Einreiseverbot aus Großbritannien

Mutiertes Coronavirus: Über 100 Passagiere warten am Frankfurter Flughafen noch auf Test

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Wegen einer mutierten Variante des Coronavirus hat Deutschland den Reiseverkehr mit Großbritannien gestoppt. Noch immer warten viele Passagiere in Frankfurt auf ihren Test.

  • In Großbritannien verbreitet sich eine mutierte Variante des Coronavirus.
  • Noch am Montavormittag (21.12.2020) warten Reisende aus Großbritannien auf ihren Corona-Test.
  • Auch der Flughafen Frankfurt* ist betroffen – Hunderte Passagiere der letzten Flüge mussten sich testen lassen.

+++ 12.09 Uhr: Nachdem Aufkommen einer mutierten Variante des Coronavirus in Großbritannien und Südafrika und dem daraufhin eingestellten Flugverkehrs warten nach Angaben der Bundespolizei derzeit noch 157 Personen am Flughafen Frankfurt darauf, in die Bundesrepublik Deutschland einreisen zu dürfen. 87 Personen seien aktuell noch ungetestet, 70 warteten laut eines Sprechers der Bundespolizei derzeit noch auf ihr Testergebnis.

Währenddessen berichtet die „Bild“-Zeitung, dass sich am Flughafen Hannover in der Nacht zum Montag (21.12.2020) chaotische Szenen abgespielt haben sollen. So soll Passagieren aus Großbritannien trotz Corona-Tests das Verlassen des Flughafens untersagt worden sein, die Gestrandeten stattdessen auf Feldbetten im Gatebereich übernachten müssen. Passagiere klagten der „Bild“ zufolge ebenfalls darüber, dass ihnen die Maßnahmen seitens Mitarbeitern des Flughafens nicht erklärt worden seien.

Lange Wartezeiten am Flughafen Frankfurt: Gestrandet wegen Corona-Mutation

Eine Sprecherin des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport teilte auf Anfrage mit, dass zwar auch vor Ort im Transitbereich B für die Passagiere aus Großbritannien und Südafrika Feldbetten aufgestellt worden seien. Sie betont jedoch, dass gestrandete Passagiere während der gesamten Wartezeit mit „Getränken und Snacks“ versorgt worden seien.

Flughafen Frankfurt: Viele Menschen lassen sich vor Ort auf das Coronavirus testen.

Ein Sprecher der Bundespolizei erläutert zudem, dass die Maßnahmen im „Rahmen des Infektionsschutzgesetzes“ durchgeführt worden seien. Von Verhältnissen wie am Flughafen Hannover wusste er nichts zu berichten.

Mutiertes Coronavirus: Mehr als 100 Passagiere aus Großbritannien stranden am Flughafen Frankfurt

+++ 10.19 Uhr: Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag (21.12.2020) im Transitbereich des Frankfurter Flughafens verbringen. Grund dafür waren die seit diesem Montag geltenden Landeverbote für aus Großbritannien kommenden Flugzeuge wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus, die in Großbritannien aufgetreten ist. Die Einreise für Passagiere aus Großbritannien wurde bereits am Sonntagabend (20.12.2020) gestoppt. Betroffen waren nach Angaben des Flughafens insgesamt fünf Flüge.

Flughafen Frankfurt: Mehrere hundert Passagiere beim Corona-Test

Wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete, wurden mehrere hundert ankommende Passagiere seit Sonntagabend zunächst am Gate separiert. In einem im Transitbereich gelegenen Testzentrum mussten sie zunächst einen Corona-Test machen. Obwohl mit dem Betreiber längere Öffnungszeiten vereinbart worden waren, konnten nicht alle Reisenden getestet werden beziehungsweise ihr Ergebnis erfahren und mussten die Nacht daher auf dem Flughafen Frankfurt verbringen. Am Montagmorgen waren nach Angaben der Bundespolizei noch knapp 100 Reisende betroffen, die nach ihrem Corona-Test nun noch auf das Ergebnis warteten.

Flughafen Frankfurt: Lange Schlangen bildeten sich am Sonntag (20.12.2020) beim Corona-Testzentrum.

Flughafen Frankfurt: Wegen mutiertem Coronavirus – Landeverbot für Flüge aus Großbritannien

Erstmeldung vom Montag, 21.12.2020, 8.33 Uhr: Frankfurt - Weil sich eine neu entdeckte und hoch ansteckende Variante des Coronavirus* derzeit in Großbritannien ausbreitet, schottet sich auch Deutschland ab. Seit Mitternacht dürfen keine Passagiermaschinen aus dem Vereinigten Königreich landen. Das betrifft auch den Flughafen Frankfurt.

Zum Schutz vor der Mutation dürfen bis zunächst 31. Dezember keine aus Großbritannien kommenden Maschinen mehr landen. Das hatte das Bundesverkehrsministerium am Sonntag verfügt. Ausgenommen sind demnach reine Frachtflüge. Weitere Beschränkungen sollen folgen. 

Flugreisende aus Großbritannien und Südafrika mussten sich auch am Flughafen Frankfurt auf längere Wartezeiten wegen Kontrollen einstellen. (Symbolbild)

Flughafen Frankfurt: Letzte Maschinen aus Großbritannien landeten am Sonntagabend

Laut „hessenschau.de“ landeten am Flughafen Frankfurt der letzten Flieger am Sonntagabend. Reisende, die einen ausländischen Pass besitzen, mussten einen Corona-Test machen. Wie das Portal von der Bundespolizei erfuhr, sollen einige Passagiere bis zum Morgen auf ihr Ergebnis gewartet haben. Deutsche Staatsbürger konnten den Flughafen zwar ohne Test verlassen, mussten sich jedoch in eine fünftägige Quarantäne begeben.

Die Bundespolizei Flughafen Frankfurt informierte am Sonntag auch via Twitter, dass Reisende aus Großbritannien und Südafrika, das ebenfalls von der Virusvariante betroffen ist, sich „auf länger Wartezeiten durch Kontrollen einstellen“ müssen. Passagiere aus anderen Ländern seien nicht betroffen.

Flughafen Frankfurt: Mutation des Coronavirus - Keine Flüge aus Großbritannien

Die kürzlich in Großbritannien entdeckte Mutation des Virus soll nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein. Premierminister Boris Johnson hatte betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Die Form breitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden bereits einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an. In Deutschland sei die Virusmutation* bisher noch nicht festgestellt worden, in anderen europäischen Ländern jedoch schon.

Auch zahlreiche andere Länder hatten bereits am Sonntag Flugverbote oder Grenzschließungen zum Vereinigten Königreich verkündet, wie die Niederlande und auch Belgien. Weitergehende Beschränkungen sollen noch per Rechtsverordnung festgelegt werden, wie es laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Regierungskreisen hieß. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn soll auch der Reiseverkehr aus Südafrika eingeschränkt werden. (svw mit dpa) *fr.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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