Corona-Lockerungen in Hessen

Friseursalons wieder offen – Das müssen Kunden wissen

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Trotz der Verlängerung des Corona-Lockdowns dürfen Friseursalons in Hessen ab 1. März wieder öffnen – mit strengen Regeln. Wie Sie noch einen Termin bekommen.  

  • Eine Verlängerung des Corona-Lockdowns ist beschlossene Sache - dennoch gibt es Lockerungen.
  • Friseursalons dürfen trotzdem bereits Anfang März wieder öffnen – und der Andrang auf die Termine ist riesig.
  • Kundinnen und Kunden müssen beim Friseur einige Regeln beachten.

Frankfurt ‒ Große Erleichterung bei den Friseuren in Hessen. Obwohl der allgemeine Corona-Lockdown zunächst bis zum 7. März verlängert wurde, dürfen die Salons bereits eine Woche vorher, ab dem 1. März wieder öffnen. Das verkündete Ministerpräsident Volker Bouffier nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 10. Februar. Damit enden dann fast elf lange Wochen der Ungewissheit und die Friseure können nach der Kurzarbeit größtenteils wieder voll in das Berufsleben einsteigen. Am 16. Dezember 2020 mussten die Friseurmeister in Hessen zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie ihre Salons schließen.

Lange Wochen, in denen die Friseure in Hessen um ihre Existenz kämpfen mussten. Weil körpernahe Dienstleistungen des Friseurhandwerks typischerweise mit einer längeren Behandlungsdauer und somit auch mit einer Verweildauer im Salon einhergehen, wurden im Lockdown auch mehrere Klagen von Friseuren abgewiesen. Die Inhaber der Salons könnten Wirtschaftshilfen beantragen, um die finanziellen Folgen der Schließung zu mildern - die Salons zu öffnen sei keine Option.

Friseure in Hessen öffnen am 1. März: Was sich für Kunden und Beschäftigte ändert

Das sei aber nicht so einfach, denn die Dezemberhilfe ist auf die Unternehmen beschränkt, die schon Anfang Dezember schließen mussten. Die Friseursalons sind allerdings erst seit dem Mite Dezember dicht. Carsten Ciemer, Obermeister der Friseur-Innung im hessischen Schwalm-Eder-Kreis mahnte deshalb schon vor einigen Wochen eindringlich vor den schweren Folgen der andauernden Schließung durch den Corona-Lockdown. Die Situation sei unhaltbar, sagt er, es sei höchste Zeit zu öffnen, denn die ersten Friseure in Hessen geben bereits auf*.

Doch nun können sich die hessischen Friseure endlich auf die Öffnung im März vorbereiten*. Denn Ministerpräsident Bouffier hatte angekündigt, dass ein Friseurbesuch nur unter strengen Infektionsschutz-Maßnahmen stattfinden darf. Auch im vergangenen Sommer, vor dem zweiten Lockdown waren die Corona-Regeln für Friseure streng. So mussten beispielsweise zwingend vorher Termine vereinbart, die Kontaktdaten der Kunden aufgenommen und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Friseure ab 1. März geöffnet – In einigen Salons wird es teurer

In einigen Friseursalons werden mit der Neueröffnung wohl außerdem die Preise steigen. Das hängt allerdings nicht in erster Linie mit der Pandemie zusammen, sondern mit einem Lohn- und Gehaltstarifvertrag, den der Landesinnungsverband Friseurhandwerk Hessen 2018 mit Ver.di abgeschlossen hat. Dieser Vertrag sieht eine Lohnsteigerung für die beschäftigten Friseure in Hessen zum 1. Januar 2021 vor. Durch die coronabedingte Schließung wurde diese Erhöhung aber noch nicht von allen Betrieben berücksichtigt. Für die Betriebe ist der Zeitpunkt in dieser finanziellen Krise sicherlich schwierig, doch aufgrund des Kurzarbeitergeldes sei diese Lohnsteigerung auch aus sozialer Sicht sinnvoll, so der Friseurverband Hessen.

Zu den höheren Kosten, die die Friseure in Hessen durch die Lohnsteigerung berücksichtigen müssen, kommt zusätzlich, dass die Friseurinhaber nunmehr nicht mehr die gleiche Anzahl von Kunden innerhalb der gleichen Öffnungszeiten bedienen dürfen. Eine Preisanpassung scheint also unausweichlich. Wie hoch diese jeweils ausfällt, ist von Salon zu Salon unterschiedlich.

