Andreas Kowol ist in Wiesbaden im Gespräch. Archivfoto: Räcker

Hanau/Wiesbaden

Zurück nach Wiesbaden? Andreas Kowol als Dezernent im Gespräch

Hanau/Wiesbaden. Zieht es den Hanauer Stadtrat Andreas Kowol zurück ins Wiesbadener Rathaus? Der Grünen-Politiker ist dort als Dezernent im Gespräch.

Von Christian Dauber

Stadtrat Andreas Kowol könnte bald wieder ins Wiesbadener Rathaus zurückkehren. Der Grüne wird dort als einer von zwei Kandidaten für eine Dezernentenstelle gehandelt. Das berichtete der „Wiesbadener Kurier“ in seiner Mittwochsausgabe. Allerdings sei der Kooperationsvertrag zwischen SPD, CDU und Grünen in der Landeshauptstadt noch nicht unterschrieben.

„Ich freue mich, dass ich an alter Wirkungsstätte noch im Gespräch bin“, erklärte Kowol vielsagend auf Nachfrage unserer Zeitung. Er bestätigt, dass es Gespräche mit Wiesbaden gebe. „Mehr will ich dazu nicht sagen“, fügte der 54-Jährige hinzu, der seit Juli 2013 als erster grüner Stadtrat Hanaus in Amt und Würden ist. Zuvor arbeitete Kowol 15 Jahre als Referent in unterschiedlichen Ressorts im Wiesbadener Rathaus.Kontakt nie abgerissenDer Kontakt dorthin ist anscheinend nie abgerissen. Es sei selbstverständlich, dass man immer wieder miteinander rede, wenn man einmal in einer solchen Position lange Zeit beruflich tätig gewesen sei, gibt Kowol zu. Wie konkret seine Ambitionen sind, Hanau den Rücken zuzukehren, wollte der Stadtrat jedoch auch auf mehrfache Nachfrage nicht verraten, ebenso wenig, welche Seite den Anstoß zu den Überlegungen gegeben hat.Der „Wiesbadener Kurier“ hatte in seiner Mittwochsausgabe über die schwierige Koalitionsbildung in der Hauptstadt berichtet. Elf Monate nach der Kommunalwahl haben sich dort SPD, CDU und Grüne zu einem Bündnis im Stadtparlament zusammengeschlossen.Streit in VergangenheitAnfang dieser Woche sind die finalen Weichen für das sogenannte „Kenia-Bündnis“ gestellt worden, Ende der Woche soll der Koalitionsvertrag unterzeichnet werden. Am Rande der Gespräche seien Informationen über die Verteilung der Ämter durchgesickert, berichtet der „Kurier“ weiter. Laut dem Bericht werden SPD und CDU jeweils zwei Dezernenten stellen, die Grünen einen.Für den Zeitraum April bis Oktober 2018 soll die CDU allerdings einen dritten Dezernenten erhalten. Darum hatte es in der Vergangenheit Streit gegeben, weswegen sich die Koalitionsbildung nach der Kommunalwahl erheblich hingezogen hatte. Vor der Kommunalwahl war in Wiesbaden eine schwarz-rote Koalition in der Macht. Nach dem Absturz der CDU 2011 waren verschiedene Varianten diskutiert worden, unter anderem auch eine Koalition aus SPD, CDU, Grünen und FDP.Wachwechsel am 1. AprilWie der „Wiesbadener Kurier“ schreibt, soll in der Sitzung der dortigen Stadtverordnetenversammlung am 30. März ein Nachfolger aus den Reihen der Grünen für CDU-Dezernentin Rose-Lore Scholz gewählt werden. Bereits am 1. April soll laut Bericht der Wachwechsel im Wiesbadener Rathaus erfolgen. Neben Kowol ist laut „Kurier“ der Wiesbadener Stadtverordnete Claus-Peter Große ein weiterer Kandidat für die Dezernentenstelle.Sollte die Wahl jedoch auf Kowol fallen und dieser dem Ruf folgen, müsste der dritte Stadtratsposten in Hanau neu besetzt werden. Momentan sei dies alles jedoch „reine Spekulation“, betonte Kowol. Auch zum Zeitplan eines möglichen Weggangs aus der Brüder-Grimm-Stadt wollte der Grüne am Mittwoch nichts sagen. „Die Stadt Hanau ist in einer stabilen Situation“, meinte der Stadtrat. „Da gibt es keinen Zeitdruck.“Dezernate haben interessanten ZuschnittDer neue Zuschnitt der Dezernate in Wiesbaden dürfte Kowol jedoch schmecken: Die Grünen sollen demnach für Umwelt und Verkehr zuständig sein, samt Straßenverkehrsbehörde und Grünflächenamt. Schule und Kultur wandern zur SPD.Kowol, Vater zweier Kinder, hatte im Juli 2013 die Hanauer Stadtratsstelle angetreten – zwei Jahre nach der Kommunalwahl, bei der die Grünen einen enormen Stimmenzuwachs verbuchen konnten und in der Folge eine Stadtratsstelle für sich beanspruchten.Es folgte ein langes politisches Gerangel mit den Koalitionspartnern um einen vierten Stadtratsposten. Dieser wurde schließlich nicht geschaffen, Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP) musste das Feld räumen. Als Reaktion verließen die Liberalen samt Piesold seinerzeit die Koalition – und kehrten erst 2016 wieder zurück

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