Das Pioneer Areal umfasst rund 50 Hektar. Es ist aktuell das größte Wohnbauprojekt in der Rhein-Main-Region. Im Frühsommer soll mit den Teilabbruch- und Erschließungsarbeiten begonnen werden. Grafik: PM

Hanau

Zukunftsweisendes Konzept für Pioneer Park vorgestellt

Hanau. Am Mittwochabend traf sich der Struktur- und Umweltausschusstraf. Auf der Tagesordnung stand die Vorstellung des aktuellen Sachstands für die Bebauung des ehemaligen Pioneer-Areals. 5000 Menschen sollen hier ab 2020 wohnen, 1500 Wohneinheiten entstehen auf einer 50 Hektar großen Fläche.

Von Kerstin Biehl

Gute zehn Jahre ist es her, dass die Amerikaner Hanau den Rücken gekehrt haben. Seitdem galt es, die ehemaligen Militärflächen der zivilen Nutzung zuzuführen. Mit der ehemaligen Pioneer Kaserne steht nun der größten Konversionsfläche Hanaus die Umwandlung bevor. Das dort geplante neue Stadtquartier Pioneer Park Hanau wird die Grimmstadt zur Großstadt machen.

„Es ist das Meisterstück der Konversion“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) aber auch das schwierigste Entwicklungsvorhaben. In wenigen Wochen werden die Bauarbeiten beginnen.

Soziale Durchmischung bei WohnprojektenDas Attribut der Vielfalt will sich die Stadt bei der Entwicklung von Pioneer als Marke auf die Fahnen schreiben, die breite soziale Durchmischung soll ein Kennzeichen des neuen Stadtquartiers werden. „Wir planen vielschichtige Wohnprojekte, auch sozialen Wohnungsbau, Wohnmöglichkeiten für jedes Alter und jede gesundheitliche Verfassung.“

Entwickelt wird unter dem Arbeitstitel „Zukunftsstadt Hanau 2038“. Nachhaltig, klimafreundlich und innovativ.Dr. Marc Weinstock, Geschäftsführer der LEG, bezeichnet das Projekt nicht nur als außergewöhnlich, es sei zudem in seiner bisherigen Laufbahn „relativ einzigartig in Deutschland“. „Wir planen hier das Quartier der Zukunft“, sagte der Projektentwickler. „Wir haben uns vorgenommen, ein nahezu CO2-neutrales Quartier zu entwickeln. Außerdem werden wir Mobilitäts-Angebote, zum Beispiel mit Elektro-Carsharing-Modellen, schaffen, die es den Menschen erleichtern, sich vom eigenen Auto zu verabschieden“, so Weinstock.

Pioneer Park sei ein „Leuchtturmprojekt“Steffen Maiwald, Geschäftsführer der Stadtwerke Hanau, bezeichnete den Pioneer Park als „Leuchtturmprojekt“ für die zukünftige Positionierung seines Unternehmens.

Insgesamt werden im Pioneer Park Hanau rund 1600 Wohneinheiten entstehen – in Einfamilien- oder Reihenhäusern, in Stadtvillen oder den kernsanierten Bestandsgebäuden des Triangle Housing. Das Planungsbüro Albert Speer und Partner informierte über den Stand der Planungen und zeigte dabei erstmals öffentlich, wie der Pioneer Park Hanau aussehen wird. „Dieses Quartier wird sich von der Vielzahl weitgehend gesichtsloser und austauschbarer Neubauquartiere wohltuend abheben“, betonte Dr. Michael Denkel, Mitglied der Geschäftsleitung.

Außergewöhnliches Wohngebiet mit besonderen Qualitäten„Durch die Nähe zu den Kinzigauen, durch großzügige öffentliche Grünflächen, durch die Bewahrung des historischen Geistes und die vielfältigen Gebäudestrukturen wird ein außergewöhnliches Wohngebiet mit besonderen Qualitäten entstehen, das einzigartig im gesamten Rhein-Main-Gebiet ist.“

Der Strukturplan sieht vor, dass rund um die großzügige „Grüne Mitte“ eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäudetypen entsteht. Ein großer Teil soll neu gebaut werden, wenngleich auch mehrere Gebäude erhalten werden. So entstehen beispielsweise in den Bestandsgebäuden des ehemaligen Triangle-Housing rund 300 Eigentumswohnungen, die ab Mitte April über die Sparkasse Hanau an Eigennutzer verkauft und nach den Worten Weinstocks „deutlich unter Marktwert“ angeboten werden.

„Zehn Brüder“Erhalten werden sollen auch die zehn markanten Gebäude entlang der Aschaffenburger Straße („Zehn Brüder“) – in den fünf östlichen sollen moderne Wohnungen entstehen, die fünf westlichen sollen für Dienstleistungen genutzt werden.

Auch das ehemalige Heizwerk sowie die unter Denkmalschutz stehende Kirche und die Kantine werden nicht abgerissen. Für die beiden letzteren sowie für genossenschaftliche Wohnformen will die LEG Hessen-Hanau im Sommer sogenannte Konzept‧ausschreibungen starten.

Stadt Hanau wir auch als Bauträger aktivWeinstock und Bieberle betonten, dass das Interesse von Bauträgern an dem Projekt außergewöhnlich groß sei. „Wir haben zahlreiche Verhandlungen geführt, die ersten Grundstücksverkäufe stehen unmittelbar bevor“, so die beiden Geschäftsführer. Ein Teil der Flächen wird dabei aber auch aus eigener Hand bebaut werden. Und auch die Stadt Hanau wird als Bauträger in Erscheinung treten: Im östlichen Teil des Areals ist zum Beispiel der Bau einer Grundschule sowie einer Kindertagesstätte vorgesehen.

Im Juni werden voraussichtlich die ersten Arbeiten auf dem Gelände beginnen. Verschiedenste Fachgutachter befassen sich aktuell mit Themen wie Lärm- und Geruchsbelastung, Denkmalschutz oder Altlasten. „Die Entwicklung von Konversionsflächen ist kompliziert, aber wir arbeiten die verschiedenen Themen professionell ab“, erläuterte Bieberle, der bei der Stadt Hanau auch den Fachbereich „Planen, Bauen und Umwelt“ leitet.

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