Zentral gelegen: Die Stadt Hanau prüft derzeit, ob die leerstehenden Flächen im Erdgeschoss des City Centers am Kurt-Blaum-Platz für die Unterbringung des Stadtladens geeignet sind. Foto: Christian Dauber

Hanau

Zieht der Stadtladen ins City Center?

Hanau. Bei der Stadt Hanau gibt es Überlegungen, den Stadtladen aus dem Rathaus am Marktplatz in das City Center am Kurt-Blaum-Platz auszulagern. Geprüft würden diesbezüglich entsprechende Flächen im Erdgeschoss, teilte die Pressestelle der Stadt auf eine Anfrage unserer Zeitung gestern mit.

Von David Scheck und Christian Dauber

Zuerst hatte die „Hanau Post“ darüber berichtet. Hintergrund ist die fehlende Kapazität am derzeitigen Standort im Rathaus.

Seit dem Auszug des Rewe-Markts stehen größere Flächen im Erdgeschoss des City Centers leer. Diese könnten zukünftig als neue Anlaufstelle für die Bürger genutzt werden. Die Stadt müsste das Objekt in diesem Fall anmieten, Vermieterin der Immobilie ist die Corestate Capital Group GmbH mit Sitz in Frankfurt.

Parallel zur Option City Center würden auch weitere Ausweichmöglichkeiten für den Stadtladen geprüft, so die städtische Pressestelle auf eine entsprechende Anfrage des HA. Um welche es sich handelt, wollte man gestern aus dem Rathaus allerdings nicht verlauten lassen.

Das Ergebnis zeichnet sich ab

Die Vermieterin des City Centers, die Corestate Capital Group, deutete auf unsere gestrige Anfrage hin zwar ein sich abzeichnendes Ergebnis an, wollte die Katze aber auch nicht aus dem Sack lassen: „Wir arbeiten derzeit an einer konkreten Nachfolgeregelung für die Leerstandsfläche im Erdgeschoss und sind sehr optimistisch, dass wir dies in absehbarer Zeit kommunizieren können. [. . .]

Mit der zu erwartenden Nachfolgeregelung sichern wir die Attraktivität des Standortes für die Mieter und vor allem die Kunden des City Centers Hanaus nachhaltig.“ Da es sich um einen laufenden Verhandlungsprozess handle, könne man allerdings keine Informationen dazu bekanntgeben.

Neben der räumlichen Vergrößerung ist auch eine personelle Aufstockung vorgesehen, wie die „Hanau Post“ den zuständigen Stadtrat Thomas Morlock (FDP) zitiert. Dazu, um wie viele Stellen es sich handelt, wollte man sich gestern im Rathaus jedoch nicht äußern, ebenso wie zu den angedeuteten veränderten Öffnungszeiten, die vom 1. September an gelten sollen. Dies werde derzeit erarbeitet beziehungsweise sei man gerade bei der Klärung der Details, hieß es von Seiten der städtischen Pressestelle lediglich.

Personalknappheit und damit verbunden längere Wartezeiten hatten in der Vergangenheit zu Ärger bei den Bürgern geführt. So mussten im Sommer des vergangenen Jahres die vier Stadtteilläden in Mittelbuchen, Steinheim, Klein-Auheim und Großauheim für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Zu dieser Zeit war der Service im zentralen Stadtladen im Rathaus gebündelt angeboten worden.

Termine nur nach Vereinbarung

Termine im Stadtladen erhält man mittlerweile nur nach vorheriger Vereinbarung, lediglich für das Abholen von Personalausweisen und Reisepässen braucht es keine Anmeldung im Vorfeld.

Im Rahmen der Neuorganisation sei ebenfalls geplant, die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle in den Stadtladen an seinem zukünftigen Standort zu integrieren. Die Zulassungsstelle ist derzeit noch an der Dörnigheimer Straße angesiedelt.

Seit 2006 gibt es einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk der Stadt Hanau und des Main-Kinzig-Kreises für die Zulassungsstelle. Der Kreis übernimmt dabei im Auftrag Hanaus die entsprechenden Aufgaben. Aus Hanauer Sicht sollte dieser Ordnungsbehördenbezirk um die Führerscheinstelle erweitert werden. Damit könnten die Leistungen für alle Bürger aus einer Hand angeboten werden. Im Falle der angestrebten Kreisfreiheit würden beide Behörden in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Hanau fallen.

Doch nicht für die Bewohner der Brüder-Grimm-Stadt wolle man beide Dienstleistungen anbieten, sondern auch für die Bürger aus dem Altkreis, machte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bereits im vergangenen Jahr bei der Vorstellung der Kreisfreiheitspläne deutlich. Letzteres würde allerdings eine neue rechtliche Regelung erforderlich machen.

Das könnte Sie auch interessieren