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documenta: Dorn kritisiert Art der Auseinandersetzung

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Angela Dorn
Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Im Streit um die Verantwortlichkeiten bei der documenta nach dem Antisemitismus-Eklat auf der Schau hat Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) die Art der Auseinandersetzung kritisiert. „Es braucht aktuell ein Wirken beider Gesellschafter in Kooperation mit dem Zuwendungsgeber des Bundes, die der Bedeutung der documenta als einer der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt gerecht werden und der Tatsache Rechnung tragen, dass hier üble antisemitische Bildsprache zu sehen war“, erklärte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der documenta auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Kassel/Wiesbaden - Nachdem ein als antisemitisch eingestuftes Kunstwerk auf der documenta abgebaut worden war und es bereits seit Monaten Antisemitismus-Vorwürfe gegen das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa gegeben hatte, fordert Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) mehr Einfluss der Bundesregierung auf die Schau. Sie droht, andernfalls den Geldhahn zuzudrehen.

Während die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dorn die Forderungen Roths unterstützt, lehnt der Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), sie vehement ab. In einem Brief an Roth zeigte er sich „stark irritiert“ von deren Verhalten und kündigte an, notfalls auf die finanzielle Unterstützung Berlins zu verzichten.

Sowohl die documenta fifteen als auch die Trägergemeinschaft documenta gGmbH hätten eine „solche kleine Münze“ nicht verdient, betonte Dorn am Donnerstag. „Deshalb werde ich mich an keinem öffentlichen Ping-Pong-Spiel beteiligen.“

Ihr fehle auch deshalb das Verständnis dafür, „wie einige die Debatte über die dringend nötige bessere Aufstellung der documenta-Gremien jetzt führen“, weil sich das Land Hessen und die Stadt Kassel als Gesellschafter schon nach der documenta 14 im Jahr 2017 einig darüber gewesen seien, zusätzlich zu den eigenen Vertretern auch bundesweite und internationale Expertise in den Aufsichtsrat einzubeziehen, erläuterte Dorn. „Auch Herr Geselle hatte sich der Sicht angeschlossen, dass sich die Rolle der documenta als eine der weltweit bedeutendsten Kunstausstellungen im Aufsichtsrat widerspiegeln muss.“ dpa

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