Ein Mädchen lernt im Wohnzimmer in einer Lern-App Schreiben während ihre Mutter, Lehrerin, ihre Schüler einer Berufsschule mit Hilfe der Lernplattform Padlet im Distanzunterricht mit Arbeitsblättern und Lehrvideos versorgt.
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Lehrer und Schulleitungen berichten, dass es vermehrt zu Störungen des Videounterrichts kommt. 

Schule und Corona

Probleme beim Digitalunterricht: Angriffe auf Videokonferenzen und Pornografie

  • Niels Britsch
    VonNiels Britsch
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Lehrer und Schulleitungen berichten, dass es vermehrt zu Störungen des Onlineunterrichts kommt. Sogar pornografische Inhalte wurden in einem Fall den Schülern eine zweiten Klasse gezeigt.

Offenbach – Berichten von Lehrkräften zufolge „stürmen“ Schüler – die nicht zu der jeweiligen Klasse gehören, aber über Freunde den Link bekommen haben – die Videokonferenz, stören den Unterricht, zeichnen das Ganze auf und laden das Video auf der Plattform TikTok hoch. Aus einer Schule im Kreis heißt es, man habe sich mit den Eltern der beteiligten Schüler in Verbindung gesetzt mit der Aufforderung, sämtliche Aufzeichnungen zu löschen. Auch Strafanzeige wolle man stellen, heißt es.

Beim hessischen Kultusministerium in Wiesbaden ist das Problem bekannt: „Wir hören immer wieder, das Videokonferenzen durch Externe gestört werden“, so ein Sprecher. Es gebe allerdings auch Fälle, wo unerklärlich sei, wie die Daten zu Unbefugten gelangten. „Alle Videokonferenz-Systeme, die derzeit benutzt werden, sind externe Lösungen“, betont der Sprecher. Erst für das neue Schuljahr sei eine landesweite einheitliche Lösung geplant. Vereinzelt seien auch Fälle bekannt, die weit über ein „dummes Späßchen“ hinausgingen: „Es ist leider auch schon passiert, dass Kinder mit nicht jugendfreien Inhalten konfrontiert wurden.“

Corona und Schule: Pornografie im Videounterricht

So ermittelt die Polizei nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Florstadt, weil dort in der Videokonferenz einer Grundschulklasse Pornografie aufgetaucht ist. Die Konferenz wurde über eine externe Software organisiert, berichtete der Sprecher des Kultusministeriums. Dabei habe sich ein Teilnehmer unter einem Mädchennamen eingewählt und die Lehrerinnen von der Konferenz ausgeschlossen. Ein Elternteil habe den Vorfall bemerkt und gemeldet.

Laut Ministerium gibt es in Hessen vereinzelt Informationen darüber, dass Videokonferenzen gestört werden. Lediglich in Einzelfällen spiele Pornografie eine Rolle. Insgesamt seien die Videosysteme einer hohen Zahl externer Angriffe ausgesetzt, so der Sprecher. „Es ist bedauerlich, dass so der Unterricht beeinträchtigt wird. Die Schüler schaden sich am Ende selbst damit.“ (Niels Britsch )

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