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Ein Flugzeug vom Typ Boeing 777F ist am Mittwoch vom Flughafen Frankfurt nach Großbritannien gestartet. Ein ungewöhnlicher Flug bedingt durch die Corona-Pandemie.

Flughafen Frankfurt

Spezial-Auftrag bei der Lufthansa: Flugzeug muss spezielle Fracht nach Großbritannien bringen

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Wegen Lebensmittel-Engpässen hat die Lufthansa rund 80 Tonnen Obst und Gemüse vom Flughafen Frankfurt aus nach Großbritannien geliefert - ein ungewöhnlicher Flug.

  • Die Lufthansa hat einen Frachtflug vom Flughafen Frankfurt nach Großbritannien durchgeführt.
  • Der Flug war kein alltäglicher und bedingt durch die aktuellen Lieferengpässe infolge der Corona-Pandemie.
  • Denn wegen einer Virus-Mutation in Großbritannien haben viele Länder die Grenzen dicht gemacht.

Flughafen Frankfurt – In Großbritannien leeren sich aufgrund der Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie die Regale. Die Lufthansa hat jetzt einen Hilfsflug vom Flughafen Frankfurt aus durchgeführt.

Die Frachtmaschine vom Typ Boeing 777F mit der Kennung D-ALFH startete um 13.34 Uhr unter der Flugnummer LH8532 vom Flughafen Frankfurt und landete rund Eineinviertel Stunden später am Flughafen Doncaster im Norden von England. An Bord befanden sich nach Angaben des Unternehmens rund 80 Tonnen Fracht in Form von Obst und Gemüse.

Obst und Gemüse per Lufthansa-Flug vom Flughafen Frankfurt nach Großbritannien

Die Waren sind unter anderem für Lebensmittelmärkte von Ketten wie Tesco und Sainsbury‘s bestimmt, wie eine Sprecherin der Lufthansa Cargo auf Anfrage sagte. Demnach soll die Ware nach der Landung am Mittwochnachmittag (23.12,2020) direkt in die Supermärkte gebracht werden. Wie die Lufthansa mitteilte, wird bereits geprüft, ob weitere Frachtflüge dieser Art in den nächsten Tagen möglich sind. Eventuell könnten auch Passagiermaschinen für reine Frachtlieferungen zum Einsatz kommen, hieß es demnach weiter.

Lufthansa Cargo startet vom Flughafen Frankfurt sonst nur interkontinental

Normalerweise fliegt die Lufthansa Cargo Lieferungen nach Großbritannien in den Bäuchen von Passagiermaschinen, erklärte die Sprecherin des Unternehmens. Das sei aber aufgrund der weggefallenen Passagierflügen nicht im selben Maße wie ohne Corona-Pandemie möglich. So war der organisatorische Aufwand erheblich. „Wir fliegen sonst nicht mit einem Frachter nach Großbritannien. Das musste natürlich alles organisiert werden. Das sind Dinge, die müssen innerhalb von wenigen Stunden gelöst werden“, so die Sprecherin. Denn die verderbliche Ware muss zeitnah geliefert werden. Daher sei eine zügige Abstimmung mit den Verantwortlichen am Flughafen Frankfurt und am Flughafen in Großbritannien notwendig gewesen.

Auswirkungen des Coronavirus auch am Flughafen Frankfurt

Grund für die ungewöhnliche Aktion ist die angespannte Corona-Situation in Großbritannien. So sind Frachttransporte aus Frankreich – dem wichtigsten Zulieferweg für die Insel – über dem Landweg derzeit nur möglich, wenn LKW-Fahrer zuvor auf das Coronavirus getestet wurden. Rund 3.000 Lastwagen stauen sich daher bereits auf britischer Seite des Ärmelkanals. Tests dauern allerdings nach Angaben des Weltdachverbands der Straßentransportwirtschaft International Road Transport Union (IRU) derzeit rund 30 Minuten pro Person. So ließe sich der Rückstau nicht auflösen, erklärte eine Sprecherin der IRU der BBC. Auch am Flughafen Frankfurt hatten sich die Auswirkungen dieser Maßnahmen gezeigt. Dort mussten unter anderem 120 Passagiere übernachten.

Ein Flugzeug vom Typ Boeing 777F ist am Mittwoch vom Flughafen Frankfurt nach Großbritannien gestartet. Ein ungewöhnlicher Flug bedingt durch die Corona-Pandemie.

Die Lufthansa-Lieferung vom Flughafen Frankfurt ist aber wohl nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Denn Großbritannien importiert rund die Hälfte des frischen Gemüses und den Großteil seiner Früchte, beides hauptsächlich aus der EU. So könnte es nach Angaben des britischen Einzelhandelsverbands Britisch Retail Consortium zu weiteren Engpässen kommen. Davon wären demnach auch Eier, Reis, Seife und Toilettenpapier betroffen. (Marcel Richters)