Bankangestellte ein Geständnis abgelegt. Der Aktienhändler dagegen behauptete, keinen Tipp erhalten und die Wertpapierkäufe nach freiem Ermessen getätigt zu haben. Rechtlich ging die Wirtschaftsstrafkammer von sechs einzelnen Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Aktenzeichen: AZ 7500 Js 233740/19).

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin sprach am Freitag von der bislang höchsten Haftstrafe in einem Insiderverfahren. Die Behörde hatte demnach den Beklagten im Juli und November 2019 sowie im Februar 2020 angezeigt und das Ermittlungs- und Gerichtsverfahren unterstützt.

Der Verurteilte hatte nach Erkenntnissen der Bafin von Mai 2018 bis Februar 2020 Aktien und Derivate gehandelt und dabei rund 8,5 Millionen Euro eingesetzt, vorwiegend vor Übernahmeangeboten. Die Insiderinformationen kamen von dem ehemaligen Investmentbanker, der an fast allen der Übernahmen beratend beteiligt war. „Die Nutzung von Insiderinformationen ist verboten und strafbar“, betonte die Bafin. dpa

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