Vertreter von 22 Umweltschulen waren in die Lindenauschule gekommen, um eine Auszeichnung für ihre Projektarbeit in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit entgegen zu nehmen. Foto: Pongratz

Hanau

In Zusammenhängen denken

Für ihre engagierte Projektarbeit in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit wurden jetzt die Umweltschulen aus Stadt und Kreis ausgezeichnet. Zu einer Feierstunde waren 24 Schulen in die Aula der Lindenauschule eingeladen – nur zwei konnten den Termin nicht wahrnehmen.

Von Ulrike Pongratz

Gastgeberin Ingrid Koch, Schulleiterin der Lindenauschule, und Gabriele-Schaar-von Römer, Leiterin Umweltzentrum Hanau, freuten sich nicht nur über die rege Teilnahme, sondern auch auf einen lebendigen Austausch des „größten regionalen Umweltschul-Netzwerkes“.

Alle Schulen zeichneten sich durch Projekte aus, die das abstrakte Leitbild Nachhaltigkeit anschaulich und konkret werden lassen. Dafür wurden sie mit einem Bildungsgutschein des Umweltzentrums Hanau und einem Einkaufsgutschein der Firma Löwer über 70 Euro für ihre fächerübergreifende pädagogische Arbeit bedacht.

Folgen des eigenen Handelns durchdenken

Die Gärtnerei Löwer beteiligt sich über diverse Kooperationen an den Schulprojekten und sensibilisiert mit verschiedenen Aktionen Kinder und Jugendliche für Natur und Umwelt. Die Bildungsgutscheine überreichten Schuldezernent Matthias Zach und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Beide dankten in ihren Reden den Schulen ausdrücklich für ihr Engagement und hoben die Bedeutung in Sachen Umwelterziehung und Nachhaltigkeit für die Zukunft hervor. Für Zach stand das Erkennen von Zusammenhängen im Vordergrund. Die Folgen des eigenen Handelns müssten in vielen Konsequenzen und ihren Wiedersprüchen durchdacht werden.

Weiß-Thiel sagte, er sei stolz, dass sich 13 Schulen aus Hanau an Umweltprojekten beteiligten. „Kinder in der Stadt mit Natur und Umwelt in Verbindung zu bringen ist ein hoher Anspruch.“ Bei aller Vielfalt der Themen seien gerade Projekt- und Teamarbeit für die Zukunft wichtig, so der Bürgermeister, und verwies auf die aktuelle PISA-Studie, die deutsche Schüler hier im oberen Drittel des Rankings sehe. Erich Schleßmann vom Staatlichen Schulamt Hanau, und Dietrich Lobedank, Staatliches Schulamt Friedberg, schlossen sich den Dankesworten an die Schulen an und betonten ebenfalls die zukunftsweisende Arbeit der Umweltschulen.

Unterstützung auf vielen Ebenen

Schuldezernent Zach plädierte dafür, den bürokratischen Aufwand herunterzufahren. „Wir haben einen Zertifizierungswahn“, sagte er. „Viele Schulen machen auch ohne Zertifikat super gute Arbeit im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Schulleiter haben oft andere Probleme, als sich mit diesem Papierwust auseinanderzusetzen.“ Zumindest für die weitere Zertifizierung der Umweltschulen konnte Gabriele Schaar-von Römer den anwesenden Schulvertretern Entwarnung geben. „Wir kommen zu Ihnen und schauen uns Ihre Projekte vor Ort an.“ Sie stellte in Aussicht, dass der Arbeitskreis (AK) Schulgarten auf Landeseben eine Renaissance erfahren würde. Das Thema sei nach wie ein zentrales an den Schulen und gewinne an Bedeutung. Unterstützung gäbe es auf vielen Ebenen, kostenlose Beratung biete in Hanau das Umweltzentrum und die Eugen-Kaiser-Schule.

Silke Bell, die zuständige Koordinatorin des Hessischen Kultusministeriums, erläuterte, dass die Umweltschulen künftig unter dem Dach „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“ einen breiteren Zugang zum Thema Nachhaltigkeit gewinnen würden. Umwelt- und soziales Handeln seien unterschiedliche Schienen auf dem Wege zu nachhaltiger Bildung. „Es ändert sich für Sie nichts“, sagte Bell. „Bildung zu nachhaltiger Entwicklung ist komplex und braucht ein breites Netzwerk und verschiedene Zugänge.“

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