Die Friseure in Hessen sollen ab März wieder öffnen. Doch es gelten strenge Hygienevorschriften. Unter anderem die Pflicht zur medizinischen Corona-Maske. (Symbolbild)

Friseure in Hessen öffnen: Welche Regeln zu beachten sind

Die aktualisierte „Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung“ (CoKoBeV) des Landes Hessen erlaubt am dem 1. März die Öffnung der Salons und gibt strenge Hygieneregeln vor, die den Friseurbesuch möglichst sicher machen sollen. Und auch die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat die Maßnahmen für Friseure vor der Öffnung der Salons im März nun noch einmal verschärft. Und auch die Ministerpräsidentenkonferenz hat beim Corona-Gipfel im Februar bereits Hygieneauflagen besprochen: So soll der Zustrom von Kunden auch 2021 wieder mit Reservierungen gesteuert werden und eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Friseursalons eingeführt werden.

Für die Kunden, aber auch für die Mitarbeitenden, ändert sich ab März einiges beim Friseurbesuch. Vor allem Geduld ist gefragt – die Corona-Regeln im Überblick.

  • Friseur-Termin: Spontane Friseurbesuche sind wie auch schon 2020 keine Möglichkeit. Wer keinen Termin beim Friseur vereinbart, wird abgewiesen. Somit könnte es Anfang März einen regelrechten Run auf die Friseurgeschäfte und wenige Termine geben – da ist Geduld gefragt.
  • Begrenzte Kunden-Zahl: Eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, wenn sich mehrere Personen im Raum befinden.
  • Desinfektion: Nach Betreten des Friseursalons sollten Beschäftigte und Kunden gründlich die Hände waschen oder desinfizieren – Mitarbeitende außerdem vor und nach jedem Kundenkontakt.
  • Kontaktdaten: Die Friseursalons müssen sicherstellen, dass sie zur Kontaktnachverfolgung Name, Adresse und Telefonnummer der Kundinnen und Kunden aufnehmen.
  • Mindestabstand: Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss auch bei den Friseuren in Hessen gewährleistet sein. Daraus ergibt sich, dass Kundinnen und Kunden womöglich nicht nebeneinander im Wartebereich Platz nehmen dürfen oder beispielsweise, dass beim Waschen der Haare ein Waschbecken zwischen ihnen freibleiben muss.
  • Lüften: Alle 20 Minuten sollte im Salon ein Luftaustausch erfolgen. Dafür wird empfohlen, Fenster und Tür komplett zu öffnen und so für Durchzug zu sorgen. Im Winter reichen etwa drei bis fünf Minuten, im Sommer sind 10 bis 15 Minuten empfohlen. Der aktualisierte Arbeitsschutz sieht außerdem vor, dass Pausenräume für die Beschäftigten durchgängig gelüftet werden müssen, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Maskenpflicht: Für Kundinnen und Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder. De CoKoBeV Hessen sieht vor, dass in Friseursalons künftig auch die Pflicht zu einer medizinischen Maske besteht. Das bedeutet eine Maske der Standards FFP2, KN95 und N95 oder eine OP-Maske. Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske), auch bei Hausbesuchen. Können Kunden aus medizinischen Gründen keine Maske tragen, ist für die Friseure sogar eine FFP2-Maske vorgeschrieben.
  • Keine Trockenhaarschnitte: Diese Regel ist bereits aus vorigen Lockerungsphasen in Deutschland bekannt. Infektionen können wie bei anderen Kontaktflächen auch über Haare übertragen werden. Daher sollte der Kontakt zu ungewaschenen Haaren vermieden werden. Trockenhaarschnitte „sollten“ also vermieden werden. Einzige Ausnahme: Vor dem Färben müssen die Haare nicht gewaschen werden.

