Hitze in Deutschland - Opelbad Wiesbaden
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In Hessen haben die ersten Freibäder wieder geöffnet. Darunter auch das Opelbad in Wiesbaden. 

Strenge Corona-Auflagen

Badeseen und Freibäder in Hessen: Gewaltiger Frust und Park-Chaos

  • VonSebastian Richter
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In Hessen suchen viele Menschen nach Abkühlung, teilweise deutlich zu viele. Der Ansturm auf die Badeseen und Freibäder fällt wieder einmal groß aus.

Hessen – Die erste Hitzewelle des Sommers ist über Deutschland gerollt. Tausende Menschen retteten sich vor den hohen Temperaturen in das kühle Nass, der Andrang auf die Freibäder und Badeseen war groß. Um die Hygieneregeln der Corona-Pandemie an Freibad und Badesee einzuhalten, werden die Tickets an vielen Standorten online verkauft oder Besucher müssen sich im Vorfeld ein Zeitfenster reservieren. Meistens funktioniert das auch – aber eben nicht immer.

Teilweise waren am vergangenen Wochenende die Kapazitäten schon ausgeschöpft, bevor der Badetag überhaupt begonnen hatte. In Frankfurt* waren die begehrten Tickets tagelang ausverkauft. Die meisten Besucher haben sich offenbar mit dem neuen System arrangiert. Vereinzelt mussten dennoch Gäste abgewiesen werden, sagte der Geschäftsführer der BäderBetriebe Frankfurt GmbH, Boris Zielinski. Zu größeren Reibereien an den Eingängen der Freibäder sei es aber nicht gekommen.

Online-Ticketsystem zum Besuch an Badeseen und Freibädern: Corona-Auflagen sorgen für Frust

Denn die meisten Menschen wüssten, dass die Tickets vorher im Internet zu bestellen sind und kämen dann erst gar nicht zum Schwimmbad, wenn alle Plätze bereits ausverkauft seien. Den Mitarbeitern tue es aber um jeden leid, der wegen der Corona*-Auflagen nach Hause geschickt werden müsse, so Zielinski.

Ausgebucht war unter anderem auch das Heinrich-Fischer-Bad in Hanau. Das Freibad hat vor- und nachmittags jeweils für 600 Badegäste Platz. Tickets wurden online im Voraus verkauft, wenn aber noch Plätze frei waren, gab es auch Tagestickets an der Kasse. Hier mussten viele wieder abgewiesen werden, wie der Geschäftsführer der Hanauer Bäder GmbH, Uwe Weier, sagte. Einige warteten vor dem Eingang, bis Besucher das Freibad verließen. Das führte wohl auch zu Verstimmungen und Diskussionen, wie Weier mitteilte. Durch den Einsatz eines Sicherheitsdienstes konnten größere Zwischenfälle verhindert werden. Die Kräfte sprachen wartende Besucher aktiv an, um einer Eskalation vorzubeugen.

Parkplätze an Badeseen und Freibädern in Hessen hoffnungslos überfüllt

Ein Problem bei der Organisation waren das Nadelöhr, über das viele Besucher zu den Freibädern und Badeseen in Hessen* anreisten: die Parkplätze. So zum Beispiel am Langener Waldsee. Während in normalen Jahren sich bis zu 15.000 Menschen den größten Badesee des Rhein-Main-Gebiets besuchen, sind in diesem Jahr nur 5000 Besucher zugelassen. Gleichzeitig gibt es aber nur etwa 700 Parkplätze rund um den See. Deshalb wird allen Gästen, die mit dem Auto anreisen, empfohlen, auch das Parkticket vorher im Internet zu reservieren. Oder im besten Fall sich gleich einen anderen Weg zum Badesee zu suchen.

Im vergangenen Jahr war es am Badesee in Langen zu teils chaotischen Zuständen gekommen*. Besucher stellten damals ihre Autos unerlaubt an der Bundesstraße ab, Rettungs- und Waldwege wurden zugeparkt. Sogar ein Waldbrand wurde ausgelöst. Dieses Jahr hat die Stadt Maßnahmen ergriffen: Strafzettel wurden konsequent bei Regelverstößen erteilt, manche Autos auch abgeschleppt, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. So könne ein Badetag sehr schnell sehr teuer werden: Bis zu 100 Euro werden beispielsweise für unerlaubtes Parken an Waldwegen fällig, Abschleppkosten kommen noch hinzu.

Badeseen in Hessen: Ansturm der Besucher macht Probleme

Einen ebensolchen Ansturm gab es am Trais-Horloffer See bei Hungen. Im letzten Jahr wollten so viele Menschen den Badesee besuchen, dass die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden konnten. Das Ordnungsamt Hessen beschränkte den Zugang auf 1500 Personen und setzte Polizeihelfer und Security-Kräfte ein. Dieses Jahr sei ein Eingreifen noch nicht nötig gewesen – auch wenn es in den vergangenen Tagen voll gewesen sein soll, so das Ordnungsamt. Bisher wurde sich laut der Behörde an die Abstandsregeln gehalten.

In Frankfurt herrschte am Eschersheimer Freibad reges Treiben* – das zu einem Chaos führte. Autos fuhren entlang des Nidda-Radweges Richtung Schwimmbad, der offizielle Parkplatz war völlig überfüllt. Auch an einem Kleintierzuchtverein parkten illegal Badegäste. Das Chaos kann gefährliche Ausmaße annehmen: So wurde der Weg für zwei Rettungsfahrzeuge zum See blockiert. (spr) *fnp.de, op-online.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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