Vier Klubs, eine Farbe: Erstmals setzen in diesem Jahr vier Hanauer Frauen-Serviceklubs zum „Orange Day“ ein optisches Zeichen gegen Gewalt an Frauen.
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Vier Klubs, eine Farbe: Erstmals setzen in diesem Jahr vier Hanauer Frauen-Serviceklubs zum „Orange Day“ ein optisches Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

25. November

Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Vier Hanauer Frauen-Serviceklubs organisieren Aktionen zum „Orange Day“

Ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen – das ist das Ziel des „Orange Day“, der immer am 25. November mit vielen Aktionen auf ein gesellschaftliches Thema aufmerksam macht, das an Brisanz in Zeiten von Corona noch hinzugewonnen hat. In Hanau stehen in diesem Jahr erstmals vier Hanauer Frauen-Serviceklubs Seite an Seite, um zu dokumentieren: „Gemeinsam sind wir stärker“.

Hanau – Die unter dem Motto „Nein zu Gewalt an Frauen“ #OrangeTheWorld geplante Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 25. November, gemeinsam mit der Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Oberbürgermeister Claus Kaminsky vor dem Congress Park Hanau muss coronabedingt entfallen. Trotzdem bleiben die Klubs laut Mitteilung nicht untätig, sondern werden gemeinsam aktiv, unter anderem mit der Kampagne #orangehanau auf Facebook.

Orange Day erinnert an mutige Schwestern

Der Orange Day erinnert alljährlich an Minerva Mirabal und ihre beiden Schwestern Maria und Patria, die sich gegen den Präsidenten der Dominikanischen Republik, den grausamen Diktator Rafael Trujillo, gestellt hatten. Minerva hatte Jura studiert, aber weil sie 1949 Trujillos sexuelle Avancen abgelehnt hatte, wurde ihre Approbation verweigert

Gemeinsam mit ihren Schwestern kämpfte sie im Untergrund gegen Trujillos Tyrannei, einen Kampf, den sie mit dem Leben bezahlen sollten. In der Nacht des 25. November 1960 wurden sie auf dem Heimweg von Trujillos Schergen grausam ermordet.

Seit 20 Jahren internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Die drei wurden zum Symbol der internationalen Bewegung gegen Gewalt an Frauen. Seit 1981 wird der 25. November von Frauenrechtlerinnen aus aller Welt als Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. 1993 verabschiedet die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Erklärung zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und 2000 legte die UN den 25. November offiziell als internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen fest.

Seither findet jährlich zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, die UN-Kampagne #OrangeTheWorld statt. Während in diesen Tagen weltweit Gebäude in oranger Farbe erstrahlen, um gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen, nutzen die Hanauer Service-Klubs in diesem Jahr erstmals zusätzlich die Sozialen Medien und zeigen unter #orangehanau Flagge, um so zur Enttabuisierung dieses Themas beizutragen.

Gewalt gegen Frauen oft durch Familienangehörige

Denn nach wie vor bleibe viel zu tun: Noch heute erlebten eine von drei Frauen in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt, am häufigsten durch enge Familienangehörige. Nur die Hälfte der Frauen weltweit können frei über ihre sexuellen Beziehungen, Verwendung von Verhütungsmitteln und Gesundheitsvorsorge bestimmen.

Fast 750 Millionen der heute lebenden Frauen wurden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet und 71 Prozent aller Opfer von Menschenhandel sind Frauen und Mädchen. 2017 wurden eine von zwei weltweit getöteten Frauen von ihren Partnern oder Familienangehörigen umgebracht, während nur einer von 20 Männern unter ähnlichen Umständen getötet wurde, so die Mitteilung.

Hanauer Vereine machen mit Lesungen und Bannern aufmerksam

Die Hanauer Frauen-Serviceklubs reihen sich schon seit vielen Jahren ein mit Aktionen am 25. November Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Brückenbanner von Soroptimist International und des Zonta Clubs machen weithin sichtbar auf die Problematik aufmerksam. Der Zonta Club in Hanau organisierte Buchlesungen starker Frauen zum Beispiel von Tanja Kinkel, Zsuzsa Bank und Seyran Ates.

Im vergangenen Jahr setzten die Hanauer Klubs Zonta und Soroptimist erstmals ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt, indem einige Gebäude orange beleuchtet wurden, etwa das Finanzamt, die Katase-Skulptur und die Johanneskirche. Auf dem Freiheitsplatz führten der Inner Wheel Club und der Soroptimist Club eine interaktive Aktion unter reger Beteiligung Hanauer Bürger durch, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.  das

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