Friseure in Hessen öffnen am 1. März: Zahlreiche Mails und Anrufe

Die Friseure in Hessen stellen sich wegen der langen Schließung im zweiten Corona-Lockdown und die Pflicht zur Terminvereinbarung auf eine große Kundennachfrage zur Wiedereröffnung der Betriebe am 1. März ein. „Ich gehe davon aus, dass wir im März und April gut frequentiert sind“, sagte René Hain, Geschäftsführer des hessischen Innungsverbandes des Friseurhandwerks. Dies hätten vor allem auch die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gezeigt, als die Friseure nach dem ersten Lockdown wieder aufgemacht hätten. „Da war der Andrang auch enorm groß.“ Die Inhaberin eines Salons in Frankfurt sagte gegenüber der „Bild-Zeitung“ bereits, dass sie bis Mai ausgebucht sei. Das bestätigt auch René Hain: Mindestens im März, vermutlich aber eher in den nächsten sechs bis acht Wochen, würden die Termine bei den Friseuren in Hessen knapp sein. „Der Terminkalender ist voll“, sagt auch Jutta Ressel, eine Friseurin aus Fulda, die nun ebenfalls wieder öffnen* kann.

Die Zeit des Selberschneidens ist vorbei: Friseure in Hessen dürfen trotz Corona-Lockdown ab 1. März wieder öffnen.

Schon vor Bekanntgabe der Öffnung ab dem 1. März hatten einige Friseure in Hessen ab Mitte Februar vorsorglich Termine vergeben – die Hoffnung auf eine Öffnung ab dem 15. Februar war groß. Die schon festgelegten Termine für Februar würden jetzt natürlich verschoben, wodurch die Termine im März noch knapper werden. Andere Friseure seien weniger optimistisch gewesen und hätten lediglich Wartelisten angelegt. Die würden nun der Reihe nach abtelefoniert und auch schon viele Termine in der ersten Zeit nach der Öffnung belegen.

Einige Friseure schon ausgebucht: Versuchen Sie es bei Ihrem Stamm-Friseur

Dazu kommt in der Corona-Pandemie, dass viele Arbeitnehmer durch das Homeoffice deutlich flexibler geworden sind. Viele können nicht mehr nur frühmorgens oder spätabends zum Friseur gehen, sondern auch einfach mal zwischendurch. Dadurch wird es auch für die ohnehin flexiblen Kunden schwieriger, die sonst einfach Termine wahrgenommen haben, die für viele Arbeitnehmer unmöglich waren. Termine werden knapp sein, das ist kaum zu ändern. Doch René Hain hat einige Tipps, wie Sie vielleicht doch noch zu einem Friseurtermin kommen:

  1. Versuchen Sie es zuerst bei ihrem Stamm-Friseur: Als langjähriger Kunde besteht vielleicht eher die Möglichkeit, noch dazwischen zu rutschen.
  2. Telefonieren Sie mehrere Salons ab, irgendwo gibt es bestimmt ein Plätzchen.
  3. Nutzen Sie das Online-Buchungssystem, das viele Friseure in Hessen anbieten. So haben Sie die freien Termine auf einen Blick und können sich einen passenden auswählen.
  4. Für Männer könnte es sinnvoll sein, Friseursalons zu meiden, die vorwiegend Frauen frisieren. Da Frauenhaarschnitte im Durchschnitt deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, können so extreme Wartezeiten auf einen Termin vermieden werden.

Am 1. März öffnen die Friseure in Hessen – mit längeren Öffnungszeiten

Die hessischen Friseursalons erweitern laut Hain außerdem auch wieder ihre Öffnungszeiten. „Montag war immer der Sonntag der Friseure. Das gilt seit der Pandemie nicht mehr.“ Viele Friseure hätten auf eine 6-Tage-Woche umgestellt und tagsüber länger geöffnet. Die verlängerten Öffnungszeiten dienen dem Friseurverband zufolge nicht nur dazu, den Kundenandrang zu bewältigen. Laut Hain geht es gerade den größeren Betrieben auch darum, mittels Schichtdienstes die Mitarbeiter so weit wie möglich auszulasten. Denn auch weiterhin wird durch die Abstandsregeln nur eine reduzierte Anzahl an Plätzen zur Verfügung stehen.

Insgesamt ist der Vorsitzende des Friseurverbandes in Hessen aber nur vorsichtig optimistisch. Die Salons würden sich natürlich vorbereiten, doch man müsse abwarten, ob am 1. März tatsächlich geöffnet werden könne – oder ob die Virusmutationen die Pläne doch noch einmal durchkreuzten. (iwe/dpa) *fnp.de, fr.de, fuldaerzeitung.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Joerg Halisch/imago-images

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