Ein Mitarbeiter bereitet im Impfzentrum der Polizei den Corona-Impfstoff von AstraZeneca für eine Impfung vor.
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Kaum eine Arztpraxis befürwortet die Pläne der KV Hessen, die Abstände zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung zu verkürzen. (Symbolfoto)

Corona-Impfung vor Sommerferien?

„Wir sind Ärzte und nicht Urlaubsermöglicher“: Mediziner aus Osthessen laufen Sturm gegen KV-Impfaktion

Mit Blick auf die Sommerferien will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen das Impftempo beschleunigen, um möglichst vielen Menschen eine Urlaubsreise zu ermöglichen. Doch mit der Ankündigung, die Abstände zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung massiv zu verkürzen, geht die KV nach Meinung vieler Ärzte zu weit. Kaum eine Praxis macht das mit.

Fulda - In vielen Hausarztpraxen werden derzeit Sonderschichten gefahren, um die Anfragen nach Corona*-Impfungen zu bewältigen. Ärzte führen neben dem normalen Praxisbetrieb Hunderte Impfungen durch, berichten von ungeduldigen, teils unverschämten Anrufern und erschöpftem Personal. Jetzt sorgt eine Ankündigung der KV Hessen für noch mehr Impf-Andrang* – und Aufruhr: Unter der Überschrift „Geimpft sicher in den Urlaub – wer will, der kann!“ verspricht die KV eine „besondere Impfaktion“ – allerdings nur mit Astrazeneca-Impfstoff, denn das Vakzin erweist sich immer mehr als Ladenhüter und kann von Ärzten nun unbegrenzt beschafft werden.

Was in einer Pressemitteilung der KV, die für die Versorgung der Patienten in Hessen zuständig ist, zu lesen ist, klingt nach unbeschwerten Zeiten, die bevorstehen – auch für die, die beim Impfen eigentlich noch nicht dran sind. Alle Erwachsenen können sich demnach von Pfingsten an mit Astrazeneca impfen lassen – Erst- und Zweitimpfung sollen binnen vier Wochen erfolgen. Auch das ist ungewöhnlich, denn normal waren bislang acht bis 12 Wochen. Nach weiteren zwei Wochen gibt es den digitalen Impfpass, der – wie es heißt – „Interessierten die Reisefreiheit“ bietet, „die sie sich für den Urlaub in Europa in diesem Sommer wünschen.“ Und weiter: „Die Sicherheit, gut gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geschützt zu sein, gibt’s inklusive.“ Dafür sei „nicht mehr als ein Anruf bei der teilnehmenden Haus- oder Facharztpraxis und eine Terminvereinbarung nötig.“ *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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